15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD COP-15)

In Kunming stellt die Weltgemeinschaft wichtige Weichen für die Zukunft der biologischen Vielfalt und Ökosysteme der Erde. Die IKI trägt seit ihrer Gründung dazu bei, Maßnahmen zur Erreichung der globalen Biodiversitätsziele umzusetzen.

Die biologische Vielfalt ist von grundlegender Bedeutung für die Funktionsfähigkeit von Ökosystemen und ihre Ökosystemleistungen sind für die Menschen überlebenswichtig. Ihr Schutz zählt zu den wichtigsten Aufgaben der heutigen Zeit und ist mit dem Klimaschutz untrennbar verbunden.

Die Bundesregierung arbeitet gemeinsam mit anderen Staaten auf internationaler Ebene an der Lösung dieser großen Herausforderung. Dazu hat sie sich den Zielen der Biodiversitätskonvention (CBD) und der Agenda 2030 mit ihren ehrgeizigen 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verpflichtet.

Nach dem Auslaufen des Strategischen Plans 2011-2020 und seinen konkreten Handlungszielen, den 20 „Aichi-Zielen“, entwickelt die Staatengemeinschaft aktuell einen neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt für die Zeit nach 2020. Dieser soll auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD COP-15) beschlossen werden.

„Jetzt ist die Zeit, um zum Schutz der weltweiten Biodiversität ein neues Kapitel aufzuschlagen. Wir haben Jahrhunderte der Naturzerstörung hinter uns, jetzt beginnt das Jahrzehnt zur Wiederherstellung der Natur. Das gelingt, wenn wir alle Kräfte bündeln“, betont Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Bedeutung der anstehenden Verhandlungen.

IKI-Flyer zur CBD COP-15

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Biologische Vielfalt - Unsere gemeinsame Verantwortung

Factsheet von BMU und BMZ



Ursprünglich für das Jahr 2020 geplant, findet die CBD COP-15 nun Covid-19-bedingt zweigeteilt statt. Das überwiegend virtuelle Auftakttreffen vom 11. bis 15. Oktober 2021 läutet dabei als wichtige Vorbereitung die finalen Verhandlungen ein, die nach aktuellem Stand für den Zeitraum vom 25. April bis zum 8. Mai 2022 als Präsenzveranstaltung in Kunming, China geplant sind. Teil des Auftakts ist ein Treffen unter hochrangiger Regierungsbeteiligung, an dessen Ende über die Kunming-Erklärung der politische Willen zum Schutz der biologischen Vielfalt unterstrichen werden soll.

Der neue globale Rahmen für die biologische Vielfalt wird der wichtigste Handlungsleitfaden für den Umgang mit der Natur für die nächste Dekade. Er muss sicherstellen, dass der Schutz und die nachhaltige Nutzung, aber auch der gerechte Vorteilsausgleich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen weltweit in den Mittelpunkt des Handelns rücken. Dies soll mit ambitionierten und messbaren Zielen sowie effektiven Umsetzungsmechanismen erfolgen. Dazu bedarf es erheblicher finanzieller Mittel.

„Wir müssen dafür sorgen, die globale Finanzierungslücke für die biologische Vielfalt zu schließen. Mittel und Subventionen, die biologische Vielfalt schädigen oder zerstören, sollten abgeschafft und positive Anreize für den Naturerhalt verstärkt werden. Auch gilt es, neue Mittel aus allen Quellen zu mobilisieren und finanzielle Ressourcen effizienter und effektiver zu nutzen“, betont deshalb auch Staatsekretär Jochen Flasbarth.

Die IKI als Förderinstrument für den Schutz von Biodiversität

Wichtig ist jedoch, dass es nicht nur bei ambitionierten Zielen bleibt. Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ist ein wichtiger Baustein des deutschen Beitrags zur internationalen Finanzierung von Klima- und Biodiversitätsschutz und damit zur globalen Umsetzung von Maßnahmen.

Seit 2011 ist der Schutz der Biodiversität innerhalb der IKI ein eigener Förderbereich. Biodiversität ist dabei auch in anderen Förderbereichen mehr als nur ein Querschnittsthema, sodass auch in diesen eine Vielzahl von Projekten zu ihrem Schutz beitragen.

Ein Fokus des Förderbereichs liegt auf dem Erhalt und der Ausweitung von Schutzgebieten, der nachhaltigen Nutzung und Wiederherstellung von Ökosystemen sowie der Reduktion von Degradierung, Fragmentierung und Inwertsetzung von Ökosystemen. Das Konzept ökosystembasierter Anpassung an den Klimawandel („Ecosystem-based Adaptation“) und die Themen nachhaltige Produktionsweisen, biodiversitätsfreundliche Landwirtschaft und nachhaltige Fischerei sind weitere wichtige Themen. Die Biodiversität in Städten – und damit die Wechselwirkungen zwischen Land und Stadt sowie die gegenseitige Abhängigkeit – gewinnt auch zunehmend an Bedeutung.

IKI-Projekte steigern in Form von Investitionen, Politikberatung, Technologietransfer und Forschungskooperationen die Leistungsfähigkeit der Regierungen und der Zivilgesellschaft der Partnerländer. Sie unterstützen insbesondere die Entwicklung und Umsetzung nationaler Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (NBSAPs). Dabei wird auch oft die Verbreitung von Wissen sowie die Sensibilisierung und Partizipation wichtiger Akteurinnen und Akteure zum effektiven und langfristigen Schutz der Biodiversität gefördert. Die IKI unterstützt ihre Partnerländer bei der Mobilisierung von Ressourcen für den Biodiversitätsschutz mit vielfältigen und verschiedenen Ansätzen, beispielsweise durch die Vermarktung biodiversitätsfreundlicher Produkte, der Integration von Biodiversität in den Privat- und Finanzsektor oder auch die Förderung von Ökotourismus.

Seit der Gründung der IKI im Jahr 2008 wurden knapp 300 biodiversitätsrelevante Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 1,3 Milliarden Euro gefördert.

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Header: Miguel Schmitter