Compact with Africa

Mehr private Investitionen für Afrika

Am 19. November 2019 lud Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin zur Compact with Afrika (CwA)-Konferenz. Gemeinsam mit Staats- und Regierungsoberhäuptern der beteiligten afrikanischen Länder und mit involvierten internationalen Organisationen diskutierte sie Möglichkeiten, um die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Investition in den CwA-Ländern zu verbessern.

Während der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 wurde der “Compact with Africa” (CwA) ins Leben gerufen, um private Investitionen und den Handel in Afrika zu fördern. Die Initiative bringt afrikanische Länder, internationale Organisationen und bilaterale Partner der G20 und darüber hinaus zusammen. Hauptziel ist es, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um länderspezifische Reformpläne zu koordinieren, Infrastrukturprojekte in Gang zu bringen und Arbeitsplätze zu schaffen. Bisher haben sich zwölf afrikanische Länder der Initiative angeschlossen: Benin, Burkina Faso, Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste), Ägypten, Äthiopien, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien.



Video: “Compact with Africa”

“Compact with Africa”-Fazilität

Zur CwA-Konferenz in Berlin stellte Bundesumweltministerin Svenja Schulze die CwA-Fazilität vor, die das BMU gemeinsam mit der Weltbank/IFC in den nächsten Wochen aufsetzen wird. Die CwA-Fazilität wird durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert.

Die “Compact with Africa”-Fazilität unterstützt sogenannte Inkubator-Zentren und grüne Start-Ups in Afrika. Die Inkubator-Zentren beraten Kleinunternehmern und erleichtern ihnen den Zugang zu privatem Kapital durch innovative Finanzierungsinstrumente, wie blended finance und results-based finance. So werden Finanzmittel von privaten Investoren mobilisiert und Akteure der lokalen Finanzwirtschaft gestärkt. Die Investitionen schaffen Arbeitsplätze und Einkommen im Einklang mit den Nachhaltigkeits- und Klimazielen.

IKI Projekte in CwA-Ländern

Die IKI ist in allen der zwölf CwA-Länder aktiv und fördert dort bilaterale, regionale und globale Projekte zu Klimaschutz, zum Erhalt von Wäldern und der biologischen Vielfalt. Das Gesamtfördervolumen der laufenden bilateralen Vorhaben beträgt 95 Mio. EUR. Mit fünf CwA-Ländern besteht eine laufende bilaterale Kooperation (Äthiopien, Ghana, Marokko, Ruanda, Tunesien). Alle weiteren Länder werden derzeit nicht bilateral gefördert, sind aber Teil von Mehrländerprojekten in Afrika oder weltweit (Ägypten, Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Guinea, Senegal, Togo).

In Nordafrika unterstützt die IKI im Rahmen der bilateralen Kooperation schwerpunktmäßig Projekte im Minderungsbereich. Dies umfasst z.B. die Finanzierung des Aufbaus eines Klimakompetenzzentrums in Marokko und die Skalierung erneuerbarer Energien in Tunesien. In Westafrika liegt der Schwerpunkt hauptsächlich im sogenannten „Grünen Bereich“, demensprechend umfasst das Portfolio eine Vielzahl an Projekten zur Wiederherstellung von Landschaften und zum Schutz von Biodiversität. Beispielsweise wird in Ghana ein Projekt zur Wiederherstellung von degradierten Kakaoplantagen und Waldökosystemen und in Ruanda ein Projekt zur Wiederherstellung von Wäldern und Landschaften mittels Erprobung von Investitionspaketen gefördert. Im einzigen ostafrikanischen CwA-Land Äthiopien fördert die IKI ein bilaterales Projekt, welches die Wiederherstellung degradierter Kaffeelandschaften zum Ziel hat.

Ganz im Sinne der Idee von Compact with Africa fördert auch die IKI Projekte zu Kapazitätsaufbau und Beteiligung des Privatsektors, wenn dies dem Klimaschutz oder dem Schutz von Biodiversität dienlich ist. Insbesondere unterstützt die IKI ein Projekt zu Kapazitätsaufbau für verbessertes Küsten- und Meeresmanagement in den 21 Ländern des Abidjan Übereinkommens.

 

Header-Fotos: Deutsche Welle / Dan Hirschfeld, Deutsche Welle / Gerlind Vollmer, IUCN, Bruno D' Amicis