Corona-Response-Paket

Kooperation für einen nachhaltigen Neustart

Die COVID-19-Pandemie stellt weltweit alle Länder und ihre Regierungen vor große Herausforderungen. Der Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität. Gleichzeitig müssen die Vermeidung künftiger Pandemien und der Neustart der wirtschaftlichen Aktivitäten zusammen gedacht werden.

Das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) ein sogenanntes „Corona-Response-Paket“ entwickelt. Das Paket unterstützt die Partnerländer der IKI dabei, diese Herausforderungen anzugehen. Dafür erhalten ausgewählte laufende Projekte und Initiativen einen ergänzenden Auftrag. Ziel ist es, bestehende gesellschaftliche Strukturen zu erhalten und zu stärken sowie die Transformation zu einer klima- und biodiversitätsfreundlichen Wirtschaft zu fördern und zu beschleunigen. Weitere Initiativen werden im Laufe des Jahres das Corona-Response-Paket ergänzen.

Fast-Track-Verfahren – akute Krisen erfordern schnelles Handeln

Das Corona-Response-Paket konzentriert sich auf einen grünen wirtschaftlichen Neustart in Verbindung mit der Prävention von Pandemien. Klimapolitische Themen und der Schutz der Biodiversität bleiben Leitgedanken im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens, der Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt und der 2030 Agenda. Mit 29 Projekten in 25 Ländern und mit Unterstützung von 16 verschiedenen IKI-Durchführungspartnern ist das 68 Millionen Euro schwere Maßnahmenpaket regional ausgeglichen, thematisch vielfältig und zielt auf die Bedarfe der Partnerländer ab.

Mit dem Corona-Response-Paket trägt die IKI dazu bei, kurzfristige Antworten auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu geben. Das Fast-Track-Verfahren läuft außerhalb der üblichen Prozesse der IKI-Projektförderung. Dies ist möglich, weil im Rahmen der IKI derzeit rund 300 Projekte weltweit umgesetzt werden, an die das Maßnahmenpaket nun gezielt anknüpft.

Weltkarte
Das Corona-Response-Paket unterstützt IKI-Partnerländer weltweit bei der Bewältigung der Pandemiefolgen. (Flaticon / Pause08; iStockPhoto / AVIcons; iStockPhoto / Raul Almu)


Die drei Schwerpunkte des Corona–Response-Pakets

"Klimaschutz und Biodiversität müssen einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung weltweit leisten."

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im BMU. Foto: Bundesregierung/Sandra Steins








Schwerpunkt 1: Soforthilfemaßnahmen für Naturschutzgebiete und Biodiversitätshotspots

Durch die Quarantänemaßnahmen und ausbleibende Gelder aus dem Tourismus haben Wilderei und Abholzung weltweit stark zugenommen. Dadurch sind auch indigene Gruppen akut gefährdet.

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt daher darauf, den Erhalt von Naturschutzgebieten und Biodiversitätshotspots finanziell zu unterstützen und unmittelbare Folgen der COVID-19-Pandemie abzufedern.


IKI-Projekte, die um Soforthilfemaßnahmen ergänzt werden:

Unterstützung für indigene Völker und gemeinschaftlich erhaltene Gebiete und Territorien (ICCAs)

Waldschutz und Management der natürlichen Ressourcen im Manu Biosphärenreservat

Förderung naturbasierter Lösungen für eine widerstandsfähige, kohlenstoffarme und biodiverse territoriale Entwicklung (Projektbeginn: August 2020)


Schwerpunkt 2: Unterstützung einer Green Economic Recovery

Die Partnerländer der IKI stehen vor großen ökonomischen und sozialen Herausforderungen, gleichzeitig ist die Chance gegeben, die Wiederbelebung der Wirtschaft nachhaltig und im Einklang mit Klima- und Biodiversitätsschutz zu gestalten. Zu diesem Ziel haben sich in den vergangenen Monaten bereits viele Regierungen bekannt. Mit dem zweiten Schwerpunkt des Corona-Response-Pakets soll diese Chance genutzt und eine grüne wirtschaftliche Erholung unterstützt werden.

Das Paket der IKI soll in zweierlei Hinsicht zur klimafreundlichen Stärkung der Wirtschaft beitragen:

Zum einen werden ökonomische Beraterinnen und Berater in zwölf Partnerländern finanziert, die Planungs- und/oder Finanzministerien bei der Ausgestaltung klimafreundlicher Konjunkturprogramme unterstützen. Kooperationspartner des BMU für diesen Schwerpunkt sind die NDC-Partnerschaft, die OECD sowie UN PAGE  (UN Partnership for Action on Green Economy).

Zum anderen erfolgt eine zusätzliche Unterstützung laufender IKI-Projekte, die sich durch besondere Beschäftigungswirkung auszeichnen, aber auch langfristig grundlegende Voraussetzungen für die Integration von Klimawandel- und Biodiversitätsaspekten in die wirtschaftliche Entwicklung schaffen können. Dafür stockt das BMU 16 IKI-Projekte auf und passt weitere neun Projekte inhaltlich an. Die Schwerpunkte dieser Projekte liegen auf den Themen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Stadtentwicklung und Mobilisierung nachhaltiger Investitionen.


IKI-Projekte, die eine Green Recovery unterstützen:


Schwerpunkt 3: Pandemieprävention

Als dritter Teil des Pakets rückt die Pandemieprävention in den Mittelpunkt. Das zunehmende Auftreten von Viruspandemien ist eng mit dem weltweit ansteigenden Verlust der Biodiversität und der zunehmenden Entwaldung verbunden, denn: Wenn Mensch und Tier enger zusammenrücken, steigt die Gefahr, dass Krankheiten vom Tier auf den Menschen übertragen werden (Zoonosen). Der Schutz von Biodiversitätshotspots und Wäldern trägt daher dazu bei, das Risiko für Zoonosen zu verringern – und senkt so die Wahrscheinlichkeit, dass Pandemien entstehen.


Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt

Die Green-Recovery-Maßnahmen stärken die Zusammenarbeit mit den Partnerländern und ergänzen die Umsetzung und ambitionierte Weiterentwicklung der national festgelegten Klimaschutzbeiträge (Nationally determined contributions, NDCs), die im Pariser Klimaschutzabkommen verankert sind. Zudem unterstützten sie die Erreichung der Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD), mit denen dem weltweit dramatischen Verlust der natürlichen Lebensgrundlagen begegnet wird.

 

Header-Bild: © Abbie Trayler-Smith/Panos Pictures/Department for International Development

 

 

 

Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie

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