Biodiversitäts- und Klimaschutz in der Mata Atlântica (TZ Modul)

Stand: November 2020

Der atlantische Küstenwald, die „Mata Atlântica“, zählt zu den fünf wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots weltweit. Das Projekt trägt zum Erhalt der Biodiversität sowie zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor Ort bei. Dazu werden ausgewählte, teils fragmentierte Schutzgebiete gesichert und verbunden. Im Fokus stehen dazu Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung und zur Minderung des Treibhausgasausstoßes. Im Rahmen einer umfassenden Klimaanpassungsstrategie für Land und Bevölkerung erarbeitet die technische Komponente des Vorhabens in Abstimmung mit dem brasilianischen Umweltministerium hierfür klimasensible Entwicklungsszenarien und analysiert Klimarisiken und Folgen des Klimawandels. Sie entwickelt zudem ökonomische Instrumente, Anreizstrukturen und Strategien für eine ökosystembasierte Anpassung sowie zur Minderung der Emissionen. Darüber hinaus legt es politische Strategien zum Biodiversitäts- und Klimaschutz sowie zur Wiederherstellung von Waldlandschaften fest.
Verbundprojekt
Biodiversitäts- und Klimaschutz in der Mata Atlântica (FZ Modul)
Vorgängerprojekt(e)
Waldschutz Mata Atlântica II Schutz der atlantischen Küstenwälder

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • In den drei Projektregionen wurden in partizipativen Prozessen Klimarisiken identifiziert und Chancen durch ökosystembasierte Anpassungsstrategien auf mehr als 2,5 Millionen Hektar herausgearbeitet sowie auf einer Fläche von mehr als 210.000 Hektar ökosystembasierte Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen konzipiert (www.mma.gov.br/…).
  • Eine Strategie zur Förderung von Kapazitäten im Bereich der ökosystembasierten Anpassung (Ecosystem-based Adapation, EbA) wurde entwickelt. Hierzu gehören Training of Trainers (ToT) und die Institutionalisierung des EbA-Ansatzes in mehreren Aus- und Fortbildungsinstitutionen in Brasilien (www.mma.gov.br/…). Mindestens 25 % der neuen Trainer und Trainerinnen nutzen ihre Kenntnisse über EbA im Kontext von Ausbildungsmaßnahmen oder in Beratungen, auch zu Aktivitäten der FZ-Komponente des Vorhabens.
  • Der Ansatz der ökosystembasierten Anpassung wurde in nationale und regionale Politiken, z.B. NAP (www.mma.gov.br/…) und Raumordnungsinstrumente integriert. Es wurden Klimarisiken für das Biom Mata Atlântica sowie für die Projektregionen modelliert.
  • Folgende Regelwerke des brasilianischen Umweltministeriums MMA berücksichtigen EbA: Nationaler Plan zur Anpassung an den Klimawandel, Nationaler Plan zur Wiederherstellung natürlicher Vegetation, Neues Waldgesetz, Nationale Biodiversitätspolitik, Aktionsplan für Biodiversität. Im Bundesstaat Paraná wurde ein innovatives System für die Bezahlung von Umweltdienstleistungen privater Schutzgebiete eingeführt.
  • EbA wird in Managementpläne für Schutzgebiete sowie in Gemeindeschutzpläne der Mata Atlântica integriert. Eine Strategie zur Entwicklung individueller Kapazitäten für die Integration von EbA in Raumordnungsinstrumente (learning by doing) wird unter Beachtung der von Friends of EbA – FEBA vorgeschlagenen Methodik für Qualifizierung und Monitoring von EbA-Maßnahmen. umgesetzt. Eine EbA-Maßnahme in Bahia in Partnerschaft mit Anamma/Euroclima+ wurde begonnen.
  • Lernerfahrungen und Ergebnisse des Vorhabens wurden aufgearbeitet und dokumentiert und stehen zusammen mit didaktischem Material über EbA auf der Homepage des MMA zur Verfügung (www.mma.gov.br/…ântica_emdesenvolvimento/projeto-biodiversidade-e-mudanças-climáticas-na-mata-atlântica) und werden fortlaufend in nationale und internationale Wissensnetzwerke eingebracht, z.B.: Beiträge für die Wissensplattform PANORAMA-Solutions (GIZ und IUCN) zur Integration von Vulnerabilität und EbA in Gemeindeplanung (panorama.solutions/…) und in Managementpläne von Schutzgebieten (panorama.solutions/…).
  • Vom Vorhaben entwickelte Empfehlungen und Schulungsmaterialien zu EbA und zu Gemeindeschutzplänen der Mata Atlântica werden für die Stärkung von Kapazitäten auf lokaler Ebene genutzt.
  • IKI-Safeguards wurden mit MMA und Bundesstaaten zur Prüfung der Menschenrechtsstandards bei möglichen Umsiedlungen von Bewohnern und Bewohnerinnen von Schutzgebieten herangezogen. Das Vorhaben nutzt die gender-inklusive Sprache in allen produzierten Schulungs- oder Kommunikationsmaterialien.

Projektdaten

Länder:
Brasilien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment - Brazil
  • Chico Mendes Institute for Biodiversity Conservation - Brazil,The Atlantic Forest Restoration Pact

BMU-Förderung:
7.535.000,00 €

Laufzeit:
04/2013  bis  12/2020


Internetauftritt(e):



Meldungen zum Projekt

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