Capacity Building zur Unterstützung des Aufbaus eines nationalen Emissionshandelssystems (ETS) in China

Stand: September 2020

Ziel und Maßnahmen

Ein funktionierender Emissionshandel (ETS) ist ein effektives marktwirtschaftliches Instrument, um das Klima zu schützen. China führte Ende 2017 das weltweit größte ETS ein, das sich zunächst auf den Energiesektor beschränkt, jedoch schrittweise erweitert wird. Das Projekt unterstützt die Regierung in China bei der Vorbereitung und Einführung des ETS durch Beratung und Schulungen. Dabei berücksichtigt es verschiedene Aspekte: rechtliche Grundlagen und Verfahrensstrukturen, Marktaufsicht, Definition von Emissionsobergrenzen, Allokationsmechanismen, Handelsplattformen und Kohlenstoffregister. ETS-pflichtige Unternehmen sowie Kohlenstoffbörsen und Verifizierungsfirmen werden zum ETS geschult. Zudem fördert das Projekt durch einen internationalen Austausch die Einbindung Chinas in internationale Netzwerke zum Kohlenstoffmarkt. China ist das erste Schwellenland, das ein ETS einführte, und dient als Vorbild für andere Länder. Mit einem Beginn des tatsächlichen Emissionshandels wird im Jahr 2020 gerechnet.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • In China entsteht das weltweit größte Emissionshandelssystem. Das System wird sich in der Anfangsphase auf den Energiesektor beschränken und rund drei Gigatonnen CO2 regulieren. Zukünftig sollen schrittweise weitere Industriesektoren und die zivile Luftfahrt einbezogen werden. Das BMU unterstützt diese Entwicklung seit 2012 über die Internationale Klimaschutzinitiative.
  • Zur Vorbereitung auf die Einführung des nationalen ETS führte das Projekt gemeinsam mit dem National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) im November 2018 zwei regionale ETS-Trainings in Zhengzhou und Wuhan für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Provinzverwaltung durch. Trainingsschwerpunkt war die Verwendung von Überwachungsplänen für die Messung und Berichterstattung von Emissionen aus dem Energiesektor, wie sie auch im Emissionshandelssystem der Europäischen Union Anwendung finden. Die beiden Trainings bildeten den Abschluss einer insgesamt sechsteiligen Trainingsreihe, bei der 2018 mehr als 230 Vertreterinnen und Vertreter lokaler Regierungen und Behörden sowie nachgeordneten Institutionen zum nationalen ETS geschult wurden.
  • Gemeinsam mit der International Carbon Action Partnership (ICAP) richtete das Projekt vom 21. bis 26.10.2018 ein ETS-Advanced-Training in Haikou aus, das sich an junge ETS-Expertinnen und ETS-Experten aus China richtete, die direkt am Aufbau des nationalen ETS beteiligt sind. Inhaltlich standen konzeptionelle Fragestellung zur mittel- bis langfristigen Stärkung des nationalen ETS in China im Mittelpunkt.
  • Vom 12. bis 14.03.2019 organisierte das Projekt einen dreitägigen Fachworkshop mit Beschäftigten der Shanghai Environment and Energy Exchange (SEEE), der European Energy Exchange (EEX) aus Leipzig und Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) für einen Erfahrungsaustausch zum Betrieb und zur Überwachung von Emissionshandelsplattformen. Dabei standen sowohl rechtliche und regulatorische Fragestellung der Marktaufsicht sowie technische Aspekte der Handelsplattform im Marktbetrieb im Zentrum. Die SEEE leitet den Aufbau der nationalen Handelsplattform für das chinesische ETS, die in Shanghai angesiedelt werden wird.
  • Das Ministerium für Ökologie und Umwelt (MEE) veranstaltete vom 23.10. bis zum 18.12.2019 eine landesweite Trainingsreihe zum nationalen ETS. Insgesamt fanden 17 Trainings in 15 Städten Chinas statt, an denen mehr als 4.400 Teilnehmenden aus der lokalen Verwaltung und von Energieerzeugern teilnahmen. Die Organisation der Veranstaltungen wurde vom National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) koordiniert und vom Projekt sowohl finanziell als auch durch eigene Vorträge unterstützt. Die Trainingsreihe war die bisher umfassendste Kapazitätsaufbaumaßnahme dieser Art und ist ein wichtiger Meilenstein für den Aufbau des nationalen ETS und den bevorstehenden Handelsstart in 2020.

Projektdaten

Länder:
China

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) - China, National Development and Reform Commission (NDRC) - China
  • National Development and Reform Commission (NDRC) - China

BMU-Förderung:
6.500.000,00 €

Laufzeit:
07/2012  bis  07/2020


Internetauftritt(e):



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