Deutsch-Chinesische Kooperation zu Emissionshandel, Marktmechanismen und Minderung industriebedingter N2O-Emissionen

Stand: Januar 2021

Ein funktionierender Emissionshandel (ETS) ist ein effektives marktwirtschaftliches Instrument, um das Klima zu schützen. China führte Ende 2017 das weltweit größte ETS ein. Das Projekt unterstützt die Regierung in China bei der Einführung und Verfeinerung des ETS durch Beratung und Schulungen. Die rechtlich-institutionellen Rahmenbedingungen stehen dabei im Vordergrund. Außerdem werden privatwirtschaftliche Teilnehmende am ETS zu praktischen Fragen der Umsetzung geschult. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die Planung und Umsetzung von Maßnahmen für eine nachhaltige Reduzierung von N2O-Emissionen aus der industriellen Produktion von Salpetersäure, Adipinsäure und Caprolactam. Der Ansatz umfasst Beratung, Studien und Wissensaustausch zu politischen Instrumenten und Minderungstechnik und zu einem robusten MRV-System. Minderungspotenziale industriebedingter N2O-Emissionen sind bisher nicht in Chinas Klimazielen enthalten und bieten eine Grundlage zur Steigerung des Ambitionsniveaus.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • In China entsteht das weltweit größte Emissionshandelssystem (ETS). Das System wird sich in der Anfangsphase auf den Energiesektor beschränken und rund drei Gigatonnen CO2 regulieren. Zukünftig sollen schrittweise weitere Industriesektoren und die zivile Luftfahrt einbezogen werden. Das BMU unterstützt diese Entwicklung seit 2012 über die Internationale Klimaschutzinitiative.
  • Gemeinsam mit der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) und der China Hubei Carbon Emission Exchange (CHEEX) richtete das Projekt am 19.06.2020 einen virtuellen Workshop zu konzeptionellen Fragestellungen für den Aufbau und Betrieb eines Emissionshandelsregisters aus. Die CHEEX ist für das zentrale Register des nationalen ETS in China verantwortlich. Das Register ist ein wesentlicher Bestandteil des Emissionshandels und gibt darüber Auskunft, wer im Besitz welcher Emissionszertifikate ist.
  • Das Ministerium für Ökologie und Umwelt (MEE) veranstaltete vom 23.10. bis zum 18.12.2019 eine landesweite Trainingsreihe zum nationalen ETS. Insgesamt fanden 17 Trainings in 15 Städten Chinas statt, an denen mehr als 4.400 Mitarbeitenden aus der lokalen Verwaltung und von Energieerzeugern teilnahmen. Die Organisation der Veranstaltungen wurde vom National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) koordiniert und vom Projekt sowohl finanziell als auch durch eigene Vorträge unterstützt. Die Trainingsreihe war die bisher umfassendste Kapazitätsaufbaumaßnahme dieser Art und ist ein wichtiger Meilenstein für den Aufbau des nationalen ETS und den bevorstehenden Handelsstart in 2020.
  • Vom 12. bis 14.03.2019 organisierte das Projekt einen dreitägigen Fachworkshop mit der Shanghai Environment and Energy Exchange (SEEE), der European Energy Exchange (EEX) aus Leipzig und der DEHSt für einen Erfahrungsaustausch zum Betrieb und zur Überwachung von Emissionshandelsplattformen. Dabei standen sowohl rechtliche und regulatorische Fragestellung der Marktaufsicht sowie technische Aspekte der Handelsplattform im Marktbetrieb im Zentrum. Die SEEE leitet den Aufbau der nationalen Handelsplattform für das chinesische ETS, die in Shanghai angesiedelt werden wird.
  • Zur Vorbereitung auf die Einführung des nationalen ETS führte das Projekt gemeinsam mit dem NCSC im November 2018 zwei regionale ETS-Trainings in Zhengzhou und Wuhan für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Provinzverwaltung durch. Trainingsschwerpunkt war die Verwendung von Überwachungsplänen für die Messung und Berichterstattung von Emissionen aus dem Energiesektor, wie sie auch im Emissionshandelssystem der Europäischen Union Anwendung finden. Die beiden Trainings bildeten den Abschluss einer insgesamt sechsteiligen Trainingsreihe, bei der 2018 mehr als 230 Vertreterinnen und Vertreter lokaler Regierungen und Behörden sowie nachgeordneten Institutionen zum nationalen ETS geschult wurden.
  • Gemeinsam mit der International Carbon Action Partnership (ICAP) richtete das Projekt vom 21. bis 26.10.2018 ein ETS-Advanced-Training in Haikou aus, das sich an junge ETS-Expertinnen und ETS-Experten aus China richtete, die direkt am Aufbau des nationalen ETS beteiligt sind. Inhaltlich standen konzeptionelle Fragestellung zur mittel- bis langfristigen Stärkung des nationalen ETS in China im Mittelpunkt.

Projektdaten

Länder:
China

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Ecology and Environment - China
  • National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) - China

Durchführungspartner:
  • Ministry of Ecology and Environment - China

BMU-Förderung:
6.500.000,00 €

Laufzeit:
07/2012  bis  09/2022




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