Emissionsarme Palmöl-Entwicklung in Berau, Ost-Kalimantan - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Emissionsarme Palmöl-Entwicklung in Berau, Ost-Kalimantan

Stand: Januar 2021

Der weltweite Bedarf an Palmöl für die Herstellung von beispielsweise Lebensmitteln oder Kosmetik ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Entsprechend hat in Ländern wie Indonesien der Anbau der Ölpalmen zugenommen. Häufig verdrängen die Plantagen andere Landnutzungsarten und führen zu sozio-ökonomischen und ökologischen Problemen. Das Projekt bringt Regierungsinstitutionen, Unternehmen des privaten Sektors und zivilgesellschaftliche Gruppen zusammen, um ein Programm für eine nachhaltige und emissionsarme Palmölentwicklung auszuarbeiten und zu pilotieren. Damit soll gezeigt werden, dass verantwortliche Palmölgewinnung möglich ist. Sozio-ökonomische und ökologische Analysen und Politikdialoge auf Provinzebene sollen über nachhaltige Palmölgewinnung informieren. Außerdem sollen Politikempfehlungen für Programmentwicklung und -implementierung auf Verwaltungsebene gegeben werden.
Verbundprojekt
Emissionsarme Palmöl-Entwicklung in Berau, Ost-Kalimantan

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Das Projekt trug zum IKI-Indonesien-Newsletter der 10. und 11. Ausgabe bei und erstellte das Sustainable Palmoil Update (12., 13. und 14. Ausgabe).
  • Im Juni 2020 präsentierte Bappenas im Rahmen des Online-Seminars “Does Indonesia need to expand oil palm area?” die wichtigsten Ergebnisse der vom Projekt mitfinanzierten Studie "Abholzungsfreies Palmöl". Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Indonesien den inländischen und weltweiten Palmölbedarf seit 2018 ohne neue Torf- und Waldumwandlung decken kann.
  • Mit Unterstützung des Projekts wurde der Distrikterlass Nr. 287/2020 vom 20. April 2020 verabschiedet, welcher die indikative Karte für Berau legalisiert (83.000 ha Gebiete mit hohem Naturschutzwert (HCV) und hohem Kohlenstoffbestand (HCS) auf Flächen, die für die Entwicklung von Ölpalmen geeignet sind). Der Erlass fordert die für das Genehmigungsverfahren zuständigen Behörden auf, die indikativen HCV/HCS-Gebiete im Rahmen des Geschäftsgenehmigungsverfahrens zu berücksichtigen.
  • Die lokale Taskforce für Konfliktvermittlung des Distrikts Berau, die an Trainingsmaßnahmen des Projektes teilnahm, konnte in Zusammenarbeit mit der Konfliktlösungseinheit des Indonesischen Wirtschaftsrats für nachhaltige Entwicklung in einem Verhandlungsprozess zwischen Gemeinden und Ölpalmunternehmen eine vorläufige Einigung erzielen. In Folge wird es einer lokalen Gemeinde genehmigt, 384 ha Land innerhalb einer Konzessionsfläche für öffentliche Einrichtungen und landwirtschaftliche Flächen von 70 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu nutzen.
  • Fünf Dörfer haben 35 Interessengebiete für Verhandlungen mit neun Palmölfirmen identifiziert. Die Behörden der Bezirksregierung von Berau haben keine formalen Einwände gegen die Gemeindepläne der Dörfer in diesen Interessengebieten, in deren Rahmen die Gemeinden auch etwa 14.000 ha Waldland erhalten wollen.

Projektdaten

Länder:
Indonesien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • District Government of Berau - Indonesia
  • East Kalimantan Provincial Climate Change Center (DDPI) - Indonesia
  • Local Development Planning Agency Berau (BAPPEDA) - Indonesia
  • Ministry of Environment and Forestry (KLHK) - Indonesia
  • Ministry of Finance - Indonesia
  • State Ministry of National Development Planning (BAPPENAS) - Indonesia

Durchführungspartner:
  • Climate Policy Initiative (CPI)
  • The Nature Conservancy (TNC) - Indonesia

BMU-Förderung:
1.830.000,00 €

Laufzeit:
09/2017  bis  02/2022




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