Energieeffizienter Stadtteil Lemberg

Stand: November 2021

Alte Heizkraftwerke, ein altes Fernwärmenetz sowie unzureichend gedämmte Gebäude mit ineffizienten Heizungen führen vielerorts in der Ukraine zu einem hohen Energieverbrauch und damit zu hohen Emissionen und Kosten. Mit dem Modellprojekt soll der Stadtteil Sychiv in Lwiw zu einem Vorzeigequartier für Energieeffizienz entwickelt werden. Wohnungseigentümer erhalten organisatorische und technische Beratung, um ihre Sanierungsprojekte zu planen und durchzuführen. Ergänzend zu der nationalen Förderung des den ukrainischen Energieeffizienzfonds erhalten Wohnungseigentümer in Sychiv finanzielle Anreize zur Sanierung ihrer Gebäude. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf einkommensschwache Haushalte. Parallel wird der lokale Wärmeversorger unterstützt, seine Wärmenetze und Wärmeerzeugungskapazitäten dem gesunkenen Wärmebedarf anzupassen. Somit entsteht erstmals in der Ukraine ein energieeffizienter Stadtteil, der als Vorzeigemodell für andere Städte der Region dienen soll.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Am 10. Dezember 2018 fand eine politische Kick-off-Veranstaltung des Projekts in Lemberg statt. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), des ukrainischen Ministeriums für Regionalentwicklung, Bau, Wohnungs- und Kommmunalwirtschaft und der Oberbürgermeister der Stadt Lemberg teil. Alle Beteiligten bestätigten ihre Beiträge zu dem Vorhaben und unterstrichen die Bedeutung des Vorhabens als lokales Referenzprojekt für den nationalen Energieeffizienzfonds (EEF).
  • Zur energetischen Sanierung hat das Projekt zu folgenden Ergebnissen beigetragen:
    • Auswahl des Bezirkes Sychiw als Projektbezirk in Lemberg.
    • Informationsveranstaltungen für Wohnungseigentümergemeinschaften zu unterschiedlichen rechtlichen, administrativen und technischen Themen.
    • Schulung on-the-job von sechs Energieauditorinnen und Energieauditoren und Workshop für lokale Planungsbüros zur Vorbereitung komplexer thermischer Sanierungsprojekte für Mehrfamilienhäuser.
    • Unterstützung der Wohnungseigentümergemeinschaften: Teilnahme an Hauptversammlungen, Hilfe bei den Ausschreibungen, Auswahl und Steuerung von Planungsbüros und Antragsstellung.
    • Erstellung von Energieaudits für Mehrfamilienhäuser.
    • Im September 2021 haben drei Eigentümergemeinschaften die Bauarbeiten erfolgreich abgeschlossen und Zuschüsse erhalten. Die durchschnittliche erwartete Einsparung für diese abgeschlossenen Projekte beträgt 38% des mittleren Endenergieverbrauchs im Vergleich zu vor der Sanierung.
    • 12 Eigentümergemeinschaften, die im September 2020 ausgewählt wurden, haben sich erfolgreich für das „Energodim“ („Energieeffiziente Gebäude“) -Programm beworben. Drei davon haben den 2. Antrag an den EEF gestellt und zwei von ihnen haben mit den Bauarbeiten begonnen. Fünf weitere Eigentümergemeinschaften sind dabei, die Planungsdokumentationen fertigzustellen und werden in Kürze ebenfalls den 2. Antrag an den EEF stellen. Während der Planungsphase unterstützt das Projekt Planungsunternehmen technisch und berät sie, um die Qualität der Dokumente für Eigentümergemeinschaften, die am „Energodim“-Programm teilnehmen, sicherzustellen.
  • Zum Fernwärmesystem hat das Projekt zu folgenden Ergebnissen beigetragen:
    • Workshop mit den kommunalen Fernwärmeunternehmen, den Katasteramt und den städtischen Zentrums für Informationstechnologie.
    • Unterstützung zur Modernisierung des Fernwärmesystems im Stadtteil Sychiw und Beratung des lokalen Fernwärmenetzbetreibers zur strategischen Planung von Ausbau- beziehungsweise Rückbauszenarien.
    • Ausschreibung zur Beschaffung einer Modellierungssoftware nach Bedarf des kommunalen Fernwärmeversorgungsbetriebs und Erstellung eines Geographische Informationssystem (GIS)-codiertes Modell des Wärmeversorgungssystems. Dieses Modell bildet die Voraussetzung für eine digitale Modellierung und Berechnung des Fernwärmenetzes.
    • 180 km der Fernwärmeleitungen und entsprechende Vernetzungen des Stadtteils Sykhiw wurden in das GIS der Stadt Lwiw eingetragen und entsprechend in die DH.GIS Modellierungssoftware übertragen. Somit wurde eine Grundlage für das digitale Modell des Fernwärmenetzes gebildet. Fünf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Fernwärmebetriebes Lviv-teploenergo wurden in der Nutzung der Modellierungssoftware geschult.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Ukraine

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Communities and Territories Development - Ukraine

Durchführungspartner:
  • Lviv City Administration - Ukraine

BMU-Förderung:
5.000.000,00 €

Laufzeit:
10/2018  bis  09/2022


Internetauftritt(e):



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