Erhalt von besonders schützenswerten Primärwäldern und Altbeständen in ausgewählten Nationalparks der ukrainischen Karpaten - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Erhalt von besonders schützenswerten Primärwäldern und Altbeständen in ausgewählten Nationalparks der ukrainischen Karpaten

Stand: December 2020

Die ukrainischen Karpaten gehören zu den wenigen Orten in Europa, an denen noch sehr alte Wälder und sogar Urwälder zu finden sind. Allerdings sind diese Wälder von großflächiger Abholzung bedroht. Das Projekt unterstützt die Erweiterung von fünf bereits bestehenden Schutzgebieten, wodurch etwa 44.119 Hektar zusätzlich unter Schutz gestellt werden. Um eine effektive Naturschutzarbeit zu gewährleisten, erhalten die Mitarbeitenden der Schutzgebiete moderne Ausrüstung, Weiterbildung und technische Unterstützung, beispielsweise bei der Entwicklung von Managementplänen und Monitoringsystemen. Die lokale Bevölkerung profitiert dabei auf vielfältige Weise: das Projekt beinhaltet Entwicklungspläne und Finanzhilfen für die Gemeinden, direkte Unterstützung kleiner Unternehmen, die im Einklang mit den Naturschutzzielen arbeiten, sowie eine groß angelegte Informationskampagne zu Umweltthemen, die etwa 64.200 Menschen in 49 Dörfern erreichen wird.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

Erweiterung von Nationalparks oder Schutzgebieten:

  • Die Karten und Papiere zur strategischen Begründung der Schutzgebietserweiterungen um weitere schützenswerte Wälder sind in Bearbeitung.
  • Zurzeit haben die meisten Parkverwaltungen, die durch das Projekt gefördert werden, nicht die volle Kontrolle über ihre Schutzgebiete. Auch wenn diese Gebiete als Nationalparks oder Regionale Naturparks ausgewiesen sind, bleiben weite Teile davon in den Händen von Forstunternehmen, in Extremfällen bis zu 76%. Dies bedeutet, dass die Parkverwaltungen nicht die Befugnis haben, nicht nachhaltige forstwirtschaftliche Praktiken innerhalb dieser Gebiete zu verhindern. Das Projekt bemüht sich daher mit oberster Priorität um die Übertragung der permanenten Nutzungsrechte für alle Teile der Schutzgebiete an die Parkverwaltungen.

Verbessertes Biodiversitäts-Monitoring:

  • Das wissenschaftliche Monitoring in den Schutzgebieten soll verbessert und ausgebaut werden. Dazu wird gerade ein Konzept erarbeitet.
  • Eine ukrainisch-internationale Arbeitsgruppe wird das neue Monitoringprogramm einführen und betreuen.
  • Als Plattform zur Sammlung und Speicherung der Daten befindet sich das Spatial Monitoring and Reporting Tool (SMART) in der Testphase.

Ausbildung und Weiterbildung für Parkverwaltungen:

  • Selbst in den etablierten Schutzgebieten des Projektes mangelt es dem Personal an der Grundausrüstung und Ausbildung, die erforderlich sind, um ein Wildtiermonitoring nach internationalen Standards durchzuführen oder um die Gebiete wirksam und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben zu schützen. Zurzeit führt das Projektteam eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Ausrüstungen und Kapazitäten der Ranger durch, um auf Basis dessen zu entscheiden, wie die Projektressourcen am effizientesten eingesetzt werden.

Gemeindearbeit und Umweltbildung:

  • Das Projektteam entwickelt derzeit eine Studie zum Umweltbewusstsein der Bewohner im Umkreis der Schutzgebiete. Auf Grundlage der Umfrageergebnisse werden maßgeschneiderte Kampagnen und Bildungsprogramme entwickelt, um auf Wissenslücken und falsche Vorstellungen einzugehen. Das Ziel ist es Verständnis, Akzeptanz, Wertschätzung und ein Gefühl der Verantwortung für die Schutzgebiete bei der lokalen Bevölkerung zu erhöhen und ihr Zugehörigkeitsgefühl zu den Parks zu stärken.

Projektdaten

Länder:
Ukraine

Durchführungs­organisation:
Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V (ZGF)

Politische Partner:
  • Ministry of Environmental Protection and Natural Resources - Ukraine
  • State Forestry Agency of Ukraine (SFAU)

BMU-Förderung:
1.981.098,00 €

Laufzeit:
07/2019  bis  06/2024




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