Erhalt von besonders schützenswerten Primärwäldern und Altbeständen in ausgewählten Nationalparks der ukrainischen Karpaten - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Erhalt von besonders schützenswerten Primärwäldern und Altbeständen in ausgewählten Nationalparks der ukrainischen Karpaten

Stand: August 2020

Ziel und Maßnahmen

Die natürlichen Wälder der ukrainischen Karpaten sind von überregionaler Bedeutung, stehen aber unter großem Druck durch großflächigen Holzeinschlag. Das Projekt zielt darauf ab, Schutzgebiete in den ukrainischen Karpaten zu stärken und zu erweitern. Ein neu ausgewiesener Nationalpark mit 12.240 Hektar soll in seiner Etablierung unterstützt werden und vier weitere Schutzgebiete um rund 43.000 Hektar Wald erweitert werden. Für alle fünf Gebiete werden moderne Systeme zum Biodiversitäts-Monitoring nach internationalen Standards sowie Managementpläne erarbeitet oder aktualisiert. Für die umliegenden Gemeinden sozio-ökonomische Entwicklungspläne erstellt und umgesetzt, die sich aus einer überregionalen Strategie zur Entwicklung kleinerer und mittlerer Unternehmen mit Naturschutzbezug ableiten. Ziel ist die Schaffung von Einkommensmöglichkeiten in den Pufferzonen der fünf Projektgebiete. Etwa 64.200 Menschen in 49 Dörfern werden von Bildungs- und Informationsaktivitäten erreicht werden.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

Erweiterung von Nationalparks oder Schutzgebieten:

  • Die Karten und Papiere zur strategischen Begründung der Schutzgebietserweiterungen um weitere schützenswerte Wälder sind in Bearbeitung.
  • Zurzeit haben die meisten Parkverwaltungen, die durch das Projekt gefördert werden, nicht die volle Kontrolle über ihre Schutzgebiete. Auch wenn diese Gebiete als Nationalparks oder Regionale Naturparks ausgewiesen sind, bleiben weite Teile davon in den Händen von Forstunternehmen, in Extremfällen bis zu 76%. Dies bedeutet, dass die Parkverwaltungen nicht die Befugnis haben, nicht nachhaltige forstwirtschaftliche Praktiken innerhalb dieser Gebiete zu verhindern. Das Projekt bemüht sich daher mit oberster Priorität um die Übertragung der permanenten Nutzungsrechte für alle Teile der Schutzgebiete an die Parkverwaltungen.

Verbessertes Biodiversitäts-Monitoring:

  • Die Parameter für das verbesserte Biodiversitäts-Monitoring werden entwickelt.
  • Das neue Monitoring-Schema wird durch ein ukrainisch-internationales Team gemeinsam ausgeführt und überprüft werden.

Ausbildung und Ausrüstung von Angestellten der Partnerorganisationen:

  • Selbst in den etablierten Schutzgebieten des Projektes fehlt es den Mitarbeitern an Training und Grundausrüstung, um robustes Biodiversitäts-Monitoring oder effektiven Gebietsschutz gesetzesentsprechend ausführen zu können. Zurzeit führt das Projektteam eine Bestandsaufnahme der Schutzgebiete durch, um auf Basis dessen zu entscheiden, wie die Projektressourcen am effizientesten eingesetzt werden.

Einbindung von Gemeinden und ökologische Bildung:

  • Das Projektteam entwickelt derzeit eine Studie zum Umweltbewusstsein der Bewohner im Umkreis der Schutzgebiete. Zugeschnitten auf die Ergebnisse dieser Umfrage werden dann Kampagnen und Programme entwickelt, um auf Wissenslücken und falsche Vorstellungen einzugehen. Das Ziel ist es Verständnis, Akzeptanz, Wertschätzung und ein Gefühl der Verantwortung für die Schutzgebiete zu fördern.

Projektdaten

Länder:
Ukraine

Durchführungs­organisation:
Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858 e.V (ZGF)

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment and Natural Resources (MENR)
  • State Forestry Agency of Ukraine (SFAU)

BMU-Förderung:
1.981.098,87 €

Laufzeit:
07/2019  bis  06/2024




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