Initiative Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Stand: Juni 2021

Schwellenländer weisen ein starkes industrielles Wachstum auf, mit dem steigende Ressourcenverbräuche und Treibhausgasemissionen verbunden sind. Das Vorhaben hat G20-Schwellenländer dabei unterstützt, Maßnahmen und Strategien für gesteigerten Ressourceneffizienz und Klimaschutz zu entwickeln. Dazu stärkte es die Kompetenzen und Kapazitäten von Schlüsselakteuren im öffentlichen und privaten Sektor. Es förderte zudem den Wissens- und Erfahrungsaustausch mit und zwischen G20-Schwellenländern. Aufbauend darauf hat das Projekt die Zielländer dazu beraten, Potenziale für Ressourceneffizienz und Treibhausgasminderung zu identifizieren und zu nutzen. Die entsprechenden Strategien und Programme haben einen indirekten Beitrag zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge geleistet. In enger Zusammenarbeit mit dem BMU hat das Vorhaben den Beitrag von Ressourceneffizienz für Klimaschutz in internationalen Dialogprozessen und Foren, insbesondere auch im G20-Kontext, beworben und unterstützt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Das Projekt ist abgeschlossen.
  • Durch Präsenz- und Onlineschulungen, Studienreisen, Unterstützung von Potenzialstudien und Informations- und Dialogveranstaltungen wurde die Förderung von Ressourceneffizienz und Klimaschutz auf nationaler Ebene in drei G20-Ländern im öffentlichen Sektor und der Privatwirtschaft gestärkt. Die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen trug zudem dazu bei, die Potenziale der Ressourceneffizienz für den Klimaschutz in Schwellenländern auch international ins Blickfeld zu rücken.
  • Mehrere Informations- und Fortbildungsmaßnahmen mit Schlüsselakteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Mexiko, Argentinien und Indonesien mit insgesamt über 150 Teilnehmenden haben Bewusstsein und Kapazitäten zur Nutzung von Ressourceneffizienzpotenzialen für den Klimaschutz geschaffen. Die Veranstaltungen wurden u. a. vom Umweltbundesamt (UBA), dem International Resource Panel (IRP) und dem deutschen Zentrum für Ressourceneffizienz (VDI-ZRE) unterstützt.
  • Eine viertägige Studienreise für 25 Schlüsselakteurinnen und -akteure aus dem privaten und öffentlichen Sektor aus elf Schwellenländern im November 2018 bot eine Plattform zum Wissensaustausch und Netzwerken. Der Besuch des Europäischen Ressourcenforums erlaubte den Teilnehmern eine Anbindung an die aktuelle internationale Debatte.
  • In Argentinien, Mexiko und Indonesien wurde ein vom VDI ZRE entwickeltes Präsenztraining zu Ressourceneffizienz für kleinere und mittlere Unternehmen durchgeführt, pro Land lokale Trainerpools aufgebaut und 2019-2020 über 100 Unternehmensvertretende aus verschiedenen Branchen geschult (u. a. Textil- und Lebensmittelbranche). Das Training wurde als dreiteilige Online-Trainingsserie zu Ressourceneffizienz für KMUs vom VDI-ZRE im Februar und März 2020 mit über 200 Teilnehmern durchgeführt und ist über das Wissensportal Green Industry Plattform zugänglich.
  • Klimawandel und Ressourceneffizienz sind für sich stehend etablierte Handlungsfelder. Diskussionen zum quantifizierbaren Beitrag von Ressourceneffizienz- und insbesondere auch von Materialeffizienzmaßnahmen zum Klimaschutz haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Das Vorhaben unterstützte dabei, einen Diskussionsprozess mit Schlüsselakteuren aus Wissenschaft, Politik und von privatwirtschaftlichen Verbänden zum Thema für ausgesuchte Industriesektoren zu initiieren. Eine vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg durchgeführte Potenzialstudie entwickelte einen leicht anzuwendenden methodischen Ansatz, um das Potenzial von Ressourceneffizienzmaßnahmen für die Minderung von Treibhausgasemissionen aus der Perspektive der Wertschöpfungskette effektiver zu quantifizieren.
  • In Argentinien haben vom Vorhaben unterstützte Dialoge zwischen Privatunternehmern und dem Umwelt- bzw. Wirtschaftsministerium zu einem besseren gemeinsamen Verständnis dafür beigetragen, welche Politikmaßnahmen zur Förderung von industriellem Ressourcenschutz (und Klimaschutz) umsetzbar und zielführend sind. Ein gemeinsam entwickelter Online-Check ermöglicht es Unternehmen, ihre Beiträge zu Ressourcen- und Klimaschutz einzuschätzen. Zusätzlich wurde in enger Kooperation mit einem Wirtschaftsverband ein Handbuch zu Ressourceneffizienz für KMUs entwickelt und Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt.
  • Argentinien erarbeitet seit 2020 zusammen mit dem VN-Umweltprogramm eine nationale Strategie für nachhaltigen Konsum und Produktion. Als Beitrag dazu wurde über das Vorhaben eine detaillierte Hotspotanalyse für Argentiniens wirtschaftlich wichtigsten Industriesektor, den Lebensmittelsektor, finanziert. Der SCP-Hotspot-Analyseansatz identifiziert prioritäre Umweltbelastungen (Hotspots) von nicht-nachhaltiger Produktion anhand von Umwelt-, Sozial- und Handelsdaten und vermittelt politischen Entscheidungsträgern eine solide evidenzbasierte Datengrundlage für eine Neujustierung der nationalen SCP- und Klimapolitik.
  • Eine mit Unterstützung des Vorhabens erstellte Studie zu Ressourceneffizienzpotenzialen prioritärer Wirtschaftssektoren des mexikanischen Bundesstaates Guanajuato lieferte wichtige Grundlagen für die Verankerung von Ressourceneffizienz im Regierungsprogramm („Plan Estatal de Desarrollo Guanajuato 2040“). Zudem wurde durch die Studie ein regelmäßiger Dialog zwischen öffentlichem und dem Unternehmens-Sektor zur Förderung von Ressourceneffizienz in Unternehmen in Gang gesetzt, an dem auch Forschungseinrichtungen teilnehmen. Diese Studie wird komplementiert durch eine Kurzanalyse, die aufzeigt, welche Vorteile Ressourceneffizienz mexikanischen KMUs bieten kann. Ein gemeinsam mit dem mexikanischen Umweltministerium entwickeltes Handbuch zu Ressourceneffizienz und Klimaschutz sensibilisiert KMUs und gibt ihnen praktische Hinweise zur Identifizierung und Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen.
  • In Indonesien verfolgt das Umweltministerium das Ziel, Ressourceneffizienz stärker in andere Politikbereiche zu integrieren und einen vertieften Dialog mit verschiedenen Wirtschaftssektoren zu Ressourceneffizienz zu etablieren. Das Vorhaben hat mit Hintergrundstudien und einem interministeriellen Workshop dabei unterstützt, eine Bestandsaufnahme der Ansätze, Strategien und Regularien zu Ressourceneffizienz vorzunehmen und Politikempfehlungen für weitere Schritte zu formulieren. Des Weiteren wurde ein qualitatives Stimmungsbild des Privatsektors zu Bedarfen an Wissen, Kompetenzentwicklung und Förderansätzen zu Ressourceneffizienz als Grundlage für eine öffentlich-privaten Dialogreihe erhoben. Über das Ressourceneffizienzprogramm von UNIDO wurde ein Trainingskurs für Umweltprüfer im Textilsektor entwickelt, der Ressourceneffizienzstandards und -maßnahmen als Schlüsselkriterien für Nachhaltigkeitsbewertungen vermittelt.
  • Zur Förderung des internationalen Wissensaustausches zu Ressourceneffizienz und Klimaschutz diskutierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Privatsektor im Rahmen einer dreiteiligen Online-Webinarreihe (Juni bis September 2020) (1) Aspekte stabiler Lieferketten durch Ressourceneffizienz (2) die Zukunft von nachhaltigem, grünen Bauen und (3) neue, innovative Materialien als Chance und Herausforderung für KMUs in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die Webinarreihe erreichte über 800 Teilnehmer weltweit und ist über die Wissensplattform Green Industry Platform abrufbar.
  • Städte spielen eine immer größere Rolle beim ressourceneffizienten Management von Materialströmen. Das VN Umweltprogramm hat in Zusammenarbeit mit dem IRP und durch Unterstützung des Vorhabens einen Regionalbericht für Lateinamerika zum Materialfußabdruck von Städten und möglichen politischen Strategien für intelligentes Materialflussmanagement publiziert, der neue Wege für ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft auf kommunaler Ebene aufzeigt.

Projektdaten

Länder:
Argentinien, Indonesien, Mexiko

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Environment and Natural Resources (SEMARNAT) - Mexico
  • Ministry of Environment and Sustainable Development - Argentina*
  • State Ministry of National Development Planning (BAPPENAS) - Indonesia

Durchführungspartner:
  • United Nations Environment Programme (UN Environment)
  • United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) - Indonesia

BMU-Förderung:
3.000.000,00 €

Laufzeit:
09/2017  bis  02/2021


Internetauftritt(e):

Dokument(e):
Initiative Resource Efficiency and Climate Action (PDF | Englisch | 671 KB)



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