Integration des Agrarsektors in Nationale Anpassungsplanungsprozesse - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Integration des Agrarsektors in Nationale Anpassungsplanungsprozesse

Stand: October 2020

Ziel und Maßnahmen

Der Klimawandel bringt Temperaturanstiege, veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Extremwettereignisse mit sich. In Ländern, deren Lebensgrundlage von der Landwirtschaft abhängt, ist dies besonders kritisch. Das Vorhaben unterstützt die Projektländer darin, länderspezifische Anpassungsmaßnahmen im Agrarsektor zu identifizieren und in nationale Planungs- und Budgetierungsprozesse zu integrieren. Dazu erhöht es Wissen und Ressourcen in den relevanten Institutionen und entwickelt sektorangepasste Strategien. Zudem fördert es den Zugang der Partnerländer zu internationalen Geldern, beispielsweise aus dem Green Climate Fund für die Finanzierung von Klimaprojekten im Agrarsektor und berät sie bei einer gezielteren Verwendung der nationalen Mittel. Erfahrungen und modellhafte Ansätze im Bereich der Anpassung werden in den Partnerländern geteilt. Durch globale, regionale und nationale Foren sensibilisiert das Projekt für die Zusammenhänge von Klimawandelanpassung und Landwirtschaft.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Die elf Partnerländer des Programms haben 2019 planmäßig die letzten Länder-Aktivitäten durchgeführt. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Umwelt- und Landwirtschaftsministerien und wird durch UNDP und die FAO unterstützt.
  • Weitere, sehr ausführliche Details zum Fortschritt und einzelnen Aktivitäten in den Länder gibt es auf den Webseiten von UNDP und FAO: www.fao.org/… ; www.adaptation-undp.org/…

Kolumbien (abgeschlossen im Dezember 2019):

  • Das Programm unterstützte das Landwirtschaftsministerium mit Vulnerabilitäts- und Risikoanalysen sowie einem M&E System, bei der Erstellung des integralen Klimawandel Management Planes im Landwirtschaftssektor (Plan Integral de Gestión del Cambio Climático - PIGCC). Anpassungspraktiken wurden in einer Best-Practice-Datenbank dokumentiert: pnudpublic.linktic.com/…

Gambia (abgeschlossen im April 2020):

  • Ein NAP-Workshop, der im November 2019 in Banjul stattfand, wurde in Zusammenarbeit mit der Global Water Partnership organisiert, um Interessenvertreter im Landwirtschaftssektor und darüber hinaus zum NAP-Prozess zu konsultieren und die Vorbereitung eines NAP-Rahmens für die Landwirtschaft in Gambia einzuleiten, der im Rahmen eines Stakeholder-Workshops im Jahr 2020 validiert werden soll.

Guatemala (abgeschlossen im Dezember 2019):

  • Unterstützung der Umsetzung von Kapitel 3 (Landwirtschaft, Viehzucht und Ernährungssicherheit) und Kapitel 6 (Integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen) des guatemaltekischen NAP-Dokuments. Am 5. Dezember 2019 fand der Projektabschluss-Workshop statt, dessen Schwerpunkt auf den "Herausforderungen und Chancen für die Integration der Landwirtschaft in die nationalen Pläne zur Anpassung an den Klimawandel" lag. Eine Dokumentation über Anpassungspraktiken in nachhaltigen Landwirtschaftssystemen diente der Sensibilisierung der anwesenden Institutionen.

Kenia (abgeschlossen im September 2019):

  • Zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Programms wurden Mittel über UNITAR und GCF gehebelt. Das Programm unterstützte die Entwicklung des Kenya Climate Smart Agriculture Implementation Framework (KCSAIF 2018-2027), welcher im Oktober 2018 lanciert wurde, sowie die Entwicklung eines M&E Frameworks für seine Umsetzungsstrategie. Das Land hat bei der Umsetzung der landwirtschaftlichen Komponente seines NAP bedeutende Fortschritte gemacht.

Nepal (abgeschlossen im Juli 2019):

  • Das Landwirtschaftsministerium (Ministry of Agriculture and Livestock Development MoALD) und andere relevante Akteure haben eine Roadmap zur Fortführung der Integration von Landwirtschaft in den NAP Prozess diskutiert und beschlossen. Im Oktober 2018 wurde eine neue Methode zur Klassifizierung von Budgetausgaben zur Nachvollziehbarkeit von öffentlichen Ausgaben zur Anpassung an den Klimawandel im Landwirtschaftsektor finalisiert und soll ab dem nächsten Steuerjahr angewandt werden.

Philippinen (abgeschlossen im Dezember 2019):

  • Das Programm unterstützte das Landwirtschaftsministerium bei der Umsetzung des NAPs und bei der Überarbeitung des Modernisierungsplans für Landwirtschaft und Fischerei (AFMP); Schwerpunkt war die Entwicklung von Indikatoren für M&E zur Anpassung an den Klimawandel im Landwirtschaftssektor und Gender Mainstreaming. Vom 17.-19. Dezember 2019 wurden in Manila Workshops zur Ergebnissicherung und zum Abschluss des Projekts durchgeführt. Sie dienten dazu, die wichtigsten Ergebnisse und Errungenschaften zu nutzen und die Beziehung zwischen den Ergebnissen und dem Beitrag der NAP-Ag zu ermitteln. Der NAP-Ag-Fahrplan wurde im März 2020 fertiggestellt.

Thailand (abgeschlossen im September 2019):

  • Die Projektaktivitäten in Thailand wurden im September 2019 erfolgreich abgeschlossen. Das Programm unterstützte das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften (Ministry of Agriculture and Cooperatives, MoAC) bei der Umsetzung der Strategie durch eine verbesserte Priorisierung und Budgetierung von sektoralen Anpassungsmaßnahmen. Im Jahr 2019 trat eine neue Administration ihr Amt an, und es wurde keine Änderung des politischen Rahmens für den Klimawandel erwartet. Die Strategie des Landwirtschaftsministeriums zum Klimawandel (ASCCP) wird noch bis 2021 sektorspezifische Maßnahmen zum Klimawandel gestalten.

Uganda (abgeschlossen im Juli 2019):

  • Im November 2018 wurde der National Adaptation Plan for the Agriculture sector (NAP-Ag) lanciert, welcher durch das Projekt bei der Entwicklung des Performance Monitoring & Evaluation Frameworks unterstützt wurde. Der NAP enthält zudem ein Gender-Kapitel, was auch auf zahlreiche Trainings- und bewusstseinsstärkende Maßnahmen des Projektes zurückzuführen ist. Die Wertschätzung der Leistung des Projektes kommt nicht zuletzt durch eine offizielle Anfrage der nationalen Planungsbehörde an die FAO zum Ausdruck, in der die FAO gebeten wird, den Prozess der Integration von Anpassungsprioritäten in Ugandas dritten nationalen Entwicklungsplan und den daraus hervorgehenden Sektorstrategien der Landwirtschaft, Wasser, Umwelt, Energie, Gesundheit und Arbeit und Transport zu fazilitieren.

Uruguay (abgeschlossen im Dezember 2019):

  • Das Programm unterstützte das Ministerium für Viehzucht, Landwirtschaft und Fischerei (MGAP) bei der Formulierung des Nationalen Anpassungsplans für Klimawandel und Klimavariabilität in der Landwirtschaft, der am 18. September 2019 in Verbindung mit dem Abschlussworkshop offiziell vorgestellt wurde. Es wurde eine Reihe von Indikatoren (32) festgelegt, die als Metriken zur Verfolgung von Anpassung, Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit des Agrarsektors in Uruguay verwendet werden sollen. Um die Kontinuität über den IKI-Finanzierungszeitraum hinaus zu gewährleisten, hebelte das Projekt zusätzliche Mittel aus dem NAP Readiness Programme des GCF.

Vietnam (abgeschlossen im Juni 2019):

  • Das Programm unterstützte das Landwirtschaftsministerium (Ministry of Agriculture and Rural Development MARD) bei der Entwicklung von Risiko und Vulnerabilitätsanalysen und Monitoring Systemen für die Umsetzung des NDC und die Entwicklung des NAP sowie bei der Entwicklung eines GCF NAP Readiness Proposals. Eine Studie zur Entwicklung und Untersuchung eines Rahmenwerks zur Messung von klimawandelbedingten Verlusten und Schäden in Vietnams Landwirtschaftssektor wurde durchgeführt. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Vulnerabilitätsbewertung und der Kosten-Nutzen-Analyse unterstützte das Programm das MARD bei der Priorisierung von acht Investitionsprogrammen in den Landwirtschaftssektoren zur Unterstützung der NDC-Umsetzung. Es wurden nationale und provinziale Konsultationen in drei Provinzen organisiert (September 2019 - Feb 2020). Die prioritären Umsetzungs- und Investitionsprogramme des NDC werden derzeit ausgearbeitet und vor der Vorlage des überarbeiteten vietnamesischen NDCs im Juli 2020 auf einem nationalen Workshop vorgestellt.

Sambia (abgeschlossen im Juli 2019):

  • Das Programm unterstützte die Entwicklung einer Roadmap für einen NAP im Bereich Landwirtschaft und hat die Entwicklung eines GCF NAP Readiness Proposals unterstützt.

Das Projekt nahm 2019 an einer Vielzahl regionaler und internationaler Foren teil:

  • Die NAP Expo in Songdo im April 2019;
  • die Globale NDC-Konferenz in Berlin im Juni 2019;
  • der Workshop zum Lima Work Programme on Gender (LWPG) und seinen Gender Action Plan (GAP);
  • dem Koronivia-Dialog und anderen Veranstaltungen, die während der UNFCCC SB50 im Juni in Bonn sowie auf der COP25 im Dezember 2019 stattfanden;
  • das 36. Meeting der LEG in Nairobi im August 2019;
  • der LEG Training Workshop zu National Adaptation Plans in Nairobi im September 2019;
  • der dritte Koronivia Dialog der im September im FAO HQ in Rom stattfand.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Gambia, Guatemala, Kenia, Kolumbien, Nepal, Philippinen, Sambia, Thailand, Uganda, Uruguay, Vietnam

Durchführungs­organisation:
Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO); United Nations Development Programme (UNDP)

Partnerinstitution(en):
  • Department of Agriculture (DA) - Philippines, Ministry of Agriculture (MAGA) - Guatemala, Ministry of Agriculture - Kenya, Ministry of Agriculture and Fisheries (MGAP) - Uruguay, Ministry of Agriculture and Rural Development (MARD) - Viet Nam, Ministry of Agriculture and Rural Development - Colombia, Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning - ONEP - Thailand
  • Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO)

BMU-Förderung:
15.000.000,00 €

Laufzeit:
12/2014  bis  12/2020


Internetauftritt(e):



  • Twitter
  • Facebook
  • Google+