Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines Monitoring, Berichts- und Verifikationssystems für Treibhausgas-Emissionen in der Türkei - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Kapazitätsentwicklung zum Aufbau eines Monitoring, Berichts- und Verifikationssystems für Treibhausgas-Emissionen in der Türkei

Stand: October 2020

Ziel und Maßnahmen

Für effektive Minderungsprozesse und die Einführung von Marktmechanismen ist die Überwachung von Treibhausgasemissionen entscheidend. Das Projekt unterstützt deshalb das türkische Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung gezielt bei der Umsetzung des National Climate Change Action Plans (NCCAP). Dafür schafft es die Grundlagen für die Etablierung eines Systems für Monitoring, Berichterstattung und Überprüfung (MRV). Die Projektpartner richten die technisch-institutionelle Infrastruktur ein, entwickeln sektorspezifische Richtlinien und Rechtsvorgaben für MRV und erarbeiten Beiträge zur Politikgestaltung für ein Emissionshandelsystem (ETS). Nach dem Train-the-Trainers-Ansatz werden Multiplikatoren ausgebildet, die das Wissen in den zentralen Institutionen verbreiten. Perspektivisch schafft das Projekt so die Voraussetzungen für die Einführung eines nationalen ETS oder gegebenenfalls die Anbindung an das Europäische Emissionshandelssystem.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Seit Beginn des Projekts haben rund 1.000 Teilnehmer durch Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau die erforderlichen Fähigkeiten erworben, um Monitoring-Pläne und jährliche Emissionsberichte zu erstellen und einzureichen. Es wurde ein innovatives, maßgeschneidertes Datenmanagementsystem (DMS) entwickelt. Mit seinen Schlüsselmerkmalen Transparenz, Präzision und Vergleichbarkeit ermöglicht das DMS die Steuerung von Minderungsmaßnahmen und die Überwachung der Fortschritte bei der Erreichung von Klimazielen. Ein Schulungscurriculum für die Prüfer wurde in Übereinstimmung mit dem EU-ETS-System und ISO 14064 erstellt. Daher wurde die Infrastruktur für das Überprüfungssystem regelmäßig eingerichtet.
  • Mehr als 700 türkische Industrieanlagen übermitteln ihre Emissionsdaten an das DMS. Diese Anlagen sind für ungefähr 50 Prozent der CO₂-Emissionen in der Türkei verantwortlich. Etwa 250 Mt CO₂-Äquivalent, die jetzt vom türkischen MRV-System überwacht und abgedeckt werden. Für die Interessengruppen wurden mehrere türkei-spezifische Richtlinien erstellt, die sie in Bezug auf die MRV-Prozesse und die Navigation des DMS leiten.
  • Es wurden wirksame Sensibilisierungsveranstaltungen für Interessengruppen, öffentliche Institutionen und Branchenvertreter durchgeführt. Im Anschluss an das Pariser Abkommen wurde im Mai 2016 in Ankara eine hochrangige internationale Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Von Paris nach Antalya - Neues Klimaänderungsregime“ veranstaltet. Dies bot eine Plattform zur Sensibilisierung öffentlicher Akteure, der Zivilgesellschaft und von NROs in Bezug auf das Pariser Übereinkommen und national festgelegte Beiträge. Ende September 2016 fand in İzmir eine internationale Sommerschule statt, die sich mit der Implementierung und Verbesserung von MRV-Systemen befasste und an der Experten aus 10 Ländern der Region teilnahmen. Es wurde ein Erfahrungsaustausch mit Projekten aus der Ukraine und Tunesien unter Beteiligung der Partner auf hoher Ebene durchgeführt.
  • In der Broschüre “MRV in Practice - Experience in Turkey with designing and implementing a system for monitoring, reporting and verification of GHG emissions” wurden die Erfahrungen und Lehren vorgestellt, die aus dem Aufbau des maßgeschneiderten MRV-Systems für die Türkei gezogen wurden.
  • Mit der Generaldirektion Zivilluftfahrt des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur wurde eine Einigung über die Integration des Luftverkehrssektors in das bestehende Überwachungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungssystem (MRV) in der Türkei erzielt. Die Ministerien haben sich auf einen ehrgeizigen Aktionsplan geeinigt, der sowohl nationale als auch internationale Emissionen abdeckt, eine Rechtsgrundlage für die Verpflichtung der Luftfahrtunternehmen zur Teilnahme am MRV-System schafft und die Kompensation im Rahmen des CORSIA-Programms (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) umfasst. Das wichtigste Ergebnis wird das Datenmanagementsystem sein, das nach gründlichen Tests in einer freiwilligen Pilotphase übergeben wird.
  • Um die Qualität der Emissionsdaten und der zugrundeliegenden Prozesse zu verbessern, wurde im Juni 2019 eine umfassende Lückenanalyse und Konsultation der Interessengruppen eingeleitet. Erste Empfehlungen für die Änderung des Rechtsrahmens, einiger Schlüsselprozesse und des DMS sind in Vorbereitung. Alle relevanten Interessengruppen erhalten Leitlinien und Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau, damit die Änderungen wirksam werden.
  • Es wurde ein erster Zielsektor für die Entwicklung von Benchmarkvorschlägen ermittelt und ein detaillierter Vorschlag für die Benchmarking-Arbeit vorgelegt. Die Arbeit konzentriert sich auf den Kapazitätsaufbau für das Umweltministerium, um herauszufinden, wie Benchmarks gesetzt und zwischen verschiedenen Benchmark-Optionen ausgewählt werden kann. Das Vorhaben unterstützt auch Anlagen und Industrieverbände bei ihren Bemühungen, ihre Kohlenstoffintensität mit der lokaler und internationaler Wettbewerber zu vergleichen und sich auf die Risiken und Chancen vorzubereiten, die sich aus der Einführung von Kohlenstoffpreisen ergeben. (Stand Januar 2020)

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Türkei

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH - Turkey

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment and Urbanisation (MoEU) - Turkey
  • N.N.

BMU-Förderung:
5.425.000,00 €

Laufzeit:
10/2013  bis  04/2021


Internetauftritt(e):



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