Klimafreundliche Technologien und Capacity Development zur Umsetzung der nationalen Abfallpolitik in Brasilien (ProteGEER)

Stand: July 2020

Ziel und Maßnahmen

Brasilien hat 2010 eine fortschrittliche Abfallpolitik verabschiedet. Dennoch nehmen die Treibhausgasemissionen aus dem Abfallsektor weiter zu. Das Vorhaben verbessert die Rahmenbedingungen zur Nutzung der Klimaschutzpotenziale in diesem Bereich. Dafür werden klimarelevante Kriterien in Vorschriften, Regularien, Gesetze usw., die die Ministerien erlassen, integriert. Ergänzend werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen und des Privatsektors geschult und Entscheidungshilfen für die Gemeinden bereitgestellt, damit diese klimawirksame Abfallwirtschaftsmaßnahmen planen und umsetzen („Capacity Development“). Das Vorhaben unterstützt die Integration von klimafreundlichen Abfallwirtschaftsmaßnahmen in Studiengänge sowie den Aufbau eines deutsch-brasilianischen Forschungs- und Beratungsnetzwerks. So trägt es dazu bei, eine klimagerechte und innovative Abfallpolitik nachhaltig zu verankern.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • In Zusammenarbeit mit sechs Partnerhochschulen wurden elf Forschungsprojekte zu nachhaltiger Abfallwirtschaft bei verschiedenen Trägern in Brasilien (CAPES, FINEP und FDD) und in Deutschland (BMBF und DAAD) eingereicht.
  • Drei Partneruniversitäten haben Projektvorschläge zu klimafreundlichen Abfallmanagementinstrumenten und Behandlungstechnologien bei der brasilianischen Innovations- und Forschungsförderungseinrichtung FINEP eingereicht.
  • Vier Partneruniversitäten reichten fünf Projektvorschläge bzw. Förderanträge beim Fundo Difuso, einem Fördermechanismus, der sich aus juristischen Strafzahlungen speist, zu projektrelevanten Themen ein.
  • Kooperationsvereinbarungen mit fünf Partneruniversitäten und der Landesforschungsanstalt des Bundesstaates Ceará (NUTEC) unterzeichnet, Verhandlungen zum Beitritt zum dt.-bras. Forschungs- und Beratungsnetzwerk mit zwei weiteren Unis aufgenommen.
  • 16 Pilotgemeinden in Ceará, Minas Gerais und Mato Grosso wurden zu den Themen regionale Abfallwirtschaftspläne, Abfalltarife und abfallwirtschaftliche Finanzierung fortgebildet und beraten.
  • Integration des Kreislaufwirtschaftskonzeptes in die Veröffentlichung einer Ausschreibung des Umweltministeriums für Investitionszuschüsse im Abfallbereich (ca. 7 Mio Euro).
  • Die öffentliche Anhörung zum PLANSAB (Nationaler Plan für die sanitäre Grundversorgung) wurde im April abgeschlossen. Klimakriterien wurden integriert.
  • Schulungen von mehr als 300 Schlüsselakteurinnen und -akteuren des Förderfonds FEP durchgeführt.
  • 140 Mitarbeitende im Pilotprojekt im Bundesstaat Paraná im März 2019 geschult.
  • Hochrangige Delegationsreise nach Deutschland: Abteilungsleiter für Umweltqualität (MMA) André França, Unterabteilungsleiterin Finanzierung von Projekten im Wasser-, Abwasser- und Abfallbereich des MDR Luciana Capanema, und Kompetenzfeldleiter für Technologieentwicklung und Innovation des MCTIC Eduardo Soriano Lousada besuchten u.a. den Waste-to-Resources-Kongress in Hannover (Mai 2019).
  • Mehr als 50 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Fachkräfte durch Fortbildung beim Jahreskongress des Verbandes ABES (Associação Brasileira de Engenharia Sanitária e Ambiental) im Juni 2019 erreicht.
  • Gemeinsam mit MDR und MMA entwickelte Plattform "Finanzierungsmöglichkeiten für die kommunale Abfallwirtschaft" online.
  • Präsentation des Plans zur Deponiegasnutzung der Pilotgemeinde Brasília beim Business-matchmaking der AHK Rio de Janeiro.
  • Kongress zu Klimafinanzierung für städtische Abfallwirtschaft im Juli 2019 in Brasilia.

Projektdaten

Länder:
Brasilien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Regional Development - Brazil
  • Ministry of Cities Brazil,Ministry of Environment - Brazil,Technische Universität Braunschweig

Laufzeit:
05/2017  bis  04/2021


Internetauftritt(e):



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