Kolumbien: Schutzgebiete und Frieden - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Kolumbien: Schutzgebiete und Frieden

Stand: Oktober 2021

Landnutzungs- und Landbesitzkonflikte gefährden zahlreiche Ökosysteme in Kolumbien. Eine Verringerung oder Lösung/Transformation der Konflikte trägt daher nicht nur zum Frieden, sondern auch zum Schutz der Biodiversität bei. Das Projekt trägt dazu bei Landnutzungs- und Landbesitzkonflikte zu verringern oder zu lösen/transformieren und verbessert somit das Management von Schutzgebieten. Das Vorhaben identifiziert Ursachen der Entwaldung und führt ein System zur Überwachung von Entwaldung ein. Zudem stärkt es Pläne für eine nachhaltige Landnutzung, verbessert Kapazitäten zur Konfliktlösung und erarbeitet Lösungsansätze. Durch den Dialog mit Bäuerinnen und Bauern stärkt es die institutionellen Rahmenbedingungen für Schutzgebiete . Ergänzend mobilisiert das Projekt öffentliche und private Gelder für Biodiversitätsschutz und setzt diese ein. Parallel dazu verbessert es die Lebensbedingungen der Kleinbäuerinnen und -bauern sowie der Landlosen vor Ort und leistet somit ein weiterer Beitrag für den Erhalt des Friedens geleistet.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Eine Analyse zu Bodendegradation und Entwaldungstreibern für jedes der sechs Schutzgebiete des Projekts ist in Arbeit und wird bis Juli 2021 fertiggestellt werden. Diese Studie wird mit der führenden kolumbianischen Organisation für Entwaldungsanalysen, der „Fundación para la Conservación y el Desarrollo Sostenible“, erarbeitet.
  • Ein virtueller Workshop zum Thema „Parks & Peace: improving protected area management and territorial governance, addressing the causes of deforestation and degradation in Colombia“ wurde durchgeführt (03/2020).
  • Ein Stakeholder-Mapping wurde erstellt und Dialogplattformen wurden für jedes Schutzgebiet identifiziert. Gemeinde-Workshops wurden virtuell durchgeführt und Kommunikationsmaterialien ausgearbeitet. Das methodische Design für ein umfassendes Capacity-Building- und Trainingsprogramm (einschließlich Verhandlungstraining) für die Zielgruppen wurde entworfen und Kriterien für die Auswahl von Familien und Gemeinden, die Teil der Schutzvereinbarungen sein werden, wurden mit dem Schutzgebietsmanagement erarbeitet.
  • Ein regionales und acht lokale Planungsinstrumente wurden entwickelt, in denen das Management von Schutzgebieten und die Fragen von Nutzung, Besetzung und Besitz effektiv integriert wurden.
  • Eine erste Identifizierung von Produkten mit Potenzial für Geschäftsmodelle (Kakao, Honig und Ökotourismus) wurde durchgeführt sowie die Identifizierung von potenziellen Wiederherstellungsparzellen.
  • Zehn potenzielle Finanzierungsmechanismen wurden identifiziert und eine Strategie zur Förderung der Beteiligung des Privatsektors ist in Planung.
  • Der letzte Tag der Genfer Friedenswoche (11/2020) war ganz den Themen der ökologischen Friedensförderung gewidmet. Das IKI-Projekt Parks & Peace des WWF wurde in der Session „Conservation and Peacebuilding: Towards greater collaboration“ als ein gutes Beispiel für Naturschutz- und Friedensförderungsarbeit vorgestellt.
  • „Voices for Peace and Conservation, the Podcast“ versucht, die Geschichten und Praktiken von Gemeinden, Organisationen und Einzelpersonen, die an der Schnittstelle von Frieden und Naturschutz arbeiten, sichtbar zu machen. Der Podcast ist eine Zusammenarbeit zwischen der PeaceNexus Foundation, IUCN, WWF-Deutschland und Conservation International. Das Projekt Parks & Peace wird in Folge drei vorgestellt: „Guerrilla Fighter to Environmental Peacekeeper“. Die Episode erzählt die Geschichte von Isabela, einer jungen Frau und ehemaligen Guerillakämpferin, die im bewaffneten Konflikt in Kolumbien aktiv gekämpft hat und sich mit dem Friedensabkommen und dem Übergang des Landes zur Demokratie im Umweltschutz engagiert. Außerdem gibt es eine Podcast-Episode mit dem ehemaligen kolumbianischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger 2016 Juan Manuel Santos, in der er seine exklusive Sichtweise und Erfahrung über die Verbindungen zwischen Naturschutz und Friedensförderung darlegt.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Kolumbien

Durchführungs­organisation:
World Wide Fund for Nature (WWF) - Germany

Politische Partner:
  • Ministry of Environment and Sustainable Development (MADS) - Colombia
  • Parques Nacionales Naturales de Colombia

BMU-Förderung:
4.018.000,00 €

Laufzeit:
07/2019  bis  12/2022




Meldungen zum Projekt

05.06.2020Kolumbien: Hotspot der Artenvielfalt
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