Konsolidierung des brasilianischen Systems von Naturschutzgebieten (SNUC) - LifeWeb - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Konsolidierung des brasilianischen Systems von Naturschutzgebieten (SNUC) - LifeWeb

Stand: April 2020

Ziel und Maßnahmen

In Brasilien finden sich rund 20 Prozent der auf der Welt lebenden Arten. Um dieses Naturerbe zu erhalten, gibt es das Nationale System von Naturschutzgebieten (SNUC). Die geschützte Fläche ist aktuell etwa vier Mal so groß wie Deutschland. Das Projekt verbessert die strategische Steuerung des SNUC durch das Umweltministerium. Es optimiert das Management und die Abstimmungsprozesse der für die SNUC-Verwaltung zuständigen Organisationen. Dies geschieht sowohl auf föderaler, als auch auf bundesstaatlicher Ebene. Handreichungen unterstützen die Erstellung von Managementplänen. Zudem verbessert die Entwicklung und Anwendung geeigneter Instrumente wie beispielsweise Kompensationszahlungen die Finanzierung des SNUC nachhaltig. Strategische Kommunikationsmaßnahmen sollen die Wertschätzung der Naturschutzgebiete für den Biodiversitätsschutz in der brasilianischen Bevölkerung, der Wirtschaft sowie in Regierungsstellen steigern.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Mehr als 40 Schlüsselakteurinnen und -akteure auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene wurden im Rahmen einer umfassenden Capacity-Development-Strategie im Bereich Ergebnisorientiertes Management ausgebildet: neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden als Multiplikatoren geschult. Insgesamt konnten mehr als 400 Personen im Ergebnisorientiertem Management trainiert und das Ausbildungsprogramm in der nationalen Schutzgebietsakademie institutionalisiert werden.
  • Hinsichtlich der Beratungsleistung zu den Emendas Parlamentares wurde eine Handreichung für Parlamentarierinnen und Parlamentarier sowie ein Handbuch zur Mobilisierung erstellt (mma.gov.br/…:sistema-nacional-de-unidades-de-conservação-snuc-–-lifeweb-folder,-cartilha-e-manual).
  • Mit dem Ziel, den für die Koordination des SNUC notwendigen Austausch zwischen DAP/MMA, ICMBio und den Umweltbehörden der Bundesländer zu verbessern, wurde das "Forum der Leiter" eben dieser Behörden auf dem IX. Brasilianischen Schutzgebietskongress (CBUC, 31.07.-02.08.18 in Florianópolis) reaktiviert. Bereits am 21.09.18 fand das zweite Treffen statt, an dem neben DAP und ICMBio Vertreterinnen und Vertreter aus 19 Bundesstaaten teilnahmen.
  • Das Informations- und Monitoringsystem für private Schutzgebiete (SIMRPPN) wurde mit Unterstützung des Vorhabens aktualisiert und verbessert. Durch die Neuerungen können neben der föderalen Ebene nun erstmals auch Bundesstaaten und Munizipien private Schutzgebiete registrieren und die entsprechenden Informationen selbst verwalten. Dies trägt zu einer gesteigerten Transparenz und Stärkung des SNUC und der nachgeordneten Behörden bei, die am Management dieser Schutzgebietskategorie beteiligt sind.
  • Am 22.11.18 startete der inzwischen vierte mit 2.000 Einschreibungen wiederum ausgebuchte Durchgang des vom Vorhaben entwickelten Onlinekurses zur Berechnung von Umweltkompensationszahlungen für Unternehmen mit signifikanter Umweltbelastung.
  • Im Mai 2019 endete der erste Durchgang des vom Projekt entwickelten Online-Kurses zur Ausarbeitung von Managementplänen für Schutzgebiete mit großem Erfolg (www.mma.gov.br/…ção.html). 714 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlossen den Kurs mit einem Zertifikat ab.
  • Am 21. Juli 2019 fand zum zweiten Mal die vom Vorhaben unterstützte Kampagne „Ein Tag im Park“ (Um dia no Parque) statt, welche von einem Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen organisiert wurde. Ziel der Kampagne ist es, die brasilianische Bevölkerung für die Bedeutung von Schutzgebieten zu sensibilisieren und sie dazu zu animieren, diese zu besuchen. Insgesamt 231 Schutzgebiete nahmen teil. Die mehr als 10.000 Fotos, die Besucher aus dem ganzen Land in sozialen Netzwerken veröffentlichten, sprechen für den Erfolg der Kampagne (www.umdianoparque.net). Über 130 Partner im ganzen Land unterstützten die Kampagne, darunter das ICMBio, staatliche und kommunale Umweltagenturen.
  • Im September 2019 startete ein neuer Trainingsdurchgang zur Anwendung des webbasierten Instruments „Analyse und Monitoring des Managements von Schutzgebieten (SAMGe)“ (samge.icmbio.gov.br). Die Nutzung des mit Unterstützung des Vorhabens entwickelten Instruments steht nun erstmals auch Managerinnen und Managern kommunaler Naturschutzgebiete offen.

Projektdaten

Länder:
Brasilien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment - Brazil
  • Chico Mendes Institute for Biodiversity Conservation - Brazil

BMU-Förderung:
6.680.000,00 €

Laufzeit:
03/2013  bis  08/2021


Internetauftritt(e):



  • Twitter
  • Facebook
  • Google+