Mainstreaming von biologischer Vielfalt in die Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Mainstreaming von biologischer Vielfalt in die Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel

Stand: Oktober 2021

Tropische Früchte werden entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette nur selten nachhaltig und ökologisch produziert. Das Vorhaben unterstützt die Integration von Biodiversitätsaspekten und Ökosystemleistungen in die Wertschöpfungsketten von Bananen und Ananas. Dazu werden Pilotfarmen identifiziert, die mit Praxisbeispielen verdeutlichen, wie Biodiversitätskriterien in Zertifizierungen und Beschaffungsrichtlinien von Unternehmen integriert werden können. Ergänzend entwickelt das Vorhaben einen Biodiversity-Check und ein Trainingsprogramm für Unternehmen. Zudem unterstützt ein Biodiversitäts-Innovationsfonds Produzenten dabei, biodiversitätsfreundlichere Maßnahmen zu erproben. Die Akzeptanz der höheren Verbraucherpreise für biodiversitätsfreundlich produzierte Bananen und Ananas wird gefördert. Die Erfahrungen werden systematisch aufbereitet und auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene verbreitet.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • In Costa Rica wurde mit der Naturschutzbehörde SINAC die Entwicklung eines Grünen Siegels (insignia verde) vereinbart, das Betriebe mit besonders biodiversitätsfreundlicher Produktion auszeichnet. Voraussetzung ist die erfolgreiche Umsetzung eines Aktionsplans basierend auf dem Biodiversity Check Agricola (BCA).
  • Über eine durch das Vorhaben vermittelte Kooperation zwischen Nicofrutta in Costa Rica und ASOPROPIMOPLA in der Dominikanischen Republik konnte dieser vor allem aus Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern bestehende Erzeugerverband erstmals Ananas per Schiffstransport nach Europa liefern. Bisher exportierte der Verband lediglich Flugananas, deren Transport mit hohen Emissionen verbunden ist. Nicofrutta unterstützte den Verband dabei, gleichbleibende Qualitätsstandards auch bei größeren Containermengen zu erfüllen und die Haltbarkeit der Früchte zu verbessern.
  • 79 Plantagen und in Kooperativen organisierte Kleinproduzentinnen und Kleinproduzenten in beiden Implementierungsländern wenden inzwischen den BCA an. 17 von ihnen haben bereits alle Schritte des BCA durchlaufen und setzen die Maßnahmen aus den daraus resultierenden Aktionsplänen um. Insgesamt erreicht das Vorhaben mit seinen Kooperationen eine Gesamtfläche von 18.885 Hektar. Eine digitale App zum Monitoring der Aktionspläne („BPApp“) läuft bereits in der Testphase und wurde im April den Erzeugerinnen und Erzeugern zur Verfügung gestellt.
  • Mit zwei Supermarktketten in Costa Rica (Auto Mercado und Fresh Market) wird ein freiwilliges Aufpreis-System für Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf von Ananas und Bananen verhandelt. Die Idee ist, dass Kundinnen und Kunden entscheiden können, ob sie an der Kasse einen Aufpreis zur Finanzierung von Biodiversitätsmaßnahmen der Erzeugerinnen und Erzeuger des gekauften Produktes entrichten wollen. Sie werden so auf die Thematik aufmerksam gemacht.
  • Die Designs für die Verbraucherkampagne in Deutschland befinden sich in der Feinabstimmung mit kooperierenden Supermärkten und Standards. Die Kampagne startet in diesem Jahr in den sozialen Netzwerken und soll 2022 am Point-of-sale in den Supermärkten laufen.
  • Um auch während der Pandemie Fortbildungen zu den Instrumenten des Vorhabens anzubieten, wurde das virtuelle Trainingsprogramm fortgesetzt. Insgesamt haben 515 Teilnehmende aus 74 Organisationen an den Online-Seminaren zum BCA für landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater sowie zu weiteren innovativen Themen wie etwa der Bewertung von Klimarisiken im Bananenanbau teilgenommen. Es wird allerdings deutlich, dass in wichtigen Bereichen Präsenzveranstaltungen und persönliche Treffen nicht zu ersetzen sind, etwa für die institutionelle Verankerung der Instrumente.
  • Aus den vier Ideenwettbewerben (zwei pro Land) befinden sich inzwischen 27 Projekte in der Umsetzung, mit denen insgesamt 559.283 Euro an privatem Beitrag gehebelt werden wird.
  • Das lokale Komitee des Grünen Korridors Azua in der Dominikanischen Republik wurde im November über digitale Formate im Aufbau einer Organisationsform zur Koordinierung des Korridors beraten. Es wurde entschieden, sich als Verein zu konstituieren und damit eine Rechtsform aufzusetzen, welche die Mobilisierung und Verwendung finanzieller Mittel ermöglicht. Die Umsetzung wird derzeit allerdings durch Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren verzögert. Zudem wurde die Gruppe soweit möglich digital bei der Auswahl eines geografischen Abschnitts am unteren Verlauf des Flusses Jura beraten, in dem die vom Vorhaben unterstützten Biokorridor-Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Anschlussaktivitäten benötigen nun einen Besuch vor Ort und sind daher verzögert.
  • Zum Biokorridor Ruta los Malecu in Costa Rica waren punktuelle Reisen möglich, daher wurden die Planungen mit den lokalen Stakeholderinnen und Stakeholdern konkretisiert. Es ist vorgesehen, die ökologische Konnektivität zwischen den Anbauregionen für Ananas und dem Schutzgebiet Cano Negro zu verbessern, das als Habitat für Zugvögel bekannt ist.

Projektdaten

Länder:
Costa Rica, Dominikanische Republik (Dom Rep)

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Agriculture - Dominican Republic
  • Ministry of Agriculture and Livestock - Costa Rica
  • Ministry of Environment and Energy (MINAE) - Costa Rica
  • Ministry of Environment and Natural Resources - Dominican Republic

Durchführungspartner:
  • Asociación de Productores de Pina de Cevicos (APROPIC)
  • Asociación Dominicana de Productores de Banano (ADOBANANO)
  • Biodiversity Partnership Mesoamerica (BPM)
  • Cámara Nacional de Productores y Exportadores de Pina
  • Collaborating Centre for Sustainable Consumption and Production
  • Corporación Bananera Nacional (CORBANA)
  • Foundation for the Development of the Central Volcanic Range (FUNDECOR)
  • Global Nature Fund (GNF)
  • ISEAL Alliance
  • Latin American and Caribbean Network of Fair Trade Small Producers and Workers (CLAC)
  • Ministry of Agriculture - Dominican Republic
  • Ministry of Agriculture and Livestock - Costa Rica
  • Ministry of Environment and Natural Resources - Dominican Republic
  • National System of Conservation Areas (SINAC) - Costa Rica

BMU-Förderung:
5.000.000,00 €

Laufzeit:
11/2018  bis  10/2022


Internetauftritt(e):



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