Nachhaltige und klimafreundliche Palmölproduktion und -beschaffung - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Nachhaltige und klimafreundliche Palmölproduktion und -beschaffung

Stand: März 2021

Der weltweite Bedarf an Palmöl ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Entsprechend hat in Ländern wie Indonesien oder Thailand der Anbau von Ölpalmen zugenommen, was häufig zu ökologischen Problemen und sozialer Ungerechtigkeit führt. Das Vorhaben unterstützt Stakeholder in den Partnerländern dabei, nachhaltige und klimafreundliche Anbaupraktiken unter Kleinbauern zu verbreiten, Flächenerträge zu steigern und Zertifizierung nach international anerkannten Standards zu erreichen. In beiden Ländern profitieren Kleinbauern, Ölmühlen und die Regierung von Schulungsprogrammen. In Indonesien erarbeiten Stakeholder einer Pilotregion einen Landnutzungsplan mit geschützten sowie potenziell für den Ölpalmanbau geeigneten Gebieten. Um die Nachfrage nach Produkten mit zertifiziertem Palmöl in Deutschland zu steigern, entwickelt das Projekt Beschaffungsrichtlinien für Pilot-Kommunen. Zudem werden Verbraucherplattformen adressiert, um das Bewusstsein für nachhaltig produziertes Palmöl zu erhöhen. /
Vorgängerprojekt(e)
Nachhaltige Palmölproduktion für Bioenergie

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

Indonesien:

  • Das Planungsministerium BAPPENAS wird vom Projekt bei der Entwicklung technischer Richtlinien für einen jurisdiktionalen Ansatz in der Palmölerzeugung unterstützt. Dieser beinhaltet Policies für den Schutz von Flächen mit hohem ökologischen Erhaltungswert in Raumordnungsplänen.
  • Im September 2019 schlossen der Gouverneur der Provinz Ost-Kalimantan und der Präsident des Regierungsbezirks East-Kutai ein Kooperationsabkommen mit der GIZ zur Unterstützung von Kleinbauern im nachhaltigen Ölpalmanbau.
  • Vier der vom Vorhaben unterstützten Gemeinden in Ost-Kalimantan haben in der Raumordnungsplanung 9.400 ha als Schutzgebiete ausgewiesen, von denen 1.400 ha zuvor für Ölpalmplantagen ausgewiesen waren. Die Palmöl-Kleinbauern-Kooperativen dieser Gemeinden bewirtschaften 2.700 ha und werden vom Projekt auf die Zertifizierung durch die Siegelorganisationen ISPO und RSPO vorbereitet.
  • Mit Unterstützung des Vorhabens können zunehmend Daten zu Flächennutzung und Palmölproduktion auf der Website des Regierungsbezirks East-Kutai eingesehen werden: data.kutaitimurkab.go.id
  • Eine Onlineplattform für Kleinbäuerinnen und -bauern im Ölpalmanbau bietet nun erstmalig Fernkurse für die Vorbereitung auf die Zertifizierung nach dem Nachhaltigkeitsstandard RSPO an.

Thailand:

  • Thailand verbraucht einen Großteil seines produzierten Palmöls selbst. Für nachhaltiges Palmöl herrscht weder bei Händlern noch bei Verbrauchern ein Bewusstsein. Das Vorhaben hat mehrere Maßnahmen ergriffen die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen.
  • Eine Online-Kampagne zu nachhaltigem Palmöl über soziale Medien wie Facebook und LinkedIn wurde gestartet.
  • “i-PALM”: Das Projekt hat eine spezielle App für Palmölbäuerinnen und -bauern entwickelt. Mit deren Hilfe können sie ihre Erträge steigern, während sie gleichzeitig Ressourcen schonen und Treibhausgase einsparen. Sie werden damit auch auf ihrem Weg zur Zertifizierung nach dem Nachhaltigkeitsstandard RSPO begleitet.

Deutschland:

  • Hannover geht als Vorreiterkommune für nachhaltiges Palmöl voran. Eine Kooperation zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Hannover zielt auf Beschaffung von Palmölprodukten ausschließlich aus zertifiziertem Anbau. Hannover schließt zukünftig als erste Modelkommune in Deutschland konventionelles Palmöl vom Einkauf strikt aus. Damit wird auch in Deutschland der Regenwaldzerstörung und Menschenrechtsverletzungen entgegnet. www.duh.de/…
  • Die DUH ruft weitere deutsche Städte, Gemeinden und Kommunen auf, sich kostenfrei zu nachhaltigem Palmöl in der öffentlichen Beschaffung beraten zu lassen. Die Termine finden im Rahmen der „Tour des Palmölbotschafters“ ab Ende 2020 bis August 2021 statt. Anmeldungen sind ab sofort unter: Kickler@duh.de willkommen.
  • Die DUH veröffentlichte am 20.03.2020 eine Pressemitteilung zu nachhaltigem Anbau von Palmöl: www.duh.de/…
  • Am 2. November 2020 findet ein Runder Tisch zu „Zertifiziertes Palmöl in Futtermitteln“ statt. Dabei sollen die Akteure entlang der Lieferkette tierischer Erzeugnisse die schnellstmögliche Umstellung auf entwaldungsfreies Palmöl erörtern.

Projektdaten

Länder:
Indonesien, Thailand

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Agriculture - Indonesia
  • Ministry of Agriculture and Cooperatives - Thailand

Durchführungspartner:
  • Deutsche Umwelthilfe e.V.
  • Ministry of Agriculture and Cooperatives, Department of Agriculture - Thailand
  • Yayasan Konservasi Khatulistiwa Indonesia (YASIWA)

BMU-Förderung:
5.200.000,00 €

Laufzeit:
09/2018  bis  09/2022


Internetauftritt(e):



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