Nachhaltige und klimafreundliche Palmölproduktion und -beschaffung

Stand: Oktober 2021

Der weltweite Bedarf an Palmöl ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Entsprechend hat in Ländern wie Indonesien oder Thailand der Anbau von Ölpalmen zugenommen, was häufig zu ökologischen Problemen und sozialer Ungerechtigkeit führt. Das Vorhaben unterstützt Stakeholder in den Partnerländern dabei, nachhaltige und klimafreundliche Anbaupraktiken unter Kleinbauern zu verbreiten, Flächenerträge zu steigern und Zertifizierung nach international anerkannten Standards zu erreichen. In beiden Ländern profitieren Kleinbauern, Ölmühlen und die Regierung von Schulungsprogrammen. In Indonesien erarbeiten Stakeholder einer Pilotregion einen Landnutzungsplan mit geschützten sowie potenziell für den Ölpalmanbau geeigneten Gebieten. Um die Nachfrage nach Produkten mit zertifiziertem Palmöl in Deutschland zu steigern, entwickelt das Projekt Beschaffungsrichtlinien für Pilot-Kommunen. Zudem werden Verbraucherplattformen adressiert, um das Bewusstsein für nachhaltig produziertes Palmöl zu erhöhen. /
Vorgängerprojekt(e)
Nachhaltige Palmölproduktion für Bioenergie

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

    * Indonesien:
    • Landwirtschaftsministerium und Planungsministerium überprüfen den landesweiten Einsatz der vom Projekt erarbeiteten Schulungsmodule. Sie dienen zur Vorbereitung der Kleinbauern und -bäuerinnen auf die Zertifizierung nach dem indonesischen ISPO und dem internationalen RSPO Nachhaltigkeitsstandard.
    • Zum Entwurf der indonesischen Green Recovery Strategie konnte das Projekt einen Abschnitt zu Nachhaltigkeit im Palmölsektor einbringen.
    • Die vier Projektgemeinden in Ost-Kalimantan haben in der Raumordnungsplanung 9.000 ha als Schutzgebiete ausgewiesen, davon waren 993 ha zuvor für Ölpalmplantagen ausgewiesen. Die Palmöl-Kleinbauern-Kooperativen dieser Gemeinden bewirtschaften 2.700 ha.
    • Mit Unterstützung des Vorhabens können zunehmend Daten zu Flächennutzung und Palmölproduktion auf der Website des Regierungsbezirks East-Kutai eingesehen werden: data.kutaitimurkab.go.id * Thailand : *
    • Mittels des projekteigenen Trainingsprogramms TOPSA werden über 3.000 kleinbäuerliche Plantagenbesitzer und -besitzerinnen durch 320 Ausbilder und Ausbilderinnen in ökologisch nachhaltigem und klima-freundlichen Ölpalmanbau geschult. Zusätzlich lernen sie mit der für Palmölerzeuger entwickelten App i-PALM, ihre Erträge zu steigern, Ressourcen zu schonen und Treibhausgase einzusparen.
    • Am 3. Dezember 2020 wurden palmölverarbeitende Unternehmen bei einem Business Forum in Bangkok auf ihre Verantwortung hingewiesen. Die 12 größten palmölverarbeitenden Firmen Thailands erklärten sich bereit, dem Verbraucherwunsch nach nachhaltigem Palmöl nachzukommen. Um bei Konsumenten das Bewusstsein weiter zu schärfen, arbeiten das Projekt und der RSPO mit den Firmen weiter.
    • * Deutschland: *
    • Hannover ist die erste Modellkommune mit dem Ziel ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Palmöl bei der öffentlichen Beschaffung zu berücksichtigen. Weitere Kommunen werden dazu von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unterstützt und können sich dafür anmelden. Sie können dafür eine Deklaration zu nachhaltigem Palmöl und Regenwaldschutz nutzen, um sich rasch und zielorientiert zur Beschaffung nachhaltiger Palmöl-Produkte zu verpflichten und dies effektiv zu kommunizieren. Bürger und Bürgerinnen werden seit September 2020 über den nachhaltigen Konsum von Palmöl-Produkten informiert. www.duh.de/…
    • Die DUH erstellte Videos zu nachhaltigem Palmöl und Regenwaldschutz nach einem Projektbesuch. Diese sind auf den Kanälen der DUH in den sozialen Netzwerken zu sehen. -- Am 2. November 2020 veranstaltete die DUH, gemeinsam mit dem Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) sowie dem Deutschen Verband Tiernahrung, einen Runden Tisch zu “Nachhaltiges Palmöl in Futtermitteln”. Dabei wurden Lösungsansätze erörtert, ab 2021 in Futtermitteln ausschließlich entwaldungsfreies, aus nachhaltigem Anbau stammendes Palmöl zu verwenden.

Projektdaten

Länder:
Indonesien, Thailand

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Agriculture - Indonesia
  • Ministry of Agriculture and Cooperatives - Thailand

Durchführungspartner:
  • Deutsche Umwelthilfe e.V.
  • Ministry of Agriculture and Cooperatives, Department of Agriculture - Thailand

BMU-Förderung:
5.200.000,00 €

Laufzeit:
09/2018  bis  09/2022


Internetauftritt(e):



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