Politikdialog und Wissensmanagement zu Niedrigemissionsstrategien in der MENA Region

Stand: August 2020

Ziel und Maßnahmen

Im Zuge des globalen Klimaabkommens müssen die MENA-Länder ihre Volkswirtschaften zu nachhaltigen und kohlenstoffarmen Systemen umgestalten. Jedoch sind klimapolitische Ziele bisher in den gesamtwirtschaftlichen und sektorspezifischen Planungen wenig berücksichtig. Zudem erstellten viele Länder ihre NDCs ohne detaillierte makroökonomische Betrachtung. Das Projekt unterstützt die Partnerländer dabei, politische Instrumente zur Erreichung ihrer Klimaschutzziele für Teilsektoren zu identifizieren und umzusetzen. Fachforen ermöglichen Lernen zwischen den zuständigen Fachbehörden sowie Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft. Um Wissen in den Partnerländern aufzubauen, kooperiert das Projekt mit nationalen Institutionen. Eine enge Zusammenarbeit mit Organisationen, wie der Arabischen Liga, fördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Das Vorhaben arbeitet regionale Lernerfahrungen auf und erschließt sie für IKI-Projekte weltweit.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Das Projekt leistet einen Beitrag zur Konkretisierung von langfristigen Niedrigemissions- und Anpassungsstrategien sowie zum Ausbau erneuerbarer Energien und Erhöhung von Energieeffizienz in der MENA-Region.
  • Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum IKI-Wissensmanagement in der MENA-Region. Dies hat großes Vernetzungspotenzial für BMU- BMZ- und BMWi-Projekte in der MENA-Region.
  • In Marokko, Tunesien und Algerien wird die volkswirtschaftliche Folgenabschätzung der langfristigen Energiestrategien durch Szenarien-Modellierung unterstützt, um die Auswirkungen des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und verbesserter Energieeffizienz auf andere Bereiche abzuschätzen.
  • Ein Netzwerk aus Thinktanks und Universitäten der MENA Region entsteht zum Wissensaustausch zu Klima-Energie-Wirtschaftsmodellierung.
  • Im Iran werden lokale Partnerinnen und Partner bei der Umsetzung von nachhaltigem Wasserressourcenmanagement in einem Flussgebiet unter den Bedingungen des Klimawandels unterstützt.
  • Weiterhin teilen deutsche Expertinnen und Experten der Umweltverwaltung ihre Erfahrungen mit iranischen Experten zur Emissionsminderung in der Industrie durch beste verfügbare Techniken (BVT). In Jordanien haben Expertinnen und Experten zum Rechtsrahmen für die Umsetzung der Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beraten. Eine entsprechende Klimaschutz-Regelung, die die Rollen jordanischer Institutionen in der Umsetzung festlegt, wurde im April 2019 von der jordanischen Regierung verabschiedet.
  • Gemeinsam mit der jordanischen Industriekammer werden zwei Energieeffizienznetzwerke in der Industrie pilotiert.
  • In Algerien berieten Expertinnen und Experten das Energieministerium und den Stromversorger zur Integration Erneuerbarer Energien ins Stromsystem und zu technischen Netzanschlussregeln. Der neue Grid Code wurde im November 2019 veröffentlicht.
  • Die Energieabteilung der Arabischen Liga (LAS) wird zur Umsetzung der Pan Arab Sustainable Energy Strategy sowie bei der Erstellung Nationaler Aktionspläne und Jahresberichte zum Ausbau Erneuerbarer Energien und Energieeffizienz unterstützt.
  • Eine transregionale Plattform zu großen Solarkraftwerken organisiert seit 2015 einen Wissensaustausch zur Anwendung von Solartechnologien.
  • In einem Green-Banking-Training konnten mehr als 120 Teilnehmende aus dem Bankensektor aus Marokko, Jordanien, Tunesien und Ägypten ihr Wissen zu Finanzierung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz nachweislich verbessern.
  • Umfangreiche Studien u. a. zur Rolle von Kohle im Energiemix der MENA Länder und zu innovativen Instrumenten zur Förderung von Energieeffizienz in der Region wurden erarbeitet und werden in den kommenden Monaten mit Entscheidungsträgern aus der Region diskutiert.

Projektdaten

Länder:
Algerien, Iran, Jordanien, Marokko, Saudi-Arabien, Senegal, Tunesien, Uganda, Ägypten

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • League of Arab States - Egypt
  • Ministry of Environment - Egypt
  • Ministry of Energy, Mines, and Sustainable Development - Morocco
  • Ministry of Energy and Mineral Resources - Jordan
  • Ministry of Energy - Algeria
  • Ministry of Energy, Mines and Renewable Energies – Tunisia
  • Michael-Succow-Foundation / Michael Succow Stiftung
  • Regional Center for Renewable Energy and Energy Efficiency (RCREEE)
  • RENAC energy & climate gGmbH

BMU-Förderung:
17.250.000,00 €

Laufzeit:
03/2014  bis  02/2021


Internetauftritt(e):



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