Risiko-basierter Nationaler Anpassungsplan - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Risiko-basierter Nationaler Anpassungsplan

Stand: September 2020

Ziel und Maßnahmen

Thailand entwickelt seit 2015 einen Nationalen Anpassungsplan. Detaillierte Informationen zu den Risiken des Klimawandels für die Bevölkerung und entsprechenden Anpassungsoptionen fehlen bislang. Provinzen und Gemeinden haben Klimarisiken und Anpassungen noch nicht ausreichend in ihre Planungsprozesse integriert. Das Projekt unterstützt deshalb die Partnerregierung bei der Entwicklung und Umsetzung eines NAP. Zunächst quantifiziert es Klimarisiken sowie ihre volks- und betriebswirtschaftlichen Folgekosten, um sie dann den Co-Benefits möglicher Anpassungsszenarien gegenüberzustellen und zu bewerten. Darauf basierend berät das Vorhaben die thailändische Regierung, ein System zum Monitoring und zur Evaluierung der Maßnahmen aufzubauen und diese zu finanzieren. In Pilotstädten definiert das Projekt kommunale Anpassungspläne und gezielte Anpassungsmaßnahmen anhand risikobasierter Managementstrategien in der Stadtentwicklungsplanung.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Das Projekt unterstützt die strategische Ausrichtung des NAP sowie die Integration von Klimaanpassung in die Planungsprozesse der Sektoren Gesundheit, Tourismus und Siedlungsplanung und in die subnationale Entwicklungsplanung in vier Pilotregionen.
  • Während das NAP weitgehend finalisiert ist, können derzeit die noch ausstehenden und notwendigen öffentlichen Konsultationen für den NAP aufgrund der aktuellen globalen COVID-19-Krise nicht durchgeführt werden. Im NAP werden sechs prioritäre Handlungsfelder für Klimaanpassung identifiziert: Stadtplanung und -entwicklung, nachhaltiges Wassermanagement und Katastrophenschutz, sowie Anpassung in den Sektoren Landwirtschaft, Gesundheit, Tourismus, und natürliche Ressourcen.
  • Zur Unterstützung des NAP Überarbeitungsprozesses hat das Projekt, insbesondere für die Sektoren Gesundheit, Tourismus und Siedlungsplanung, eine Reihe von Fortbildungsmaßnahmen und Workshops durchgeführt. Darin wurden die Zusammenhänge zwischen den Auswirkungen des Klimawandels und der Entwicklung in den Sektoren beleuchtet, internationale Erfahrungen zu Lösungsansätzen eingebracht und prioritäre Maßnahmen für die weitere Unterstützung bis Projektende identifiziert.
  • Im Bereich der Siedlungsplanung kooperiert die thailändische Umweltbehörde (ONEP) eng mit der thailändischen Raumplanungsbehörde (DPT), unter anderem zur Stärkung des sektorübergreifender Dialoges zu resilienter Stadtentwicklung. Zur Vermittlung der zentralen Konzepte, Analysemethoden und planerischen Instrumenten für eine klimaresiliente Raum- und Stadtplanung, wird einerseits auf Erkenntnisse und Erfahrungen Deutschlands aufgebaut und andererseits eine Stärkung lokaler Forschungsinstitute angestrebt, um die gewonnenen Erkenntnisse zu verankern.
  • Im Jahr 2017 haben Mitarbeitende des Projekts am Seminar „New Urban Agenda” als Teil des World Town Planning Day in Bangkok teilgenommen.
  • 2019 hat die Behörde für Raum- und Stadtplanung (DPT) ihre Richtlinie für Regional- und Stadtplanung überarbeitet, um den neuen Herausforderungen Rechnung zu tragen und Instrumente für nachhaltige und resiliente Planung in den Planungsprozess aufzunehmen. In Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart und der Chulalongkorn Universität in Thailand hat das Projekt diesen Prozess unterstützt, und In Zusammenarbeit mit dem Urban Development Training Institute (UDTI) Module zu klimaresilienter Planung in die Fortbildungsprogramme von DPT sowie in reguläre Fortbildungsmaßnahmen für Stadtplaner auf Provinzebene eingebracht und hat in Abstimmung mit dem Partner Handlungsanleitungen für lokale Regional- und Stadtplaner entwickelt.
  • Im März 2019 wurden diese Maßnahmen erstmals mit Stadtplanern aus 39 Provinzen, die derzeit an Bauleitplänen auf Bezirksebene arbeiten, getestet. Im März 2019 wurden diese Maßnahmen erstmals mit Stadtplanern aus 39 Provinzen, die derzeit an Bauleitplänen auf Bezirksebene arbeiten, getestet.
  • Das Gesundheitsministerium erkennt im Klimawandel ebenfalls weitreichende Folgen und hat mit Unterstützung des Projekts erste Studien zu Klimarisiken durchgeführt, Fortbildungsmaßnahmen entwickelt und einen sektorspezifischen Anpassungsplan entwickelt. Das Gesundheitsministerium hat zudem eine Kooperation mit dem Thailändischen Wetterdienst zum Aufbau von Hitzewarnsystemen eingeleitet. Die Ergebnisse der Studien wurden im September 2019 auf der Regionalkonferenz der Association of Schools & Programs of Public Health (ASPPH) in Taipei vorgestellt.
  • Im Mai 2019 hat das Projekt eine Studienreise nach Deutschland organisiert, an der neben ONEP auch Vertreter*Innen des Innenministeriums und DPT, der Wasserbehörde, des Gesundheitsministeriums, des thailändischen Wetterdienstes und der Stadtverwaltung von Bangkok teilgenommen haben.
  • Das Projekt unterstützt Thailand zudem in der Entwicklung des thailändischen Klimaschutzgesetzes insbesondere durch Hintergrundstudien zu Finanzierungsinstrumenten, sowie den Aufbau eines Monitoringsystems für Klimaanpassung und Anpassungskommunikation auf internationaler Ebene (Adaptation Communications).

Projektdaten

Länder:
Thailand

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) - Thailand
  • Relevante Partnerinstitutionen (Regierungsinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen)

BMU-Förderung:
3.750.000,00 €

Laufzeit:
08/2015  bis  12/2019


Internetauftritt(e):



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