Schaffung der Grundvoraussetzungen zur Verminderung von Abholzung im kolumbianischen Amazonasgebiet (Caquetá) durch nachhaltige Agroforstwirtschaft im Rahmen von integraler Landnutzung

Stand: September 2020

Ziel und Maßnahmen

Das Amazonasbecken zählt zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt. Jedoch ist es vor allem durch Entwaldung bedroht. Das Projekt hilft im kolumbianischen Teil, die Abholzung zu reduzieren und die Biodiversität zu erhalten. Dazu unterstützt es lokale Landnutzende und indigene Gemeinschaften bei der Einführung nachhaltiger Produktionssysteme wie Agroforstwirtschaft. Neben technischer Beratung entwickelt das Vorhaben auch Geschäftsmodelle und Finanzierungsmechanismen, um eine breitenwirksame Umsetzung zu ermöglichen. Das Projekt fördert zudem ökologische Verbindungskorridore durch die Entwicklung eines integrierten Landschaftsmodells, das indigene Territorien, Schutzgebiete und nachhaltige Anbausysteme miteinander verbinden soll. Die Wirkungen des Projekts ermöglichen der Region in Zukunft Mittel für REDD+-Maßnahmen zu erhalten und erfolgreich einzusetzen. Zusätzlich mindert das Vorhaben die Treibhausgasemissionen, erhöht die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme und die Ernährungssicherheit der Bevölkerung.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • 115 ländliche Familien aus den Gemeinden Belén de los Andaquíes, San José de Fragua und Cartagena del Chairá nehmen an dem Projekt teil. 51 Familien aus 5 indigenen Reservaten aus dem Piemont sind ebenfalls beteiligt.
  • Insgesamt umfassen die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe und indigenen Reservate mehr als 12.000 Hektar, und die Gemeinden haben Schutzvereinbarungen über eine Fläche von 7.087,67 Hektar Wald und 1.244,55 Hektar Brachfläche unterzeichnet, was einer Gesamtfläche von 8.300 Hektar entspricht, wenn keine Entwaldung stattfindet.
  • Die teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe und indigenen Reservate erhalten technische Unterstützung und Material zur Verbesserung der Bewirtschaftung von über 4700 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche: Silvopastorale Systeme, Agroforstsysteme, Bienenzucht zur Honigproduktion, Isolierung und Wiederaufforstung von Wasserquellen, Hausgärten zur Ernährungssouveränität, Waldanreicherung von Verbindungskorridoren, etc.
  • Mehr als 150 Produzentinnen und Produzenten haben an verschiedenen Workshops und Schulungen zum Thema nachhaltige Produktion und Wertschöpfungsketten teilgenommen.
  • Die Strategie zur Stärkung der institutionellen Kapazitäten wird derzeit umgesetzt, mit einem Schwerpunkt auf der Stärkung von lokalen Behörden für eine nachhaltige Produktionsplanung mit einem territorialen Ansatz
  • Eine wichtige Allianz wurde mit der Gruppe der andinisch-amazonischen Gouverneure für den Schutz von Wald und Klima im Rahmen der Sitzung der Governors Climate Task Force, die im vergangenen Mai in Florencia Caqueta stattfand, geknüpft.
  • Die Landnutzungs-Änderungsbaseline wurde fertiggestellt, und es begann das Monitoring von Kohlenstoff und Biodiversität unter Beteiligung nationaler Institutionen wie dem Humboldt-Institut und IDEAM.
  • Die in der ersten Hälfte des Projekts erzielten Ergebnisse wurden in zwei Sitzungen des Weltkongresses für Agroforstwirtschaft im vergangenen Mai in Montpellier, Frankreich, vorgestellt und werden im kommenden September auf der 8. Weltkonferenz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in Kapstadt, Südafrika, vorgestellt.

Projektdaten

Länder:
Kolumbien

Durchführungs­organisation:
The Nature Conservancy (TNC) - International

Partnerinstitution(en):
  • Corporation for the Sustainable Development of the Southern Amazon (CORPOAMAZONIA), Ministry of Environment and Sustainable Development (MADS) - Colombia
  • Amazon Conservation Team (ACT) - Colombia,Comité Departamental de Ganaderos del Caquetá - Colombia

BMU-Förderung:
3.099.959,00 €

Laufzeit:
03/2017  bis  02/2021


Internetauftritt(e):



Meldungen zum Projekt

14.09.2020Tag der Tropenwälder
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