Schutz des Orinoco-Flussbeckens in Kolumbien durch die Integration von Ökosystemdienstleistungen in die regionale Entwicklungsplanung - TEEB - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Schutz des Orinoco-Flussbeckens in Kolumbien durch die Integration von Ökosystemdienstleistungen in die regionale Entwicklungsplanung - TEEB

Stand: November 2020

Das komplexe Ökosystem der Orinoco-Flusslandschaft ist in weiten Teilen noch unberührt. Es bietet eine einzigartige Biodiversität und erbringt Ökosystemleistungen von zentraler Bedeutung für die Bevölkerung Kolumbiens. Die sich ausbreitende agroindustrielle Produktion berücksichtigt den Wert der Ökosystemleistungen bisher nicht ausreichend und gefährdet die ökologische Stabilität der Region. Das Projekt stärkt die Ressourcen und Kompetenzen von Schlüsselakteuren für die Bewertung von Ökosystemleistungen. So sollen Entscheidungsträger den Wert von Ökosystemleistungen erkennen können, sie bei politischen Entscheidungen berücksichtigen und in regionale Entwicklungsplanungen integrieren. Die Projektarbeit leistet so einen relevanter Beitrag zur Umsetzung der nationalen Biodiversitätspolitik, der Aichi-2020-Ziele und des NAP.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Mit Vertreterinnen und Vertretern von Politik, Nichtregierungsorganisationen, Privatsektor und anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren wurden bedeutende Leistungen von Ökosystemen für die Menschen identifiziert, die mit den Galeriewäldern (Nahrungsmittel, Rohstoffe und Erholung), Savannenlandschaften (Wasser und Habitat) und Boden (Nahrungsmittel, Tiernahrung) zusammenhängen.
  • Außerdem wurden gemeinsam mit den Umsetzungspartnern die Schwerpunktthemen/-sektoren bestimmt: Beratung der Planungs- und Raumordnungsprozesse, nachhaltige Viehwirtschaft und Cashew-Anbau.
  • Im Rahmen von Beratungsinputs und Arbeitstagungen konnte das Vorhaben mit seinen Implementierungspartnern dazu beitragen, dass Biodiversität und Ökosystemleistungen in Planungsprozessen berücksichtigt wurde, so z. B. im Regionalen ländlichen und sozialen Entwicklungsplan für Meta (Plan de Ordenamiento Productivo y Social de la Propiedad Rural, POPSPR). Konkret wurde in dem Plan festgeschrieben, dass die für die Ökosystemleistungserbringung relevanten Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung ausgeschlossen werden.
  • Bei der Erstellung der subnationalen Entwicklungspläne wurden die Regional- (Gobernaciones) und Lokalregierungen (Alcaldias) vom Projekt beraten, um den Erhalt der Biodiversität und der Ökosystemleistungen zu verankern. In der Umsetzung werden die Mandatsträger ebenfalls weiterhin unterstützt, etwa durch Schulungen zur ökologischen Struktur, um die Raumplanung der Region zu stärken sowie durch die Förderung nachhaltiger Produktionssysteme und das Management der biologischen Vielfalt.
  • Die Erkenntnisse aus dem Vorhaben wurden im Rahmen eines internationalen Auswahlverfahrens priorisiert, um auf dem Weltkongress der Weltnaturschutzunion (International Union for the Conservation of Nature, IUCN) im Juni 2020 in Frankreich präsentiert zu werden. Aufgrund der Coronakrise wurde der Weltkongress in Marseille auf unbestimmte Zeit verschoben.

Projektdaten

Länder:
Kolumbien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment and Sustainable Development (MADS) - Colombia

BMU-Förderung:
3.500.000,00 €

Laufzeit:
09/2018  bis  08/2022




Meldungen zum Projekt

05.06.2020Kolumbien: Hotspot der Artenvielfalt
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