Schutzgebiete und andere gebietsbezogene Schutzmaßnahmen auf lokaler Regierungsebene - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Schutzgebiete und andere gebietsbezogene Schutzmaßnahmen auf lokaler Regierungsebene

Stand: July 2020

Ziel und Maßnahmen

Kommunale Schutzgebiete können einen wesentlichen Beitrag zu Biodiversitäts- und Klimaschutz in Südamerika leisten. Jedoch sind sie bisher nur selten als Schutzgebietskategorie institutionalisiert, und ihr Potenzial wird bisher wenig beachtet. Das Projekt erhöht die Anzahl an Lokalregierungen in den Partnerländern, die kommunale Schutzgebiete und andere gebietsbasierte Schutzmaßnahmen nachhaltig betreiben. Dazu baut es entsprechendes Wissen und Ressourcen in den Lokalregierungen auf. Es stärkt zudem Multiplikator-Strukturen, die die Lokalregierungen mit Informationen und technischen Leistungen unterstützen. Auf zwischenstaatlicher Ebene ermöglicht das Projekt einen Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern über rechtliche Instrumente und Rahmenbedingungen. Darüber hinaus macht es die Projekterfahrungen international bekannt. Virtuelle Lern- und Kommunikationsformen sollen dazu mit bestehenden Plattformen und Netzwerken verknüpft werden. So erreicht das Projekt auch Länder, die nicht direkt beteiligt sind.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Beispiele erfolgreichen Managements lokaler Schutzgebiete wurden in den vier Ländern identifiziert. Drei Beispiele pro Land wurden dokumentiert und auf den Internetseiten von ICLEI (sams.iclei.org/…) veröffentlicht. Ausgewählte Erfahrungen werden in der vom Projekt produzierten Webserie „Voces Locales“ präsentiert. (www.youtube.com/…)
  • Mit einer Reihe von Veranstaltungen beteiligte sich das Regionalvorhaben an der Gestaltung des III Lateinamerikanischen Schutzgebietskongresses der IUCN (14.-17.10.19, Lima) an dem mehr als 2.700 Personen teilnahmen. Die gestiegene Bedeutung der Lokalregierungen im Biodiversitätsschutz wurde durch eine Erklärung der Lokalregierungen hervorgehoben. (www.international-climate-initiative.com/…)
  • In Kolumbien und Peru wurden regionale Expertenworkshops zur Anerkennung „anderer effektiver gebietsbasierter Schutzmaßnahmen“ entsprechend CBD-Definition organisiert. In Kolumbien arbeitet das Vorhaben gemeinsam mit dem GEF Small Grants Programme an der Anwendung der IUCN-Handreichung.
  • Repräsentantinnen und Repräsentanten verschiedener brasilianischer Bundesstaaten, Kommunen und der Zivilgesellschaft hielten im „Brief von São Paulo“ ihre Forderungen hinsichtlich des Post-2020-Rahmenprogramms der Biodiversitätskonvention (CBD) fest. Die Erklärung wurde im Rahmen der Konferenz “Bio2020 – Brazilian Perspectives for the Post-2020 Global Biodiversity Framework” (04.-06.02.20, São Paulo) verfasst.
  • In Ecuador wurden Regularien zur neuen Umweltgesetzgebung erarbeitet, welche die rechtliche Situation lokaler Schutzgebiete und anderer gebietsbasierter Schutzmaßnahmen regeln. Die dezentralen autonomen Regierungen (GAD) verfügen dadurch über verbesserte Voraussetzungen zur Einrichtung und Bewirtschaftung eigener Schutzgebiets-Subsysteme.
  • Das Projekt unterstützte die Anerkennung des Biosphärenreservats Chocó Andino de Pichincha 06/2018 (issuu.com/…) welches Dialog, Allianzen und Zusammenarbeit ermöglichen, die Biodiversität erhalten und Vorteile für die lokale Bevölkerung bringen.
  • In Kolumbien erstellte die Projekt-Arbeitsgruppe Beiträge für die Anerkennung sog. „Komplementärer Naturschutzstrategien“ und unterstützte die Publikation „Voces de la gestión territorial“ (www.humboldt.org.co/…). 811 Teilnehmende schlossen 11/ 2019 den neuen Onlinekurses zu Instrumenten für den kommunalen Biodiversitätsschutz erfolgreich ab.
  • #YoHagoElCambio heißt eine neue gemeinsam mit dem Vorhaben NDC-Unterstützung entwickelten Kampagne (twitter.com/…), in der sich 150 kolumbianische Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zur Integration von Maßnahmen zum Klima- und Biodiversitätsschutz in ihre lokalen Entwicklungspläne verpflichten. Die Kampagne wurde während des Nationalen Gemeindekongresses der kolumbianischen Kommunen (25.-28.02.2020) ins Leben gerufen.
  • Im Auftrag des peruanischen Umweltministeriums (MINAM) wurden 78 lokale Schutzinitiativen in Peru identifiziert. Diese fließen in eine neue Datenbank des MINAM ein und leisten einen wichtigen Beitrag zur nationalen Berichterstattung an die CDB.

Projektdaten

Länder:
Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Peru

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment (MINAM) - Peru, Ministry of Environment - Brazil, Ministry of Environment - Ecuador, Ministry of Environment and Sustainable Development (MADS) - Colombia
  • ICLEI South America Secretariat - Brazil,International Union for Conservation of Nature (IUCN) - Brazil

BMU-Förderung:
4.700.000,00 €

Laufzeit:
12/2016  bis  11/2020


Internetauftritt(e):

Video



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