Subsahara-Afrika: Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungspläne - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Subsahara-Afrika: Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungspläne

Stand: September 2020

Ziel und Maßnahmen

Nationale Anpassungsplanungsprozesse (NAPs) bieten den LDCs im sub-saharischen Afrika die Chance, angemessen auf bedrohliche Klimarisiken zu reagieren. Grundlage sind der Aufbau von Kapazitäten und Governance-Strukturen. In den frankophonen Ländern der Region mangelt es zudem an Zugang zu Informationen und Unterstützung, diesen Bedarf adressiert das Vorhaben. Das Vorhaben unterstützt die Regierungen der drei Partnerländer beim Aufbau von Steuerungsstrukturen für die Umsetzung der NAPs. Dafür werden zunächst wissenschaftliche Informationsgrundlagen für politische Entscheidungen geschaffen (z.B. Vulnerabilitätsstudien). Zudem wird der Zugang zu Finanzmitteln durch den Green Climate Fund verbessert, um die im NAP identifizierten Prioritäten umzusetzen. Ergänzend wird eine regionale Austauschplattform eingerichtet, die dem fachlichem Austausch in der französischsprachigen Region dient. Die Ergebnisse des Vorhabens werden auch in die internationale Klimadebatte eingebracht. /

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Am 09. und 10. März 2017 wurde in Grand-Popo in Benin die offizielle Auftaktveranstaltung des Projekts durchgeführt.
  • Das erste französischsprachige Forum zum NAP-Prozess fand Ende August zu den Themen „Integration von Anpassung in Budgetierungsprozesse und Strategische Kommunikation“ statt. Elf Länder aus dem französischsprachigen Afrika nahmen teil. Das Forum wurde in Zusammenarbeit mit dem NAP Global Network organisiert.
  • Das zweite französischsprachige Forum zum NAP-Prozess fand Ende Juli 2019 in Dakar, Senegal statt und wurde zusammen mit dem NAP Global Network organisiert. Es tauschten sich Anpassungsexperten und -expertinnen aus neun französischsprachigen Ländern Afrikas (Benin, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Marokko, Mali, Madagaskar, Guinea, und Senegal) sowie Haiti zu den Themen 1) Rolle des Privatsektors im Anpassungsprozess, 2) Integration von Genderaspekten in den Anpassungsprozess und 3) direkter Zugang von nationalen Institutionen zu internationaler Klimafinanzierung aus: www.international-climate-initiative.com/…
  • In einer französischsprachigen Webinarserie rund um den NAP-Prozess, die von August 2018 bis August 2019 durchgeführt wurde, nahmen insgesamt 1529 Personen teil, davon 839 Praktiker und Praktikerinnen aus dem Bereich Anpassung aus frankophonen, am wenigsten entwickelten Ländern. Alle Webinare sind auf www.adaptationcommunity.net/… und unter www.youtube.com/… abrufbar.
  • Im Februar und Mai 2019 fanden regionale Schreibwerkstätten zur Entwicklung von Finanzierungsanträgen an den Green Climate Fund (GCF) statt. Hier wurden Projektentwickler und -entwicklerinnen aus Benin, Burkina Faso und Senegal, sowie die nationalen Accredited Entities (AE) dabei unterstützt, fünf Anpassungsprojekte zu entwickeln. Dabei entstanden fünf Concept Notes mit einem Gesamtvolumen von 87,6 Millionen USD für Anpassungsprojekte in den Sektoren Landwirtschaft, Gesundheit und Küstenschutz: www.international-climate-initiative.com/…
  • Im Senegal und Benin wurden in 2018 erstmalig Verwundbarkeitsanalysen in einem partizipativen Prozess erstellt, der die nationalen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen durch die enge Begleitung von internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in den neuesten Methoden und Nutzung von aktuellsten Modellen zur Klimaimpact-Modellierung ausbildete und so gleichzeitig zum Kapazitätsaufbau beitrug. Im Zuge der Erarbeitung der Analysen wurden in Benin 28 Wissenschaftlicher und Wissenschaftlerinnen aus neun Institutionen und in Senegal 40 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 15 Institutionen in Methoden und Datenverarbeitung für wissenschaftlich hochwertige Verwundbarkeitsanalysen fortgebildet. Zusätzlich wurden in Senegal vier Experten und Expertinnen in der Modellierung von Folgenabschätzung und Klimatologie geschult.

Benin:

  • Durch Anwendung des Climate Proofing Tools wurde Anpassung in mehrere nationale Strategien integriert: Im Juni 2018 wurde der Gesundheitsplan (PNDS 2018-2022) validiert; im Oktober 2018 wurde der beninische nationale Entwicklungsplan (PND 2018-2025) durch den Ministerrat validiert und ebenso in 2018 wurde der Nationale Gesundheitsplan (PDNS 2018-2022) integriert. Für das Jahr 2018 wurde das Planungsministerium bei der Integration von Anpassung in die „Analytische Mitteilung“ beraten
  • Im Februar 2019 wurden die Vulnerabilitätsstudien in drei Schlüsselsektoren (Landwirtschaft, Wasserressourcen, Gesundheit) präsentiert und durch Interessengruppen validiert.
  • Am 21. März 2019 wurden die Terms of Reference für die Erstellung des beninischen Nationalen Anpassungsplans von der nationalen Klimakommission validiert. Gemeinsam mit dem GIZ-Wasserprogramm wird das Vorhaben die Erstellung des beninischen Nationalen Anpassungsplans unterstützen.
  • Im Januar 2019 wurde gemeinsam mit dem GIZ-Vorhaben zur makroökonomischen Beratung die Unterstützung für die Integration von Klimawandel in Budgetprozesse begonnen.

Senegal:

  • Im April 2017 fand in Dakar in Senegal der nationale Auftakt-Workshop statt.
  • Im Dezember 2017 wurde eine Analyse der nationalen Planungs- und Budgetierungsprozesse durchgeführt. Im Anschluss wurden die Ergebnisse mit den beteiligten Akteuren und Akteurinnen geteilt. Diese Analyse wird als eine der Grundlagen für die Integration von Anpassung in politische Rahmenwerke dienen.
  • Mithilfe des Climate-Proofing-Tools wurde das Thema Klimawandel in den Aktionsplan des Integrierten Wasserressourcenmanagements (PAGIRE 2018-2025) integriert.
  • Von Juli bis September 2019 wurde die Integration von Klimawandel in den Gemeindeentwicklungsplan von Keur Saloum Diané mithilfe der Ergebnisse der Verwundbarkeitsanalysen für die Region Fatick unterstützt. Der Vier-Jahres-Plan wurde am 25. September validiert und enthält nun fünfzehn an den Klimawandel angepasste Aktivitäten. Die Verwundbarkeitsanalysen sind auch die Grundlage zweier Syntheseberichte, die als Anhänge für Concept Notes für den GCF dienen: 1) Klimawandel in Küstengebieten von Fatick, 2) Klimawandel in der Landwirtschaft von Fatick.

Burkina Faso:

  • Im November 2018 hat der Auftakt- und Planungsworkshop des Vorhabens stattgefunden.
  • Im Oktober 2018 nahm die Arbeitsgruppe für die Verwundbarkeitsstudie im Wassersektor ihre Arbeit auf. Eine zweite Arbeitsgruppe zu Klimaauswirkungen auf die burkinische Wirtschaft fing zu Beginn 2019 an. Im April 2019 wurde die Vulnerabilitätsstudie über die Auswirkungen des Klimawandels auf die landwirtschaftliche Produktivität begonnen. Im Juni 2019 wurde die Vulnerabilitätsstudie über die agro-sylvo-pastoralen Produktions-systeme begonnen.
  • Im September 2018 wurde die partizipative Bewertung der Ausgangssituation für die nationale Anpassungsplanung (Anwendung des SNAP-Tools) mit Vertretern und Vertreterinnen der Partnerbehörden, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft in Burkina Faso durchgeführt. Im Nachgang wurde ein Plan für Kapazitätsaufbau erstellt und im Februar 2019 validiert. Bedarfe wurden insbesondere für M&E, Hebelung zusätzlicher Mittel für Umsetzung und Informationsverbreitung erkannt. Es wurden unterfinanzierte Elemente des burkinischen NAP identifiziert.
  • Im November 2018 informierte das IPACC (Indigenous Peoples of Africa Co-ordinating Committee) Vertreter und Vertreterinnen von indigenen Bevölkerungsgruppen über ihre mögliche Rolle in der nationalen Anpassungsplanung und sensibilisierte Vertreter und Vertreterinnen aus verschiedenen Sektorministerien und der NAP-Steuerungsstruktur für die indigenen Anpassungsmaßnahmen und die Bedürfnisse der Indigenen. Im Ergebnis sagte die NAP-Steuerungsstruktur zu, Indigene Interessen bei der Überarbeitung des burkinischen NAP in 2020 stärker zu berücksichtigen.
  • Im Juli 2019 wurde Klimawandel in die nationale Wasserstrategie (SNE) integriert. Als Basis diente eine Verwundbarkeitsanalyse, die im Rahmen des Projekts erarbeitet wurde.

Diverse Vulnerabilitätsstudien, entsprechende Policy Briefs, und Videos zur Verwundbarkeit sind im Internet veröffentlicht und abrufbar. Zudem wurde auf Basis der Erfahrungen der diversen, im Projekt erstellten Verwundbarkeitsanalysen ein praktischer Leitfaden in französischer Sprache erstellt, der die einzelnen Analyseschritte erklärt:

  • Benin: Drei Vulnerabilitätsstudien, vier entsprechende Policy Briefs, und ein zusammenfassendes Video: climateanalytics.org/…

  • Senegal: Eine Bewertung der Klimavariabilität und der zukünftigen Klimatrends, vier Policy Briefs zu den Vulnerabilitätstudien und vier Videos über den Prozess der Erstellung der Vulnerabilitätstudien und den Kapazitätsaufbau. Policy Briefs und Videos sind unter folgendem Link verfügbar: climateanalytics.org/…

  • Auf der COP25 teilte das NAP Global Network die Projekterfahrungen mit einem internationalen Publikum durch ihre Stories of Progress: napglobalnetwork.org/…, und napglobalnetwork.org/…
  • Factsheets zum Projekt sind auf der Plattform der Partner zu finden: www.adaptationcommunity.net/…

  • Projektdaten

    Länder:
    Benin, Burkina Faso, Senegal

    Durchführungs­organisation:
    Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

    Partnerinstitution(en):
    • Ministry for Environment and Sustainable Development (MEDD) - Senegal
    • Ministry of Environmental and Sustainable Development (MEDD) - Burkina Faso
    • Ministry of Living Environment and Sustainable Development (MCVDD) - Benin
    • Climate Analytics

    BMU-Förderung:
    8.176.237,00 €

    Laufzeit:
    03/2016  bis  06/2021


    Internetauftritt(e):



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