TEEB Implementierung: Bewertung von Ökosystemleistungen für ganzheitliches und nachhaltiges Landmanagement im Agrarsektor - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

TEEB Implementierung: Bewertung von Ökosystemleistungen für ganzheitliches und nachhaltiges Landmanagement im Agrarsektor

Stand: September 2021

Der Agrarsektor ist einerseits ein Hauptverursacher der Degradierung von Ökosystemen, von Gesundheitskosten und CO2-Emissionen. Auf der anderen Seite leistet die Landwirtschaftet wichtige Beiträge zur Ernährung, Produktion von Rohstoffen und Schaffung von Arbeitsplätzen. Viele der negativen und positiven Auswirkungen der Landwirtschaft sind allerdings „wirtschaftlich unsichtbar“, werden also nicht in Entscheidungsprozesse einbezogen. Das Projekt nutzt den Economics of Ecosystems and Biodiversity-Ansatz (TEEB), um mit den relevanten Akteuren Entscheidungsprozesse zu identifizieren, die durch eine ökonomische Bewertung von Ökosystemleistungen verbessert werden können. Es folgt die Modellierung von Auswirkungen auf die Landnutzung, die Bewertung von Änderungen in der Bereitstellung von Ökosystemleistungen und die ökonomische Bewertung. Dazu gehören auch die Analyse von Auswirkungen auf die Verteilungsgerechtigkeit von Landnutzungsentscheidungen und die Ableitung von Politikempfehlungen.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Die Pandemie hat nicht nur den Projektfortschritt beeinflusst, sondern auch die politischen Prioritäten im Bereich der Lebensmittelsysteme, und das UNEP-TEEB-Büro hat sich entsprechend angepasst.
  • Der Bericht „COVID-19, the Environment, and Food Systems: Contain, Cope and Rebuild Better“ wurde im Dezember 2020 erstellt (www.unep.org/…).
  • Der allgemeine Projektfortschritt sowie spezifische COVID-19-Antworten wurden auf den TEEBAgriFood-Regionalsymposien diskutiert, die 2021 für Afrika & Georgien (Februar, einschließlich IKI Kenia und Tansania), Asien & den Pazifik (März, einschließlich IKI Thailand) und Lateinamerika & die Karibik (April, einschließlich IKI Kolumbien) stattfanden (teebweb.org/…).
  • Aufgrund der Pandemie wurden neue Arbeitsströme entwickelt: (i) in Kolumbien wird der TEEBAgriFood-Evaluierungsrahmen angewandt, um bioökonomische Entwicklungspfade und Szenarien für die Amazonasregion zu bewerten, die in grüne Konjunkturpakete einfließen; (ii) in Kenia wird eine neue Arbeit unter der Leitung des UNEP-WCMC dazu führen, dass ein neues Szenario zu den Auswirkungen von COVID-19 und der Handelspolitik auf kleine und mittlere Unternehmen in Kenia ausgearbeitet und bewertet wird.
  • TEEBAgriFood und speziell das IKI-Projekt wird in die Vorbereitungstreffen des UN Food Systems Summit (FFS) und in regionale und nationale Dialoge einbezogen. TEEBAgriFood ist eine Form von True Cost Accounting (TCA), und TCA wird als eine bahnbrechende Lösung vorgeschlagen. Das Projekt wurde auch auf dem Nationalen FSS-Dialog in Thailand im Februar 2021 vorgestellt.
  • In Kolumbien zeigen vorläufige Ergebnisse des Humboldt-Instituts, dass regenerative Landwirtschaft und naturbasierte Lösungen nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Lebensgrundlagen sind.
  • In Kenia wurden drei Szenarien zusammen mit den Umsetzungs- und Verbreitungsplänen auf dem Treffen des Lenkungsausschusses vorgestellt und beschlossen: (i) Business as Usual, (ii) verstärkte Agroforstwirtschaft und (iii) verstärkter Wald und Community Based Natural Resource Management (CBNRM). Um Inputs für die Szenarien zu erhalten, fanden gemeindebasierte Workshops zum Sozial- und Naturkapital statt, sowie Fragebögen und Interviews mit dem Kenya Forestry Service und Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleitern aus den fünf Bezirken. Darüber hinaus wird ein Projektvideo entwickelt, das Filmmaterial aus der Feldarbeit und den Konsultationen im Oktober 2020 verwendet.
  • In Tansania wurden Verbindungen zu UNEP-WCMC hergestellt, die mit dem Southern Agricultural Growth Corridor of Tanzania und der Tanzania Forest Services Agency zusammenarbeiten, um die Biodiversität im Süden Tansanias zu schützen.
  • In Thailand liegt der Schwerpunkt der Studie auf ökologischen Reisproduktionssystemen in den Provinzen Buriram und Surin. Die Universität Khon Kaen hat ihren Scoping- und Methodenbericht fertiggestellt, der eine Überprüfung der biophysikalischen Daten und der Bewertungsdaten beinhaltet. Eine Zusammenfassung für politische Entscheidungstragende in thailändischer Sprache wurde dem Lenkungsausschuss im dritten Quartal 2020 ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Projektdaten

Länder:
Kenia, Kolumbien, Tansania, Thailand

Durchführungs­organisation:
United Nations Environment Programme (UN Environment)

Politische Partner:
  • Ministry of Environment and Sustainable Development (MADS) - Colombia
  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) - Thailand
  • National Museums of Kenya (NMK)
  • Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning - ONEP - Thailand
  • Vice President’s Office (VPO) - Tanzania

BMU-Förderung:
3.999.924,00 €

Laufzeit:
01/2017  bis  06/2022




Meldungen zum Projekt

13.11.2020Global Biodiversity Outlook 5
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