Äthiopien: Wiederherstellung degradierter Anbauflächen für Kaffee

Stand: Januar 2022

Im Biosphärenreservat „Yayu Coffee Forest“ ist die Mehrheit der Bevölkerung von Kaffee als Einkommensquelle abhängig, der in der Puffer- und Übergangszone angebaut wird. Aufgrund niedriger Ernteerträge weiten Bäuerinnen und Bauern ihre Anbauflächen bis in die Naturschutzzone des Reservats aus. Die Folgen sind ein Rückgang bewaldeter Flächen und eine Verschlechterung der Bodenqualität. Das Projekt möchte deshalb ein emissionsarmes und klima-widerstandsfähiges „Garden Coffee“-Anbausystems einführen. Dabei werden die Hausgärten der Bauerfamilien für den Kaffeeanbau genutzt, um die Entwaldung zu reduzieren und die Wiederherstellung von Waldflächen zu ermöglichen. In das Projekt werden 3.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern einbezogen, die Anbau-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmethoden geschult werden. Zudem entwickelt das Projekt mit regionalen Partnern ein Geschäftsmodell für „Garden Coffee“, das Anreize für Investitionen in diesen Ansatz bietet und so zur Ausweitung beiträgt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Abschluss der Baseline- und Vormachbarkeitsstudie zur Eingrenzung der Pilotregionen, Rahmenbedingungen und Zielgruppen.
  • Vorstellung bei relevanten Stakeholdern und lokale Unterstützung über Fact-Finding Mission vom 01. Oktober bis 14. Oktober 2018 (zusammen mit Partner Unique forestry and land use GmbH).
  • Registrierung von 2005 am Projekt beteiligten kleinbäuerlichen Kaffeeproduzierenden und Errichtung von 72 Feldschulen.
  • Es wurde der Aufbau von bisher 63 Baumschulen für Kaffee und Schattenbäume unterstützt, welche von Kaffeeproduzierenden geleitet werden. Die bisher 225.000 produzierten Kaffeebaumsetzlinge unterstützen die benötigte Verjüngung der Kaffeefarmen durch Neupflanzungen.
  • Umsetzung eines erarbeiteten Trainingsprogramms zur Förderung von nachhaltigen Anbaupraktiken, mit dem Ziel der Produktions- und Qualitätssteigerung und Verbesserung der Lebensbedingungen der kaffeeproduzierenden Familien.
  • Auf 72 Demonstrationsflächen auf den Feldern von kleinbäuerlichen Kaffeeproduzierenden trainiert die HRNS partizipativ zu nachhaltigen und ertragssteigernden landwirtschaftlichen Anbaumethoden. Hierzu zählen u. a. Praktiken zum Schutz der Ressourcen Boden, Wasser und Wald.
  • Feldbesuch vom 04. März bis 11. März 2020 zur Datenaufnahme für Kosten-Nutzen Analyse und Interviews mit lokalen Partnern (zusammen mit Partner: Unique forestry and land use GmbH). -- Stärkung von acht regionalen Bauernkooperativen und einer Kaffeegenossenschaft durch die Bereitstellung wesentlicher Dienstleistungen in den Bereichen der Weiterverarbeitung, Lagerung und Vermarktung.
  • Einrichtung einer Projektseite auf der Homepage der HRNS, auf der die Ziele, Hauptaktivitäten und Partner vorgestellt werden (www.hrnstiftung.org/…).
  • Erstellung einer Machbarkeitsstudie, welche das Potenzial der Skalierung einer nachhaltigen Kaffeeproduktion im südwestlichen Hochlands Äthiopiens (Projektpartner: Unique forestry and land use GmbH) darstellt.
  • Vorstellung und Besprechung der Machbarkeitsstudie innerhalb eines Workshops im März 2021 in Addis Abeba, u. a. mit Fachleuten aus dem Kaffeesektor und Waldsektor sowie Projektimplementierern, die ebenfalls in der Region Illubabor tätig sind.
  • Das innerhalb des Projektes erstellte Trainingshandbuch zu nachhaltigen Kaffeeanbaupraktiken wird nun ebenfalls in einem Projekt ‚Initiative für nachhaltige Lieferketten‘ der GIZ in der Nachbarregion genutzt
  • Repräsentative Haushaltsbefragung inklusive Berechnung des Living Income Gaps für November 2021 geplant.

Projektdaten

Länder:
Äthiopien

Durchführungs­organisation:
Hanns R. Neumann Stiftung

Politische Partner:
  • Environment, Forest and Climate Change Commission (EFCCC) - Ethiopia
  • Ministry of Agricultural Development (MoAD) - Ethiopia

Durchführungspartner:
  • Hanns R. Neumann Stiftung Ethiopia - Äthiopien
  • UNIQUE forestry and land use GmbH

BMU-Förderung:
736.320,00 €

Laufzeit:
09/2018  bis  04/2022


Internetauftritt(e):



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