Transformation von Wertschöpfungsketten im Tourismussektor in Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten zur Beschleunigung einer ressourceneffizienteren und kohlenstoffarmen Entwicklung - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Transformation von Wertschöpfungsketten im Tourismussektor in Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten zur Beschleunigung einer ressourceneffizienteren und kohlenstoffarmen Entwicklung

Stand: Januar 2022

Der Tourismussektor verursacht Schätzungen zufolge rund fünf Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Die hohe Abhängigkeit von fossiler Energie und Nahrungsimporten führt zu ressourcenineffizienten Wertschöpfungsketten, die anfällig für Folgen des Klimawandels sind. Das Projekt unterstützt die Partnerländer bei der Minderung und verbesserter Ressourceneffizienz in Schlüsselbereichen wie beispielsweise der Hotel- und Gastronomiebranche. Dazu analysiert und aktualisiert es Inventare der Treibhausgasemissionen sowie nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. Es entwickelt zudem integrierte Maßnahmen zur Emissionsminderung und Ressourceneffizienz, die auf dem Lebenszyklusansatz mit spezifischen Indikatoren zu Minderungs- und Anpassungsprioritäten basieren. Darüber hinaus baut das Vorhaben Ressourcen und Kompetenzen bei lokalen Institutionen auf und ist intensiv in relevanten Netzwerken aktiv, damit Projektergebnisse auf nationaler und regionaler Ebene verbreitet werden können.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Mehr als 94 Unternehmen nehmen inzwischen an dem Projekt teil, und 15 Unternehmen haben Daten zur Bewertung ihrer Treibhausgasemissionen und ihrer Energieeffizienz mit Hilfe des im Rahmen des Projekts entwickelten Ressourceneffizienz-Tools übermittelt.
  • Aufbau personeller und institutioneller Kapazitäten:
    • Aufgrund der CoVid-19-Pandemie waren mehrere Hotels, mit denen das Projekt kooperiert, geschlossen. Dennoch haben bis Ende März 2021 mehr als 35 Workshops zum Kapazitätsaufbau mit insgesamt über 1900 Teilnehmenden stattgefunden.
    • Ein Online-Seminar mit dem Titel "Transforming Tourism in action: Tackling plastic pollution" für Europa, Asien und Afrika sowie für die Region Lateinamerika und die Karibik wurde im April und Mai 2021 organisiert.
    • Im Frühjahr 2021 wurden ein Online-Sominar zum Ressourceneffizienz-Tool und eine Fragestunde organisiert, und WRAP veranstaltete eine Schulung für Ausbildende zum Thema nachhaltige Lebensmittelabfälle.
    • Im Juni 2021 nahmen über 170 Teilnehmende über Zoom und Facebook Livestream an der von PCEPSDI organisierten Schulung "Circular Economy in the Hospitality Sector During COVID-19" teil.
    • Im Juli 2021 wurde in der Dominikanischen Republik eine Schulung über Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Gastronomie organisiert, an der 29 Personen teilnahmen.
  • Im Jahr 2020 wurde auf den Philippinen durch lokale Partner ein Online-Seminar zum Thema "Food Safety und Food Waste Management" organisiert. Das Online-Seminar wurde in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten eines IKI-finanzierten Projekts unter der Leitung des WWF Philippinen durchgeführt (www.international-climate-initiative.com/…).
  • Eliminierung des Einsatzes von teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen und Steigerung der Effizienz von Kühlgeräten in den Hotels zur Reduzierung der THG-Emissionen: In Zusammenarbeit mit dem Kigali-Protokollprogramm wurde in Puerto Plata eine Schulung zur Umstellung von Kühlgeräten durchgeführt.
  • Engagement und Kommunikation mit Unternehmen:
    • Auf den Philippinen wurde eine Kampagne zum allmählichen Ausstieg aus der Nutzung von Einwegplastik entwickelt. Die Kampagne hat seit ihrem Start über 100.000 Menschen online erreicht.
    • In Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle wurde ein Video mit Interviews des lokalen Projektteams und wichtiger Partner in der Dominikanischen Republik entwickelt, um das Plastikproblematik im Land darzustellen.
    • Es wurde ein Covid-19-Toolkit entwickelt, um das Engagement von Tourismusunternehmen zu fördern und ihre Bedürfnisse bei der Erholung von Covid-19 und im Zuge der Wiedereröffnungen zu verstehen. In mehreren Veröffentlichungen des Projekts werden die Herausforderungen erörtert, denen sich die Tourismusbranche angesichts der Covid-19-Pandemie gegenübersieht und wie sie zu einer umweltfreundlichen Erholung beitragen und davon profitieren könnte (siehe unten).
    • Unternehmen und Projektpartner werden über die Projektwebsite, den globalen Newsletter und den Twitter-Account kontinuierlich eingebunden.
    • Fallstudien wurden auf der vierten Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA-4) in Nairobi vorgestellt..
  • Entwicklung und Einsatz von Tools:
    • Im Rahmen des Projekts wurde ein Ressourceneffizienz-Tool entwickelt, das durch Hotels, Restaurants und ähnliche Unternehmen genutzt werden kann um Ressourcenverbrauch, Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen zu überwachen.
    • Lokale Partner auf den Philippinen erstellen fortlaufend Berichte unter Verwendung der Ergebnisse des Ressourceneffizienz-Tools für Unternehmen, die sich an der Datenerhebung beteiligt haben.
  • Strategiepläne und Aktionspläne:
    • Im Rahmen des Projekts wird ein Überwachungs-, Berichts- und Überprüfungssystem für Strategiepläne und Aktionspläne sowie für einzelne Unternehmen entwickelt, um die Auswirkungen der durchgeführten Maßnahmen zu messen.
    • Es wurden 15 Workshops in vier Ländern mit über 700 Teilnehmenden abgehalten, um wichtige Beiträge zur Entwicklung der sektoralen Strategien zu sammeln. 2019 wurden vier nationale Strategiepläne veröffentlicht.
    • Es wurden Umsetzungspläne entwickelt, um die Beteiligten einzubinden. In allen Ländern werden von den Unternehmen vierteljährliche Berichte erstellt, um die Fortschritte zu verfolgen.
    • Die Umsetzungspläne für die vorrangigen Bereiche werden regelmäßig aktualisiert, um das Engagement und die Fortschritte bei den einzelnen Lösungen zu berücksichtigen.
  • Weiterführende Links

    Projektdaten

    Länder:
    Antigua und Barbuda, Dominica, Dominikanische Republik (Dom Rep), Grenada, Mauritius, Philippinen, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen

    Durchführungs­organisation:
    United Nations Environment Programme (UN Environment)

    Politische Partner:
    • Department of Tourism (DOT) - Philippines
    • Ministry of Environment and Natural Resources - Dominican Republic
    • Ministry of Tourism - Dominican Republic
    • Ministry of Tourism & External Communications - Mauritius
    • Organization of Eastern Caribbean States Secretariat (OECS) - St Lucia

    Durchführungspartner:
    • The Travel Foundation - United Kingdom
    • UNEP DTU Partnership
    • Waste and Resources Action Programme (WRAP)

    BMU-Förderung:
    4.978.811,00 €

    Laufzeit:
    01/2017  bis  12/2022


    Internetauftritt(e):

    Video



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