Transformation von Wertschöpfungsketten im Tourismussektor in Entwicklungsländern und kleinen Inselstaaten zur Beschleunigung einer ressourceneffizienteren und kohlenstoffarmen Entwicklung

Stand: Juni 2021

Der Tourismussektor verursacht Schätzungen zufolge rund fünf Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Die hohe Abhängigkeit von fossiler Energie und Nahrungsimporten führt zu ressourcenineffizienten Wertschöpfungsketten, die anfällig für Folgen des Klimawandels sind. Das Projekt unterstützt die Partnerländer bei der Minderung und verbesserter Ressourceneffizienz in Schlüsselbereichen wie beispielsweise der Hotel- und Gastronomiebranche. Dazu analysiert und aktualisiert es Inventare der Treibhausgasemissionen sowie nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. Es entwickelt zudem integrierte Maßnahmen zur Emissionsminderung und Ressourceneffizienz, die auf dem Lebenszyklusansatz mit spezifischen Indikatoren zu Minderungs- und Anpassungsprioritäten basieren. Darüber hinaus baut das Vorhaben Ressourcen und Kompetenzen bei lokalen Institutionen auf und ist intensiv in relevanten Netzwerken aktiv, damit Projektergebnisse auf nationaler und regionaler Ebene verbreitet werden können.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

    1. Phase: Bewertung Status Quo (2017-2018):
    • Stakeholder Advisory Groups wurden in jedem der vier Partnerländer eingerichtet.
    • Vier Länderberichte wurden entwickelt, um die Wertschöpfungsketten zu untersuchen, kritische Bereiche für Verbesserungen zu identifizieren und mögliche Lösungsansätze zu erstellen.
    • Zehn Workshops wurden in den vier Ländern durchgeführt, an denen über 500 Personen teilnahmen, inkl. Vertreterinnen und Vertreter aus dem öffentlichen und privaten Bereich sowie der Zivilgesellschaft.
    • Mai/Juni 2018: Es wurden Workshops in den Schwerpunktländern durchgeführt, in denen u. a. die Roadmap zur Ressourceneffizienz/Nationale Aktionspläne sowie die Umweltperformance diskutiert wurden.
    • Oktober 2018: Workshop "Nutzung nachhaltiger Beschaffungspraktiken zur Transformation touristischer Wertschöpfungsketten", organsiert von UN Environment: Es sollen alle Projektpartner und Vertreterinnen und Vertreter der Tourismusbranche aus den einzelnen Umsetzungsländern teilnehmen.
    • September 2018 bis Februar 2019: Die Halbzeitüberprüfung des Projekts steht an und damit eine unabhängige externe Betrachtung. Der Hauptzweck der Überprüfung besteht darin, die Ergebnisse des Projekts zu analysieren und zukunftsorientierte Inputs für die nächsten zwei Jahre des Projekts (Durchführungsphase) zu liefern.
    • Priorisierung nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen in jedem Land auf der Grundlage von Hotspot-Analysen und Konsultationen mit den wichtigsten Interessengruppen, um die Komponente der nachhaltigen Beschaffung voranzubringen.
    • Es werden Umfragen zu den Themen Kapazitätsbedarfsanalyse und der Bewertung nachhaltiger Beschaffung bei Organisationen aus dem öffentlichen und privaten Sektor durchgeführt. Anschließend steht die Erstellung von zwei Berichten an, die als Input für die Gestaltung von Trainingsprogrammen sowie für die Erstellung eines nationalen Aktionsplans in jedem Land dienen.
    • Philippinen:
      • Das Projekt wurde in den Nationalen Tourismusentwicklungsplan 2016-2022 aufgenommen.
      • Oktober 2019: Erstes Capacity Building zu Energieeffizienz für Hotels und MICE in Zusammenarbeit mit der „Philippine Energy Efficiency Alliance“, deren Ziel es ist, die Philippinen bei der Entwicklung einer energieeffizienteren und sauberen Energie zu unterstützen.
    • Dominikanische Republik:
      • Juni/Juli 2018: In Puerto Plata, Punta Cana und Bayahibe wurde ein Training zu Wertschöpfungsketten in der Tourismusbranche durchgeführt.
      • Juli 2018: Eliminierung des Einsatzes von teilhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen und Steigerung der Effizienz von Kühlgeräten in den Hotels zur Reduzierung der THG-Emissionen: In Zusammenarbeit mit dem Kigali-Protokollprogramm wurde in Puerto Plata eine Schulung zur Umstellung von Kühlgeräten durchgeführt.
      • Das Projekt hat zum Aufbau der Kapazitäten auf nationaler Ebene beigetragen, indem es die Mitarbeitende zur „Resources Efficiency and Cleaner Production (RECP)“ Methode geschult hat. Im Rahmen dieser Schulung wurden 13 Aktionspläne und Bewertungen erstellt, um RECP-Möglichkeiten in den Bereichen Kühlung, Energie- und Wassereinsparung, Abfallreduzierung- und Management, Wäscherei etc. in Hotels zu identifizieren.
      • September 2018: Im Rahmen einer Preisverleihung wurden die Hotels, Fachleute und Unternehmen ausgezeichnet, die aktiv an der RECP-Bewertung teilgenommen und den Kapazitätsaufbau unterstützt haben.
      • Die Konferenz " Reduzierung von Kunststoffen für den Einmalgebrauch im Tourismusbereich " fand während der ASONAHORES-Messe 2018 in Punta Cana statt, um die Hotellerie für die Auswirkungen der Verschmutzung durch Kunststoff und die mögliche Emissionsreduzierung durch Kreislaufwirtschaftsmodelle zu sensibilisieren.
    2. Umsetzungsphase:
    • Die Business Case Studies zum Thema Beschaffung werden im März 2019 veröffentlicht. Das Kompendium der Fallstudien wurde auf der vierten Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA-4) in Nairobi vorgestellt.
    • Die vier nationalen Roadmaps und Aktionspläne wurden 2019 veröffentlicht.
    • Im Rahmen des Projekts wird ein Überwachungs-, Berichts- und Überprüfungssystem für die Roadmaps und Aktionspläne sowie für einzelne Unternehmen entwickelt, um die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen zu beurteilen.
    • Juni 2019: Auf dem Signature Festival soll eine Kommunikationskampagne zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung in der Karibik gestartet werden.
    • Zum Stand September 2020 beteiligen sich mehr als 90 Unternehmen offiziell an dem Projekt, 15 Unternehmen haben Daten zur Schätzung ihrer THG- und EE-Leistung vorgelegt.
    • Es wurden 30 Workshops zum Kapazitätsaufbau mit über 1600 Teilnehmern durchgeführt.
    • Es wurde ein COVID-19-Toolkit entwickelt, um das Engagement von Tourismusunternehmen und das Verständnis ihrer Bedürfnisse bei der Wiederherstellung von COVID-19 und während der Wiedereröffnung zu fördern.
    • In Zusammenarbeit mit dem philippinischen Tourismusministerium wurde die Projektkampagne zu Kunststoffen an die philippinische Sprache angepasst, um das Engagement von Hotels und Tourismusakteuren zu erhöhen.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Antigua und Barbuda, Dominica, Dominikanische Republik (Dom Rep), Grenada, Mauritius, Philippinen, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen

Durchführungs­organisation:
United Nations Environment Programme (UN Environment)

Politische Partner:
  • Department of Tourism (DOT) - Philippines
  • Ministry of Environment and Natural Resources - Dominican Republic
  • Ministry of Tourism - Dominican Republic
  • Ministry of Tourism & External Communications - Mauritius
  • Organization of Eastern Caribbean States Secretariat (OECS) - St Lucia

Durchführungspartner:
  • The Travel Foundation - United Kingdom
  • UNEP DTU Partnership
  • Waste and Resources Action Programme (WRAP)

BMU-Förderung:
4.978.811,00 €

Laufzeit:
01/2017  bis  09/2021


Internetauftritt(e):



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