Umsetzung nachhaltiger Landnutzungssysteme für den Erhalt von Wäldern, den Schutz des Klimas (REDD+) und zur Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Umsetzung nachhaltiger Landnutzungssysteme für den Erhalt von Wäldern, den Schutz des Klimas (REDD+) und zur Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien

Stand: July 2020

Ziel und Maßnahmen

Wälder sind für die Artenvielfalt und als Kohlenstoffspeicher wichtig. Häufig sind die Ökosysteme aber durch eine Ausweitung der Landnutzung bedroht. Das Vorhaben fördert daher nachhaltige Systeme der Landnutzung, der Schwerpunkt liegt auf dem landwirtschaftlichen Bereich (beispielsweise der Rinderhaltung). Es richtet sich an Landwirte in Gebieten, die für die Kohlenstoffspeicherung und Landschaftsrenaturierung als vorrangig eingestuft wurden – und gleichzeitig von bewaffneten Konflikten betroffen oder bedroht sind. Das Projekt trägt dazu bei, CO2 zu reduzieren, Wald zu erhalten, degradierte Landschaften wiederherzustellen und die Lebensqualität zu verbessern. So bringt es die Umsetzung der nationalen REDD+-Strategie und des nationalen Klimaschutzbeitrags voran und stärkt Aktivitäten zur Friedenssicherung. Die Systeme werden auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten. Um die vielversprechendsten Ansätze zu fördern, werden im nächsten Schritt Strategien für eine Skalierung erarbeitet.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Alle Mitglieder des Projektteams sowie Vertreterinnen und Vertretern von Durchführungspartnern nahmen am Kick-off-Meeting (13. bis 15. März 2019) in Kolumbien teil.
  • Das Projektteam traf sich dreimal offiziell mit MADS-Vertreterinnen und MADS-Vertretern zu Koordinierungszwecken. Darüber hinaus nahmen die beiden Ministerien MADS und MADR an der Auftaktsitzung des Projekts teil, um die regionalen Knotenpunkte für die Entwicklung nachhaltiger Landnutzungsysteme (Sustainable Land Use Systems, SLUS)- und Wertschöpfungsstrategien zu diskutieren.
  • Die Regionen Caquetá und Cesar wurden von dem Projekt (zusammen mit MADS und MADR sowie mit der Behörde für territoriale Erneuerung (ART) als die beiden regionalen Pilotregionen priorisiert, um dort SLUS zu testen. Mit diesen Institutionen sollen auch Regionen für die Wiederbewaldung ermittelt werden.
  • Das Projekt wurde am 18. März 2019 in Bogotá der Öffentlichkeit vorgestellt. Vertreterinnen und Vertretern der Regierung, internationaler Organisationen, Produzenten, NROs, Botschaften und Universitäten nahmen an dieser Veranstaltung teil. Die Teilnehmenden ermittelten Bereiche für eine mögliche Zusammenarbeit, beispielsweise durch die Übernahme einiger der vom "Alto Comisionado para la Paz" entwickelten Indikatoren.
  • Die Umsetzung der Projektaktivitäten hat begonnen. In naher Zukunft wird erwartet, dass das Projekt nicht nur die klimapolitischen Prozesse Kolumbiens, sondern auch globale Klimadialoge beeinflusst. Zum Beispiel informiert das Projekt über die Bemühungen der Regierung und auf Dialogplattformen verschiedener Stakeholder, um Zero-Deforestation-Maßnahmen in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten zu fördern. Im Einzelnen informiert eine Baseline-Studie zum Kakaosektor, die mit Unterstützung des Projekts entwickelt wurde, über das Konzept der Strategie zur Umsetzung der kürzlich eingeführten Initiative Cocoa, Forest und Peace.
  • Das Deutsche Thünen-Institut führte ein Schulungsprogramm zur Modellierung von SLUS durch. Ziel war die Vorbereitung und Verbesserung der institutionellen Kapazitäten zur Bewertung der wirtschaftlichen Leistung von SLUS im Zusammenhang mit der Viehzucht in den vorrangigen Regionen des Projekts.
  • Die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern beteiligen sich am kolumbianischen "Roundtable for Sustainable Cattle Ranching", um einen Beitrag zum NAMA für nachhaltige Rinderhaltung zu leisten, welcher von der kolumbianischen Regierung entworfen wird. Auf Nachfrage der Regierung fungiert das Projekt als Sekretariat für das "Zero deforestation value chain agreement" im Milchsektor und ist auch an entsprechenden Vereinbarungen im Cacao- und Rindfleischsektor beteiligt. Das ZALF führte in Deutschland einen workshop zu SLUS und komplexen Szenarien in Kolumbien durch und hat eine Arbeitsgruppe zu Schlüsselindikatoren für "environmental peacebuilding" eingerichtet.

Projektdaten

Länder:
Kolumbien

Durchführungs­organisation:
International Center for Tropical Agriculture (CIAT)

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment and Sustainable Development (MADS) - Colombia
  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V / Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research (ZALF) - Germany
  • Research Center for Sustainable Agricultural Production Systems (CIPAV) - Colombia

BMU-Förderung:
5.199.957,75 €

Laufzeit:
11/2018  bis  10/2022




Meldungen zum Projekt

05.06.2020Kolumbien: Hotspot der Artenvielfalt
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