Unterstützung bei Entscheidungsfindung und Aufbau von nationalen Kapazitäten für IPBES-Bewertungen von Ökosystemen

Stand: December 2020

Im Jahr 2015 beschloss das IPBES-Plenum eine Liste von Prioritäten für Kapazitätsaufbau, einschließlich der „Verbesserung der Fähigkeit, nationale Bewertungen durchzuführen, zu nutzen und zu verbessern". Dieses Projekt wird die nationalen Ökosystembewertungen in den Partnerländern unterstützen. Aktivitäten sind: i) Durchführung nationaler Ökosystembewertungen; ii) Ermittlung und Anwendung von Instrumentarien für die Unterstützung der Politikgestaltung; iii) Identifizierung und Durchführung landesspezifischer Kapazitätsaufbauaktivitäten; iv) Einrichtung einer Leadership-Gruppe, um die nationalen Bewertungen zu unterstützen; v) Globale Workshops zum Erfahrungsaustausch.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Der Aufbau von Kapazitäten ist seit seiner Einrichtung ein zentrales Element des Arbeitsprogramms von IPBES. Zu den Aktivitäten, die vom IPBES-Plenum als vorrangig eingestuft wurden, gehört die Verbesserung der Fähigkeit, nationale Ökosystembewertungen durchzuführen, zu nutzen und zu verbessern. Um die Arbeit des IPBES zu unterstützen, unterstützt WCMC vier Länder bei der Durchführung nationaler Ökosystembewertungen (NEA), indem der von IPBES entwickelte Rahmen für globale Bewertungen anpasst wird. Das Projekt begann 2019 mit vier Länderpartnern und einem akademischen Pendant.
  • Dieses Projekt baut auf der Unterstützung des IPBES durch die deutsche Regierung auf und unterstützt nationale Ökosystembewertungen in Aserbaidschan, einschließlich der Integration der Bewertungsergebnisse in nationale und/oder subnationale politische Rahmenbedingungen. Stand der Umsetzung/Ergebnisse: (1) Durchführung nationaler Ökosystembewertungen für ausgewählte Ökosysteme; (2) Ermittlung und Umsetzung von Instrumenten zur Unterstützung der Politik, um die Integration der Bewertungsergebnisse in die politische Entscheidungsfindung und die Einbeziehung in relevante Sektoren zu unterstützen; (3) Ermittlung und Durchführung spezifischer Aktivitäten zum Aufbau von Kapazitäten auf Länderebene, z.B. nationale Plattformen; (4) Einrichtung einer nationalen Plattform, die nationale und regionale Experten und relevante Interessengruppen, einschließlich Ministerien und Behörden, umfasst, um bei der Ausrichtung der nationalen Bewertungen und biodiversitätsbezogenen Aktivitäten langfristig zu helfen.
  • Ziel der NEA in Bosnien und Herzegowina ist es, einen Dialog zwischen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und Entscheidungsträgern über die Nutzung natürlicher Ressourcen und den Naturschutz zu entwickeln. Damit sollen ein informierter Dialog und eine nachhaltige Entscheidungsfindung unterstützt werden, die auf der Analyse des Zustands der Natur (biologische/geologische/ökologische Vielfalt) und den Trends, die sich aus den bestehenden Managementoptionen ergeben, aufbauen. Durch die NEA hat Bosnien und Herzegowina die Möglichkeit, alle relevanten Forschungsdaten zusammenzutragen und sie den Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen als Grundlage für eine informierte Entscheidungsfindung zu präsentieren. Als zentrale Anlaufstelle für die Umsetzung von CBD und IPBES in Bosnien und Herzegowina ist der obligatorische politische Partner des Projekts das Bundesministerium für Umwelt und Tourismus, von dem das NEA-Team große Hilfe und Unterstützung erhält. Die Umsetzung der NEA in der komplexen Verwaltung von Bosnien und Herzegowina ist eine Herausforderung. Dennoch ist die NEA auf nationaler Ebene sehr wichtig. Das Projekt hat eine eigene Webseite www.procjenaprirode.ba/, auf der alle Neuigkeiten zu NEA veröffentlicht werden.
  • Das NEA-Projekt in Kambodscha zielt darauf ab, einen Dialog zwischen der wissenschaftlichen Gemeinschaft und Entscheidungsträgern über Ökosystemleistungen und menschliches Wohlergehen zu entwickeln sowie über die Vorstellung, dass die Gesundheit des Ökosystems und das menschliche Wohlergehen in einem linearen Zusammenhang stehen und dass das menschliche Wohlergehen die Gesundheit des Ökosystems beeinflussen kann. Die Bewertung wird sich auf das menschliche Wohlergehen und die Verbindungen zwischen sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten und dem Umweltmanagement konzentrieren und direkte und indirekte Triebkräfte für Veränderungen identifizieren, die sich auf die biologische Vielfalt und das Funktionieren des Ökosystems auswirken können. Das Projektteam wird vom Umweltministerium (MoE), einschließlich der CBD- und IPBES-Schwerpunkte, unterstützt und gefördert, welches der obligatorische politische Partner ist. Die Royal University of Phnom Penh (RUPP) ist die Implementierungspartnerin. Die RUPP wird bestimmte Aktivitäten im Rahmen des Bewertungsauftrags koordinieren und durchführen, Experten und Expertinnen bereitstellen und mit dem MoE und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten. Mit der Unterstützung des WCMC und internationaler Experten hat das Team einen Kapazitätsaufbau erhalten und konnte viele Herausforderungen bewältigen. Der Projektfortschritt und die Projektergebnisse werden von der lokalen bis zur nationalen Ebene über verschiedene Plattformen wie Tagungen, Workshops, Seminare, Konferenzen, Unterricht und soziale Medien verbreitet. Die Ergebnisse der Bewertung werden vor der öffentlichen Verbreitung von der Technischen Arbeitsgruppe für biologische Vielfalt (BTWG) bewertet und genehmigt. Das Projekt gilt in Kambodscha als wichtig für die Unterstützung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung und der "Rectangular Strategy" der Regierung.
  • Grenada verfolgte einen hoch partizipatorischen und vielschichtigen Ansatz, der ein maximales Engagement und einen maximalen Input von Interessengruppen während der Scoping-Phase seiner NEA ermöglichte. Es wurden sechs Workshops auf Gemeinde- und nationaler Ebene abgehalten, die sich an eine Reihe von Akteuren und Akteurinnen der Zivilgesellschaft, des Privatsektors und der Regierung richteten. Außerdem wurde ein Videowettbewerb veranstaltet, um die Reichweite und den Input der Stakeholder zu erweitern. Diese Beiträge flossen in den Entwurf des Scoping-Berichts und ein ergänzendes Video zur partizipativen Scoping-Übung ein, das von den Interessengruppen und dem Technischen Sekretariat von CANARI erstellt wurde. (siehe unter www.dropbox.com/… ). Die Bemühungen um die Benennung der Nationalen Plattform für biologische Vielfalt und die Einrichtung des Nationalen Verwaltungsausschusses erfolgten parallel zu den oben genannten Aktivitäten. Darüber hinaus wurde der bestehende Rat für nachhaltige Entwicklung in Grenada als nationale Biodiversitätsplattform für diese Initiative bestimmt.

Projektdaten

Länder:
Aserbaidschan, Bosnien und Herzegovina, Grenada, Kambodscha

Politische Partner:
  • Federal Ministry of Environment and Tourism - Bosnia and Herzegovina
  • Ministry of Climate Resilience, the Environment, Forestry, Fisheries, Disaster Management and Information - Grenada*
  • Ministry of Climate Resilience, The Environment, Forestry, Fisheries & Disaster Management - Grenada
  • Ministry of Ecology and Natural Resources - Azerbaijan
  • National Council for Sustainable Development - Cambodia

Durchführungspartner:
  • Caribbean National Resources Institute (CANARI)
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH (UFZ)
  • Royal University of Phnon Penh
  • University of Sarajevo
  • Western University

BMU-Förderung:
3.309.727,00 €

Laufzeit:
10/2018  bis  03/2023


Internetauftritt(e):

Video



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