Unterstützung Vietnams bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens

Stand: Oktober 2021

Vietnam verfolgt eine engagierte Klimapolitik. Das Land erarbeitete als eine der ersten Nationen einen Aktionsplan zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Das Projekt unterstützt die vietnamesische Regierung dabei, die Rahmenbedingungen für die Umsetzung der Nationalen Klimaschutzbeiträge (NDCs) und des Pariser Klimaabkommens zu schaffen. Im Fokus steht die Beratung des Umweltministeriums (MONRE) bei der Entwicklung der NDC, der Etablierung eines institutionellen Rahmens zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der Entwicklung von NAMAs . Zudem entwickelt das Vorhaben Minderungsmaßnahmen und führt Anpassungsmaßnahmen in zwei Provinzen durch, die auch auf andere Gebiete ausgeweitet werden sollen. Beides dient dazu, die vietnamesischen NDCs zu erreichen. Zudem koordiniert das Programm die sogenannte IKI-Schnittstelle für Vietnam. Sie dient unter anderem dazu die IKI-Projekte IKI im Land zu vernetzen.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Die Überarbeitung des NDC wurde von SIPA federführend unterstützt. Am 24. Juli 2020 wurde der überarbeitete NDC durch den Premierminister bestätigt und am 11. September 2020 an das UNFCCC Sekretariat übermittelt. Das Ambitionsniveau wurde im Gegensatz zum (I)NDC von 2015 leicht erhöht.
  • Das Minderungsziel mit internationaler Unterstützung beträgt nun 27 % bis 2030 gegenüber dem Business-as-usual-Szenario (9 % aus nationalen Mitteln).
  • Aufgrund einer verbesserten Informationsbasis (zwischenzeitlich liegt ein neues umfassenderes Treibhausgasinventar vor) wurde ein neues Basisszenario für den NDC entwickelt. Neu im NDC aufgenommen ist der Sektor „industrielle Prozesse“, der 2014 etwa 12 % der Gesamtemissionen des Landes ausmachte. Mit fünf statt wie bisher vier Sektoren und einem eigenständigen Kapitel zur Anpassung an den Klimawandel sowie zu Prioritäten und Zielen in Bezug auf Co-Benefits wurde der aktualisierte NDC im Vergleich zum NDC inhaltlich deutlich erweitert.
  • 2019/2020 hat SIPA technische Unterstützung für eine umfangreiche Überarbeitung des Kapitels zum Klimaschutz im revidierten Umweltschutzgesetz Vietnams erbracht. Die Gesetzesnovelle wurde der Nationalversammlung im Oktober vorgelegt und im November 2020 genehmigt. Es wird am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Die Gesetzesnovelle stärkt nicht nur rechtliche Aspekte in Bezug auf Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung, sondern verfolgt insgesamt das Ziel einer umweltfreundlichen, kohlenstoffarmen Wirtschaft, im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen des Landes. Es dient als Rechtsgrundlage für Vietnams Verpflichtungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens und schafft eine legale Basis für ein Emissionshandelssystem. Weitere Unterstützung wird nun bei der Ausformulierung und Verabschiedung der nachgeordneten Gesetzgebung des Kapitels geboten.
  • SIPA hat das für Bau zuständige Ministerium in Vietnam (Ministry of Construction, MOC) bei der Erstellung einer Klimaschutz-Projektidee unterstützt und diese im September 2020 bei der NAMA Facility eingereicht. Ziel dieser gemeinsamen Initiative mit der französischen Entwicklungsorganisation (AFD) ist es, den Gebäudesektor nachhaltig Richtung Dekarbonisierung zu transformieren. Die Idee wurde Anfang 2021 unter 58 Einreichungen für eine Prüfmission ausgewählt. Die einwöchige Prüfmission fand Anfang März mit knapp 40 Stakeholdern und unter Beteiligung von fünf Linienministerien statt, die alle ihre Unterstützung für die Projektidee zusagten.
  • Das NAMA-Unterstützungsprojekt sieht die Einführung eines Anreizsystems für den Energieverbrauch in Hochhäusern vor. Durch die Einrichtung eines staatlichen Labels zur Kennzeichnung der CO2-Leistung und die Verknüpfung mit einem Finanzmechanismus über eine digitale Plattform erhalten sowohl Wohnungsbauunternehmen als auch Wohnungseigentümer Zugang zu vergünstigten Darlehen, Wohnungsbauunternehmen für energieeffiziente Gebäudeplanung und Wohnungseigentümer beim Kauf hochenergetischer Haushaltsgeräte. Mittelfristig sollen dann Green Bonds die Vorzugsfinanzierung sicherstellen.
  • Aktuell unterstützt das Vorhaben MONRE in der Entwicklung der Klimawandelstrategie 2021 bis 2030, Ausblick bis 2050. Dazu fanden mehrere Abstimmungstreffen zwischen der Klimawandelabteilung von MONRE (DCC), SIPA und UNDP statt. Die GIZ (SIPA) wird die technische Unterstützung hinsichtlich der Minderungskomponente und UNDP hinsichtlich der Anpassungskomponente übernehmen.
  • In drei Sektoren (Bau, Landwirtschaft und Transport) werden die politischen Partner derzeit bei der Entwicklung von sektoralen Klimaschutzaktionsplänen unterstützt bzw. darin, die NDC-Ziele in bestehende sektorale Rahmenwerke zu integrieren.
  • Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium erarbeitet SIPA aktuell eine Strategie zur Dekarbonisierung des Reissektors, die bei einem internationalen Klimafonds eingereicht werden soll.
  • Basierend auf dem Erfolg des IKI-Vernetzungs-Workshops 2020 wird derzeit an einem Konzept für einen Workshop für 2021 gearbeitet, der unter dem Motto „Klimafinanzierung“ stehen wird.

Projektdaten

Länder:
Vietnam

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Politische Partner:
  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) - Viet Nam
  • Ministry of Planning and Investment - Viet Nam
  • Ministry of Transport - Viet Nam
  • Ministry of Agriculture and Rural Development (MARD) - Viet Nam
  • Ministry of Construction - Viet Nam
  • People’s Committee Ha Tinh - Vietnam
  • Department of Natural Resources and Environment (DARD) Quang Binh - Vietnam

Durchführungspartner:
  • International Centre for Research in Agroforestry (World Agroforestry Center (ICRAF))*
  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) - Viet Nam

BMU-Förderung:
10.300.000,00 €

Laufzeit:
10/2018  bis  09/2022




  • Twitter
  • Facebook
  • Google+