Wege zu einer nachhaltigen und entwaldungsfreien Wirtschaft im Banken- und Finanzsektor in Südostasien - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Wege zu einer nachhaltigen und entwaldungsfreien Wirtschaft im Banken- und Finanzsektor in Südostasien

Stand: Januar 2022

Die Hauptursachen für die Abholzung in Südostasien liegen in der nicht nachhaltigen Produktion von Erzeugnissen aus Land- und Forstwirtschaft. Neben Produzenten, Einkäufern, Konsumenten und Regierungen, ist der Finanzsektor einer der wichtigsten Akteure, um eine nachhaltige Güterproduktion sowie einen umweltverträglichen Infrastrukturausbau zu steuern. Dieses Projekt unterstützt die Einführung von Umwelt- und Sozialstandards in Kreditentscheidungen der Finanzinstitutionen in den Zielländern. Dazu gehören auch Kriterien für eine entwaldungsfreie Produktion. Gemeinsam mit den Partnerinstitutionen erstellt das Vorhaben sektorspezifische Leitfäden, konzipiert neue „grüne“ Finanzprodukte und entwickelt bestehende Produkte weiter. Beratung und Schulungen stellen sicher, dass die Finanzmarktregulierer Umwelt- und Sozialstandards übernehmen und integrieren.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Im Dez 2019 veröffentlichte der WWF den Bericht "Sustainable Banking Regulations in ASEAN - Raising the Bar" in dem der WWF die Richtlinien zu nachhaltigem Bankwesen von fünf Ländern (Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand, Vietnam) bewertet.
  • Mit Unterstützung des Projektes wurde im März 2021 die Studie „Unlocking Smallholder Finance for Sustainable Agriculture“ veröffentlicht

    Indonesien:
    • Zurzeit erarbeitet das WWF Team zusammen mit der OJK (Finanzmarktaufsicht) eine neue Richtlinie für den landgestützten Sektor. Die Guidelines enthalten Empfehlungen für Schutzmaßnahmen gegen Entwaldung, wie z. B. die Bewertung und den Schutz von Gebieten mit hohem Naturschutzwert (HCV) und von Gebieten mit hohem Kohlenstoffbestand (HCS).
    • In Zusammenhang mit der Banken-Bewertung erzielte BCA und BRI den größten Fortschritt unter den indonesischen Banken mit einer Verbesserung um 16 und entsprechend 15 Punkte (von insgesamt 70).
    • Der WWF-Indonesien wurde eingeladen, Inputs für die Entwicklung von Monitoring-Instrumenten der OJK (Finanzaufsichtsbehörde) für Finanzinstitutionen zu liefern, um die Effektivität der Regulierung für nachhaltige Finanzen und deren Umsetzung für die Branche zu bewerten.
    • Die OJK hat im Januar 2021 ihre die ihre Phase II der Roadmap für nachhaltige Finanzen vorgestellt, zu deren Entwicklung der WWF-Indonesien beigetragen hat.
    • Insgesamt umfasst die Indonesia Sustainable Finance Initiative (IKBI) nun 14 Banken, die 67% der nationalen Bankaktiva repräsentieren, ein staatliches Infrastrukturfinanzierungsunternehmen und den WWF-Indonesien.
    • Im Juni 2021 organisierten das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) in Zusammenarbeit mit IKBI ein Online-Seminar mit dem Titel "Einfachere Kapitalbeschaffung mit grüner und nachhaltiger Kennzeichnung".
    • Im Juni nahm IKBI an der von der OJK organisierten Fokusgruppendiskussion (FGD) teil, um das indonesische Rahmenwerk der Grünen Taxonomie (THI) zu diskutieren.
    • Im August nahm IKBI an der vom koordinierenden Ministerium für Meeres- und Investitionsangelegenheiten der Republik Indonesien zusammen mit dem UNDP und dem AIS-Forum organisierten FGD teil, um den Entwurf des Strategiedokuments für blaue Finanzierung zu diskutieren.
    • Der WWF-Indonesien arbeitet mit UNEP-FI zusammen, um ein Schulungsprogramm für den Bankensektor zum Thema verantwortungsvolle Land- und Forstwirtschaft durchzuführen, um das E&S-Risikomanagement im Zusammenhang mit unverantwortlichen Landumwandlungen und -praktiken in Indonesien zu verbessern.
    • Der WWF-Indonesien hat zwei Veranstaltungen zum Thema nachhaltige Finanzen durchgeführt, auf denen SUSBA vorgestellt und seine Anwendung diskutiert wurde: ein vom Trisakti Sustainability Center durchgeführtes Webinar für Fachleute im Bereich der Offenlegung von Berichten und eine gemeinsam mit der Global Reporting Initiative und der Indonesian Capital Market Lecturers Association (IDPMI) veranstaltete Schulung.
    Malaysia:
    • Der WWF Malaysia wurde offiziell als "Invited Expert" und "Observer" in vier Unterausschüsse des Gemeinsamen Ausschusses für Klimawandel (JC3) aufgenommen, um die gemeinsame Reaktion der Finanzindustrie auf Klimarisiken voranzutreiben und zu koordinieren.
    • Zwei weitere malaysische Banken sind nun Teil der Bankenbewertung: Bank Islam und Bank Rakyat. Generell zeichnet sich eine Verbesserung aller Banken in Malaysia ab.
    • Als Teil der öffentlichen Konsultation der Bank Negara Malaysia (BNM, Zentralbank) reichte der WWF Feedback ein und leistete inhaltliche Unterstützung für das Diskussionspapier der BNM zum Thema Klimawandel und prinzipienbasierte Taxonomie.
    • Der WWF-Malaysia war Veranstaltungspartner der Flagship-Konferenz des Gemeinsamen Ausschusses für Klimawandel (JC3), die im Juni 2021 stattfand. An der Konferenz nahmen mehr als 6000 Teilnehmer aus mehr als 400 Organisationen teil, darunter Vorstandsmitglieder, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, leitende Angestellte und Praktiker sowie Kunden und Kundinnen von Finanzinstituten, Investitionsempfänger und andere Akteurinnen und Akteure der Wertschöpfungskette. Der WWF nahm auch als Moderator und Redner an anderen Veranstaltungen teil, die von Interessengruppen wie der RHB Bank, Standard Chartered und der CFA Society Malaysia organisiert wurden.
    Myanmar:
    • Der WWF Myanmar Sustainable Finance arbeitet mit Partnerinnen und Partnern an der Durchführung einer Veranstaltung für den Finanzsektor in Myanmar, die auf die UNFCCC COP 26 abgestimmt ist. Der WWF Myanmar arbeitet gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern an der Entwicklung von Leitlinien für myanmarische Banken zur Förderung von Green Finance in Myanmar. Diese sollen Anfang 2022 fertiggestellt werden.
    Philippinen:
    • Zwischen März und August 2020 setzte der WWF Schulungen mit drei Banken und 20 Bankangestellten um, zu den Themen ESG Integration und der Bewertung von Klima- und Umweltrisiken bei Bankgeschäften und in Kreditportfolios.
    • Insgesamt steigerten die philippinischen Banken ihre Werte hinsichtlich der 70 Bewertungsindikatoren. Verbesserungen zeichnen sich im Bereich Offenlegung, Nachhaltigkeitsstrategien und Engagement mit Stakeholdern zu Nachhaltigkeitsthemen ab.
    • im Juli 2020 gab die BSP (Bangko Sentral ng Pilipinas, Zentralbank) auf dem WWF-BAP CEO Sustainable Finance Dialog-Forum ihr neues Programm für nachhaltiges Zentralbankwesen und ihre bevorstehende Mitgliedschaft in der NGFS bekannt. Im Mai 2021 veröffentlichte die BSP einen Entwurf ihrer vorgeschlagenen Leitlinien für das Management von Umwelt- und Sozialrisiken zur öffentlichen Konsultation.
    • Im August 2021 berief die BSP ihre erste Konferenz ein, bei der der WWF eine wichtige Rolle bei der Umsetzung eines Pilotprojekts für einen analytischen Rahmen zur Integration von Klimarisiken in die Kreditmanagementsysteme der Banken spielte. Die Initiative soll die Messung und Bewertung der potenziellen Auswirkungen des Klimawandels und anderer umweltbezogener Risiken auf die Branche sowie die künftige Durchführung von Anfälligkeitsbewertungen und Stresstests erleichtern, die auf den bestehenden Risikomanagementsystemen der Banken aufbauen und entsprechende verfügbare Instrumente nutzen.
    Thailand:
    • Im Juni 2020 organisierte der WWF ein virtuelles bilaterales Training zum Umwelt- und Sozialrisikomanagement für Sektoren mit einem hohen Risiko, sowie zur Einführung in die Science-Based Targets initiative (SBTi).
    • In Zusammenhang mit der Bankenbewertung zeigen insgesamt fünf thailändische Banken im Laufe des letzten Jahres Fortschritte. Zwei Banken erfüllen mehr als 50% der Kriterien.
    • Eine Machbarkeitsstudie für die kommerzielle Komponente des FLR 349 Agrarökologie-Fonds wurde im Februar 2021 abgeschlossen. Das Projektteam arbeitete hierzu gemeinsam mit dem WWF-IKI-Projektteam für nachhaltigen Konsum und Produktion (SCP) am FLR349 mit dem Ziel, ein investierbares Projekt in der Ziellandschaft (Nordthailand) aufzubauen.
    • Gemeinsame Erklärung zu Initiativen für nachhaltige Finanzen: Der Finanzsektor spielt eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung von Mitteln zur Förderung von Nachhaltigkeitspraktiken im Land. In jüngster Zeit hat der Finanzsektor damit begonnen, Umwelt-, Sozial- und Governance-Überlegungen (ESG) umfassend in seine Geschäftsprozesse einzubeziehen. Um die nachhaltige Entwicklung zu beschleunigen, hat die Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzen, bestehend aus dem Fiscal Policy Office, der Bank of Thailand, der Securities and Exchange Commission, dem Office of Insurance Commission und der Stock Exchange of Thailand, ihre Kräfte gebündelt, um die Richtung der thailändischen Politik für nachhaltige Finanzen zu lenken und abzustimmen."
    Singapur:
    • Der WWF Singapur hat die erste E-Learning-Plattform für nachhaltige Finanzausbildung und -entwicklung in der Region ins Leben gerufen. Die Kurse auf der Plattform wurden in Zusammenarbeit mit Branchenverbänden des Finanzsektors entwickelt und sind für die berufliche Weiterbildung in Singapur akkreditiert.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Indonesien, Malaysia, Myanmar (Burma), Philippinen, Thailand

Durchführungs­organisation:
World Wide Fund for Nature (WWF) - Germany

Politische Partner:
  • Department of Environment and Natural Resources (DENR) - Philippines
  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) - Thailand
  • Ministry of Natural Resources and Environment (NRE) - Malaysia
  • Ministry of Natural Resources and Environmental Conservation - Myanmar
  • State Ministry of National Development Planning (BAPPENAS) - Indonesia

Durchführungspartner:
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Indonesia
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Malaysia
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Myanmar
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Philippines
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Singapur
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Thailand

BMU-Förderung:
4.402.569,00 €

Laufzeit:
05/2018  bis  04/2022


Internetauftritt(e):



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