Wiedervernässung von Torfmooren in Russland – Verhütung von Bränden und Abmilderung des Klimawandels - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Wiedervernässung von Torfmooren in Russland – Verhütung von Bränden und Abmilderung des Klimawandels

Stand: July 2020

Ziel und Maßnahmen

Als natürliche Speicher binden Moore Kohlenstoff. Werden sie entwässert oder verbrennen sie, entweichen Treibhausgase, die zum Klimawandel beitragen. Insbesondere Russland hat ausgedehnte Moorflächen, die bereits teilweise entwässert sind und für die Landwirtschaft und den Torfabbau genutzt werden. Das Projekt reduziert die Treibhausgasmissionen aus Entwässerung von Mooren und Torffeuern und erhöht gleichzeitig die biologische Vielfalt dieser Gebiete. Dazu stellt es mindestens 59.000 Hektar an degradierten Mooren wieder her und bewirtschaftet sie nachhaltig. Zudem plant es auf weiteren 45.000 Hektar eine Rückbefeuchtung. Darüber hinaus bauen die Projektpartner ein System zur Überwachung von Treibhausgasemissionen und Biodiversität auf und erweitern die Kapazitäten der Partnerorganisationen zur Wiedervernässung und deren wissenschaftlicher Begleitung. Zudem gibt das Projekt Empfehlungen zur Überarbeitung von Richtlinien und Gesetzen im Hinblick auf eine nachhaltige Moorbewirtschaftung.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Es wurden Torfmoorflächen rund um Moskau kategoriesiert und Kapazitätsaufbau in ökologischer Wiedervernässung durchgeführt.
  • 2018 betrug die geschätzte Treibhausgasminderung durch Wiederherstellung des hydrologischen Gleichgewichts auf Moorstandorten zwischen 265.000 und 452.000 t CO2eq pro Jahr, mit 5,9 bis 10 t CO2eq pro Jahr und Hektar.
  • 4.934 ha abgebaute Torfmoorstandorte wurden wiedervernässt.
  • Auf 2.550 ha wurden neue Finanzierungsmechanismen getestet.
  • Auf 68.022 ha wurde der Brandgefahrstatus von hoch auf mittel/niedrig gesenkt.
  • Es wurden zwei Pilot-Paludikulturstandorte etabliert, die Praktiken der nachhaltigen Moorkultur demonstrieren (Schilfgras in Tver, Torfmoose im Losiny Ostrov).
  • 26 Entscheidungsträger wurden in Themen der nachhaltigen Moorbewirtschaftung und Renaturierung geschult, Lücken und Schwachstellen in der Gesetzgebung identifiziert und Änderungsvorschläge mit dem Umweltministerium diskutiert.
  • Das Projekt wurde von einem Expertenpanel als eines der Leuchtturmprojekte für das "2017 Momentum for Change" ausgewählt, und hat auf der COP 23 in Bonn die Auszeichnung ‘Momentum for Change’ Climate Solutions der UN verliehen bekommen.
  • Die International New York Times berichtete in einem Artikel zu Klimawandel über das Vorhaben (vgl. Online-Ausgabe vom 21.09.2018 und Printausgabe vom 24.09.2018).

Projektdaten

Länder:
Russische Föderation

Durchführungs­organisation:
KfW Entwicklungsbank

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Natural Resources and Environment - Russia, Moskauer Oblastverwaltung (MOV) - Russia
  • Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald,Michael-Succow-Foundation (Michael-Succow-Stiftung - MSS) - Germany,Russian Academy of Sciences - PAH) - Russia ,Wetlands International (WI) - Netherlands,Wetlands International - Russia Programme - Russia

BMU-Förderung:
6.500.000,00 €

Laufzeit:
07/2011  bis  12/2019


Internetauftritt(e):

Video



Meldungen zum Projekt

15.11.2017Auszeichnung für ambitionierten Klimaschutz
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