Die Internationale Klimaschutzinitiative 2017 bis 2019

Effektiver Klimaschutz erfordert eine kontinuierliche Anpassung an die globale Situation. Deshalb hat sich die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) strukturell weiterentwickelt.

Die IKI wurde 2008 als eines der ersten Instrumente der internationalen Klimafinanzierung gegründet. Von Beginn an war das Förderprogramm des BMU dabei an den Takt globaler Klimapolitik angepasst. Um die Wirkung der IKI zu verbessern, fand in den Jahren 2017 bis 2019 eine umfassende Neugestaltung des Förderprogramms statt. Der Ideenwettbewerb wurde neu ausgerichtet und ein thematisches sowie ein länderspezifisches Auswahlverfahren eingeführt. Abgeschlossen wurde die Neuausrichtung der IKI mit dem Start zweier Kleinprojekteprogramme – den IKI Small Grants und den IKI Medium Grants. Mit der Möglichkeit, groß- und kleinvolumige Projekte entlang der vier Förderbereiche zu unterstützen, kann die IKI nun flexibel wirken. Seit 2017 müssen alle IKI-Projekte die IKI-Safeguards anwenden. Diese Umwelt- und Sozialstandards sollen negative Auswirkungen durch IKI-Projekte verhindern und Menschen und Natur in den Partnerländern noch besser schützen.

Weltkarte
Gesamtverpflichtungen und -ausgaben der Internationalen Klimaschutz- initiative (IKI) in den Jahren 2017 bis 2019 für Projekte: 1,6 Milliarden Euro. Eine Übersicht nach Regionen. Grafik: BMU

Neuausrichtung des Ideenwettbewerbs

Mit der Einführung der thematischen und länderspezifischen Auswahlverfahren vollzog die IKI einen wichtigen Wandel. Wurden vor 2017 vor allem kleinere und mittelgroße Projekte gefördert, konzentriert sich die IKI mit diesen beiden Ideenwettbewerben auf großvolumige Projekte. Die Fördersumme bei den thematischen Auswahlverfahren liegt zwischen fünf und 20 Millionen Euro. Bei den länderspezifischen Auswahlverfahren werden Projekte mit Summen zwischen 15 und 35 Millionen Euro unterstützt.

Der Ideenwettbewerb zum thematischen Auswahlverfahren – auch Themencall genannt – wird in der Regel einmal im Jahr ausgerufen. Er enthält jeweils über zehn aktuelle inhaltliche Schwerpunktthemen, die der übergeordneten Zielsetzung der IKI sowie den vier Förderbereichen zuzuordnen sind und für die jeweils ein Projekt beauftragt werden soll. Die thematischen Auswahlverfahren spiegeln zudem die Entwicklungen der internationalen Verhandlungen wider. Die länderspezifischen Auswahlverfahren – auch Ländercalls genannt – unterstützen jeweils ein IKI-Partnerland. Die Schwerpunkte und die Auswahl der Themen erfolgen dabei in enger Abstimmung mit den jeweiligen Partnerregierungen. Rund 50 Prozent der beantragten Projektmittel sollen unter anderem an lokale Nichtregierungsorganisationen, Universitäten, Thinktanks und indigene Gruppen in den Zielländern gehen, um Institutionen, ihr Wissen und ihre Ressourcen vor Ort zu stärken sowie eine nachhaltige Wertschöpfung und höhere Akzeptanz im Partnerland zu erreichen.

Die Umsetzung von UNFCCC und CBD erfordert aber auch die Unterstützung kleinerer Akteure in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie die wirksame Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen. Hierfür hat das BMU seit Ende 2019 mit den IKI Small Grants und den IKI Medium Grants zwei Programme ins Leben gerufen, die ihre Projekte ebenfalls über Ideenwettbewerbe suchen. Über die IKI Small Grants werden vor Ort ansässige Nichtregierungsorganisationen sowie landeseigene Förderinstitutionen in Entwicklungs- und Schwellenländern direkt gefördert. Im Rahmen des Programms sollen bis 2025 mehr als 100 kleine Projekte mit jeweils bis zu 100.000 Euro gefördert werden.

Erfahrungen teilen, Innovation steuern

Der IKI-Jahresbericht 2017 bis 2019 zum Download

Diagramm
Bewilligte Haushaltsmittel der Internationalen Klimaschutzinitiative 2008 bis 2019. Grafik: BMU

Mit den IKI Medium Grants werden Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert, die von zivilgesellschaftlichen Organisationen mit Sitz in Deutschland zusammen mit Partnerorganisationen der Zielländer durchgeführt werden. Für das Programm werden in regelmäßigen Abständen Förderaufrufe mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen veröffentlicht. Es ist geplant, circa zehn bis 15 Projekte pro Jahr zu beauftragen. Dabei werden Projekte mit 300.000 bis 800.000 Euro und einer Laufzeit zwischen zwei und drei Jahren unterstützt. Insgesamt stellt das BMU über das Programm für fünf Jahre 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Ideenwettbewerbe 2017 bis 2019 In ihrer neuen Struktur führte die IKI bisher drei thematische Auswahlverfahren und zehn länderspezifische Auswahlverfahren durch. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Themencalls zählten unter anderem der Kohleausstieg, die Finanzierung des Klimaschutzes und der Erhalt und die Wiederherstellung von Moorökosystemen. Die 2017 eingeführten Ländercalls wurden bisher mit Argentinien, Costa Rica, Indien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Philippinen, Thailand, Ukraine und Vietnam initiiert. Die ersten Ideenwettbewerbe für die IKI Small Grants und die IKI Medium Grants werden im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Insgesamt wuchs die Summe der bewilligten Haushaltsmittel von 386,82 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 456,82 Millionen Euro im Jahr 2019.


Praxisbeispiele der Projektarbeit

Diese Praxisbeispiele aus den vier Förderbereichen der IKI, veranschaulichen die konkrete Arbeit der IKI-Projekte in den Förderländern. Sie reichen von Papier aus Reisstroh in Thailand bis hin zu Zugvögelschutzgebieten in Afrika.

 

Header-Foto: BMU/Karsten Andree (Rauchwetter)