Foto: ITDP


Economic Advisory Initiative

Beratung für einen nachhaltigen Neustart der Wirtschaft

Mit dem Einsatz von Beraterinnen und Beratern unterstützt die IKI ihre Partnerländer in der Corona-Krise darin, wirtschaftliche Konjunkturmaßnahmen mit Klima- und Biodiversitätszielen zu vereinen.

Die COVID-19-Pandemie stellt Schwellen- und Entwicklungsländer in besonderem Maße vor große Herausforderungen. Das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat daher ein „Corona-Response-Paket“ entwickelt, mit dem es die Partnerländer der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) dabei unterstützt, diese Herausforderungen zu adressieren – und dabei die Entwicklung eines klima- und biodiversitätsfreundlichen Wirtschaftsaufschwungs („Green Recovery“) zu fördern.

Initiative der NDC-Partnerschaft: Beratung für Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität 

Eine zentrale Maßnahme für den nachhaltigen Wiederaufschwung der Wirtschaft ist die Finanzierung von Fachleuten, die die Regierungen der Partnerländer beraten. Dazu hat die NDC-Partnerschaft (NDCP) im Juni 2020 die Economic Advisory Initiative ins Leben gerufen. 

Die Initiative stellt Finanz- und Planungsministerien in Entwicklungs- und Schwellenländern auf Anfrage Wirtschaftsberaterinnen und –berater zur Seite. Sie erarbeiten konkrete Vorschläge, wie die Umsetzung der nationalen Klimaziele und der Erhalt der Biodiversität in der Corona-Krise mit den Zielen wirtschaftlicher Erholung, Beschäftigungsförderung und nachhaltiger Entwicklung verknüpft werden können. Weltweit werden über 50 Beratende in 34 Ländern gefördert. 






"Kolumbien ist eines der Länder mit der größten biologischen Vielfalt der Welt. Wir wollen dieses reiche Naturkapital schützen, indem wir naturbasierte Lösungen zu einem Kernbestandteil unserer nationalen Erholungsstrategien machen. In der Praxis versuchen wir, grüne Infrastrukturprojekte voranzutreiben und Produkte der Bioökonomie zu fördern." 

Mónica Parra, Beraterin in Kolumbien 


"Trotz der COVID-19-Krise verfolgt Äthiopien weiterhin seine Agenda für grünes Wachstum. Als Berater der nationalen Planungs- und Entwicklungskommission arbeite ich an der Einrichtung eines Wirtschaftsforums, das dem privaten Sektor eine Plattform bieten soll, um eine aktive Rolle für den nachhaltigen Neustart der Wirtschaft zu übernehmen."

Bamlaku Alamirew Alemu, Berater in Äthiopien

Engagement der Internationalen Klimaschutzinitiative

Durch das IKI-Corona-Response-Paket werden 20 Beraterinnen und Berater in acht Ländern finanziert: in Äthiopien, Costa Rica, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Nigeria, Ruanda und Uganda. Die IKI-Partnerländer hatten im Rahmen der NDCP-Initiative wirtschaftliche Beratungsleistung angefragt. Der Einsatz der Beraterinnen und Berater in Ministerien der Länder wird von IKI-Projekten finanziert und fachlich begleitet. 

Ergänzend zur Initiative der NDC-Partnerschaft ermöglicht die IKI über ein Vorhaben der OECD auch den Einsatz von Beratenden in vier weiteren Ländern: in Georgien, Kirgistan, Moldau und Usbekistan. 

Neben Klimaschutz und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels fördert die IKI insbesondere den Erhalt der Biodiversität als einen thematischen Schwerpunkt in der Arbeit der Beraterinnen und Berater. Die genaue thematische Ausrichtung hängt von den Bedarfen der Länder ab. Während beispielsweise in Kolumbien ein Fokus auf naturbasierten Lösungsansätzen für Klimaschutz und -anpassung liegt, liegt der Schwerpunkt der Beratungsarbeit in Indonesien auf den Sektoren Landwirtschaft, Abfall und Energie. In Äthiopien arbeitet der Berater daran, die Rolle des Privatsektors in Maßnahmen des nachhaltigen Wiederaufschwungs zu stärken. 

Wissen teilen, Erfahrungen austauschen: Vernetzung der Fachleute 

Zusätzlich fördert die IKI gemeinsam mit anderen Mitgliedern der NDCP die Vernetzung der Beraterinnen und Berater untereinander. 

Darüber hinaus stellen sechs IKI-Projekte fachliche Expertise für alle Mitgliedsländer der NDCP bereit. Sie tragen zu einer eigens eingerichteten Gruppe von thematischen Expertinnen und Experten bei, die Partnerregierungen bei weitergehenden technischen und sektoralen Anfragen zum Thema Green Recovery unterstützt. Die Expertise umfasst die Verknüpfung von Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung sowie die Themen Klimafinanzierung, Klimaberichterstattung, Biodiversität, AFOLU (Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Landnutzung) und Transport. 

Ausblick 

Viele Beraterinnen und Berater sind seit Beginn des Jahres 2021 im Einsatz und werden die Finanz- und Planungsministerien für sechs bis zwölf Monaten unterstützen. Sie sollen in dieser Zeit konkrete Vorschläge erarbeiten, die in die Entwicklung von Wirtschaftsprogrammen und langfristigen politischen Entwicklungsstrategien einfließen werden. 

Ziel ist, die Corona-Krise als Chance zu nutzen: Aktuelle Konjunkturmaßnahmen sollen im Einklang mit Klimaschutz, Klimaanpassung und dem Erhalt der Biodiversität zu einer langfristigen, nachhaltigen Transformation beitragen. 




Weitere Informationen zum Thema "Green Recovery"

Green Recovery: Erfahrungen aus Kolumien

Mónica Parra über ihre Arbeit für die „Economic Advisory Initiative". 

Zum Interview ...

Briefing für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung

Hier finden Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Organisationen alle Ausgaben des Newsletters. 

Lesen Sie mehr ...




Das IKI-Corona-Response-Paket

Hier finden Sie eine Übersicht, wie die IKI den nachhaltigen Neustart in und nach der Corona-Pandemie unterstützt. 

Zur Themenseite ...