IKI 2020 – Herausforderungen und Lösungen

Seit 2008 finanziert die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Klimaschutz und Biodiversitätserhalt in Entwicklungs- und Schwellenländern. In den 12 Jahren hat die IKI über 730 Klima- und Biodiversitätsprojekte weltweit mit mittlerweile über vier Milliarden Euro finanziert. Der in der Vergangenheit stetig gewachsene Haushaltsansatz für 2020 lag bei 567 Millionen Euro. Auch im herausfordernden „Coronajahr“ werden diese Mittel aller Voraussicht nach voll ausgeschöpft. Bis jetzt (Ende Dezember 2020) sind ungefähr 100 Projekte im Jahr 2020 neu gestartet, finanziell aufgestockt oder - als Antwort auf Beeinträchtigungen durch die Pandemie - kostenneutral verlängert worden.

Dies war und ist nur möglich, weil alle IKI-Partner weltweit eng zusammengearbeitet haben, Schwierigkeiten schnell kommuniziert haben und Lösungen schnell umsetzen konnten. Der Dank gilt all jenen, die in aller Welt die IKI-Projekte mit Leben füllen und in die Praxis tragen. Unser Dank gilt aber gleichermaßen auch all jenen, die in den Büros und Verwaltungen für einen reibungslosen Ablauf der Anträge, Evaluationen, der Buchhaltung und Antragsprüfungen, Kooperationserfordernisse und Berichtspflichten gesorgt haben. Damit ist die Qualität der IKI-Projekte hoch geblieben und viele Länder und Gemeinschaften konnten von den gemeinsamen Bemühungen profitieren.

Wir freuen uns über die Erfolge 2020 trotz und mit COVID-19. Es war ein schweres, arbeitsreiches Jahr für alle, aber wir blicken optimistisch in die Zukunft! 







IKI aktuell

Weitere Informationen über das IKI-Jahr 2020 finden Sie in unserem Übersichtspapier "IKI aktuell - Herausforderungen und Lösungen 2020". 

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Auswirkungen von COVID-19 auf IKI-Projekte

Gute Kommunikation, schnelle Lösungen

Auch IKI-Projekte sind durch die Lockdowns ab Jahresanfang in Bedrängnis geraten. Die gute Kommunikation zwischen Durchführungsorganisationen hat schnell zu einem Set an Erleichterungen für Änderungen an der Projektdauer und Zielformulierungen geführt, um die guten Ambitionsniveaus nicht durch verzögerte Zielerreichung zu gefährden.

Ausgefallen Dienstreisen, abgesagte Treffen, Seminare und Workshops haben viele Projekte am konsequenten Erfolg gehindert, denn digitale Formate haben sich zwar schnell etabliert, sind aber nicht für alle Aufgaben geeignet.


Das Corona-Response-Packet

Gleichzeitig hat die IKI das Portfolio dahingehend untersucht, an welchen Stellen schnellstmöglich durch Anpassung, Aufstockung der Projektmittel und Verlängerung der Laufzeiten ein Beitrag zu einem klimafreundlichen Neustart in den Projektländern machbar ist. Hieraus ist das umfangreiche „Corona-Response-Paket“ in Höhe von 68 Millionen Euro mit seinem Fast-Track-Verfahren entstanden, das Partnerländer kurzfristig bei der Bewältigung der COVID-19-Krise unterstützen konnte.

Mit dieser Soforthilfe für 28 Projekte und zwei Neuvorhaben in 26 Ländern werden insbesondere Schutzgebiete und Biodiversitätshotspots, ein klimafreundlicher wirtschaftlicher Neustart und die Prävention zukünftiger Pandemien unterstützt. Dazu gehören auch ökonomische Beraterinnen und Berater, die in 7 Ländern Umwelt- und Finanzministerien beraten, um zu einem wirtschaftlichen Wiederaufbau gemäß der Vereinbarungen des Übereinkommens von Paris beizutragen.


"Green Recovery" fester Bestandteil der IKI-Förderung

Themencall 2020, IKI Small and Medium Grants 

Auch bei dem jährlichen Themencall der IKI hat COVID-19 einen bedeutsamen Platz erhalten. Der von November 2020 bis März 2021 offene Ideenwettbewerb der IKI steht unter dem Motto „Creating green societies in challenging times“ ebenfalls ganz im Zeichen einer Green Recovery zur Bewältigung der sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie im Rahmen eines umwelt- und klimaverträglichen Wiederaufbaus. Insgesamt 240 Millionen Euro für ambitionierte und transformative Projektideen stehen zur Verfügung. Gleichermaßen können IKI Medium Grants und IKI Small Grants Projekte zu einem zukunftsorientierten Wiederaufbau beitragen.

Ambition Initiative der NAMA-Facility 

Der größte Beitrag der IKI im Rahmen der globalen Green Recovery ist jedoch die „Ambition Initiative“ der NAMA-Facility, die zum fünften Jahrestag des Übereinkommens von Paris gestartet wurde. Die Sonderinitiative soll besonders ambitionierte Länder durch innovative Projekte bei der Umsetzung ihrer nationalen Klimaschutzziele unterstützen. Die Projekte sollen die Länder außerdem in ihrer wirtschaftlichen Erholung von den Auswirkungen der Corona-Pandemie fördern. Die „Ambition Initiative“ ist mit 174 Millionen Euro die bisher größte Ausschreibung der NAMA-Facility und wird maßgeblich von Deutschland (100 Millionen Euro, Federführung BMU, IKI) und Großbritannien (68 Millionen Euro) finanziert. Die Childrens Investment Fund Foundation (CIFF) beteiligt sich mit 5 Millionen Euro.

Der internationale Anpassungsfonds

Das BMU ist über die IKI auch der größte Geber des internationalen Anpassungsfonds, der Entwicklungsländer, die besonders anfällig für die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind, bei der Finanzierung von konkreten Projekten und Programmen zur Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Der Anpassungsfonds hilft der lokalen Bevölkerung in vielen Ländern, ihre Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel zu erhöhen und Ökosysteme zu schützen. Im Jahr 2020 hat das BMU über die IKI weitere 50 Millionen Euro in den Anpassungsfonds eingezahlt. Seit der Gründung des Fonds wurden so über die IKI 390 Millionen Euro in den Anpassungsfond eingezahlt.

Ungebrochene Tatkraft bei neuen Projekten

Mobilisierung privaten Kapitals

Im Pariser Klimaschutzabkommen (PA) wurde 2015 das Ziel der Kopenhagen-Vereinbarung aus dem Jahr 2009 erneuert, ab 2020 gemeinsam jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren, um die Entwicklungs- und Schwellenländer bei Klimaschutz und Anpassung zu unterstützen. Zusätzlich wurde vereinbart, die globalen Finanzflüsse und Investitionsströme konsistent zu machen mit einem kohlenstoffarmen und klimaresilienten Entwicklungspfad (Artikel 2.1.c des Pariser Abkommens).

Bisher bleibt die Mobilisierungsrate privater Investitionen weit hinter den Erwartungen zurück. IKI hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend mit Klimafinanzierungsfragen und der Mobilisierung privaten Kapitals befasst.

2020 sind so eine große Zahl (Fonds-)Projekte entstanden, die über verschiedene Wege dazu beitragen - zum Beispiel:

  • City Climate Finance Gap Funds II (insgesamt 15 Millionen Euro im Jahr 2020)
  • Catalyzing private financing for climate impact in Africa - Climate Facility Afrika für Compact with Africa (20 Millionen Euro)
  • Scale Up Finance Sector - 30 by 30 Zero (20 Millionen Euro)
  • Regeneration Initiative (10 Millionen Euro aus dem Corona-Response-Paket)

Netto Null – Unterstützung zur Minderung von Treibhausgasemissionen 

Die Umsetzung des Übereinkommens von Paris ist der zentrale Leitfaden der meisten IKI-Projekte. Die relevanten Projekte unterstützen die Partnerländer der IKI bei der Weiterentwicklung der nationalen Klimapolitik sowie der konkreten Umsetzung innovativer Instrumente zur Minderung von Treibhausgasemissionen.

Im Jahr 2020 sind so beispielsweise folgende Projekte neu gestartet:

  • PtX Pathways (20 Millionen Euro)
  • Saubere, bezahlbare und sichere Energie für Südostasien (CASE) (rund 19,5 Millionen Euro)
  • Initiative for Climate Action Transparency (ICAT) (ergänzende 20 Millionen Euro) 
  • Gründung eines Unterstützungsfonds für das Climate Vulnerable Forum (CVF) (3 Millionen Euro)


Waldlandschaften, Biodiversität und ökosystembasierte Anpassung

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat die Dekade 2021 bis 2030 zur UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt. Ziel ist es, die globale Degradierung von Ökosystemen und den einhergehenden Verlust der Biodiversität zu verhindern und den Trend umzukehren.

IKI unterstützt die im Sommer 2021 offiziell startende Dekade mit vielen Projekten und Initiativen. Dazu gehören insbesondere die Unterstützung zentraler Prozesses der relevanten UN-Organisationen und die Seed Capital Assistance Facility (Start bereits Dezember 2019) zur Unterstützung von Forest-Landscape-Restoration-Projekten durch private Finanzierung. 

Gleichfalls werden die Bonn Challenge, das Global Landscapes Forum (GLF) und die New York Declaration on Forests (NYDF) weiterhin unterstützt. Diese Initiativen sind zentrale Säulen der internationalen Bestrebungen zur Wiederherstellung von Waldlandschaften. 

Ausgewählte neue Projekte, die 2020 gestartet sind, um die Ziele der Dekade zu unterstützen, den IKI-Schwerpunkt ökosystembasierte Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels weiter auszubauen oder die den Fokus auf indigene Gemeinschaften und den Schutz von Biodiversität legen sind:

  • Wiederherstellung von Waldlandschaften in Afrika (rund 23 Millionen Euro)
  • Ökosystembasierte Anpassung und Waldwiederaufbau in vulnerablen ländlichen Gemeinden des Biologischen Korridors in der Karibik (rund 19,8 Millionen Euro)
  • Scaling-up von ökosystembasierten Anpassungsmaßnahmen in ländlichen Gebieten in Lateinamerika (rund 19,4 Millionen Euro)