Die IKI im Jahr 2020

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) leistete auch unter schwierigen Bedingungen ihren Beitrag zum globalen Klima- und Biodiversitätsschutz – eine Bilanz des Jahres 2020.

Das Corona-Jahr 2020 stellte auch die IKI und die von ihr geförderten Projekte vor große Herausforderungen. Doch trotz der zahlreichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie schöpfte die IKI ihren Haushaltsansatz in Höhe von 567 Millionen Euro voll aus. Die tatsächlichen Ausgaben lagen 2020 für insgesamt 385 laufende und neue Projekte bei etwa 601 Millionen Euro (2019: 467 Millionen Euro, 2018: 410 Millionen Euro) – die Diskrepanz zwischen Haushaltsansatz und Ausgaben resultiert aus Ausgaberesten aus Vorjahren. Für Ausgaben im Jahr 2020 und geplante Ausgaben in den Folgejahren wurden rund 619 Millionen Euro zugesagt. Darin enthalten sind auch Einzahlungen in internationale Klima- und Biodiversitätsfonds sowie Zusagen für die IKI Medium Grants unter der Federführung der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, die IKI Small Grants in der Verantwortlichkeit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die NAMA-Fazilität. Bis Ende des Jahres wurden 109 Projekte in Partnerländern neu gestartet oder finanziell aufgestockt.

Thematische Ideenwettbewerbe: 3 neue Calls und 934 Projektideen

In der Fördersäule der thematischen Auswahlverfahren starteten im Jahr 2020 gleich drei neue Ideenwettbewerbe. Für den Themencall 2020 wurden unter dem Leitmotiv „Creating Green ­Societies in Challenging Times“ Ideen für Projekte mit einem Fördervolumen von 8 bis 30 Millionen Euro in insgesamt 13 Förderschwerpunkten gesucht. Bei den IKI Medium Grants (bis 800.000 Euro Fördervolumen) gab es mit den Themen Energie, Mobilität, Stadt und Biodiversität vier sich ergänzende Förderschwerpunkte. Bei den IKI Small Grants (bis 100.000 Euro Fördervolumen) wird das gesamte Themenspektrum der IKI-Förderbereiche abgedeckt.

Übersicht der 2020 gestarteten Calls und Arbeitspakete:

  • Themencall 2020: Skizzeneinreichung bis März 2021 und Begutachtung der Skizzen
  • IKI Medium Grants 2020: Skizzeneinreichung bis Mai 2020 und Bearbeitung der 204 eingegangenen Projektskizzen
  • IKI Small Grants 2020: Skizzeneinreichung bis Februar 2021 und Begutachtung der Skizzen

Neben den neuen Ideenwettbewerben wurden auch bereits zuvor gestartete thematische Auswahlverfahren im Jahr 2020 weiter vorangetrieben. Folgende Fortschritte wurden dabei erzielt:

  • Themencall 2019 1.0: Aufforderung von 13 Projektskizzen zur Erstellung eines Projektvorschlag
  • Themencall 2019 2.0: Eingang von 188 Projektskizzen und Auswahl von 14 Projekte
  • IKI Small Grants 2019: Eingang von 542 Projektskizzen, Auswahl von 38 Projekten, Bewilligung von 2 Projekten

Neben den „International Calls“ startete im Rahmen der IKI Small Grants zudem die Komponente „Funding institutions“. In dieser werden sowohl nationale als auch regionale Förderinstitutionen beim Ausbau ihrer institutionellen Kapazitäten unterstützt, um eigene Ideenwettbewerbe für lokale Projekte umzusetzen. 2020 wurde erfolgreich die Kooperation mit der ersten Förderinstitution angestoßen – dem Nationalen Klima- und Umweltfonds (Fonds National pour l’Environnement ­­et le Climat, FNEC) in Benin. Dieser fördert mithilfe der IKI Kleinprojekte, die einen Beitrag zum national festgelegten Klimaschutzbeitrag (Nationally Determined Contribution, NDC) des Landes leisten.

Länderspezifische Auswahlverfahren: enge Zusammenarbeit mit den Partnerländern

In der Fördersäule der länderspezifischen Auswahlverfahren startete die IKI im Jahr 2020 zwei neue Ideenwettbewerbe in den IKI-Schwerpunktländern Südafrika und Peru:

  • Südafrika: Eingang von 17 Projektskizzen
  • Peru: Skizzeneinreichung bis April 2021

Für weitere neun bereits gestartete Ideenwettbewerbe wurde der Auswahlprozess im Jahr 2020 vorbereitet und fortgeführt:

  • Indien (2019): Begutachtung von 14 Projektskizzen
  • Indonesien (2019): Begutachtung von 19 Projektskizzen
  • Thailand (2019): Begutachtung von 6 Projektskizzen
  • Vietnam (2019): Begutachtung von 10 Projektskizzen
  • Argentinien (2018): Aufforderung von 1 Projektskizze zur Erstellung eines Projektvorschlages
  • Costa Rica (2018): Aufforderung von 1 Projektskizze zur Erstellung eines Projektvorschlages
  • Kolumbien (2018): Aufforderung von 2 Projektskizzen zur Erstellung eines Projektvorschlages
  • Mexiko (2018): Aufforderung von 1 Projektskizze zur Erstellung eines Projektvorschlages
  • Ukraine (2018): Begutachtung der 6 eingegangen Skizzen
  • Russland (voraussichtlich 2021): gemeinsame Erarbeitung der Förderschwerpunkte mit der russischen Regierung

Pandemieauswirkungen auf die IKI-Arbeit

Durch die Covid-19-Pandemie standen die IKI-Projekte bei der Umsetzung ihrer Ziele vor großen Herausforderungen. Abgesagte Vor-Ort-Termine, Seminare und Workshops und weitreichende Reiseeinschränkungen behinderten viele Projekte gerade zu Beginn der Projektarbeit. Durch die effektive Kommunikation aller Beteiligten konnte die IKI schnell reagieren und umfangreiche Erleichterungen für ihre Projekte anbieten, um gute Ergebnisse nicht durch Verzögerungen zu gefährden. Darüber hinaus verlängerte das Bundesumweltministerium die Einreichungsfristen für die offenen Calls während des ersten Lockdowns um zwei Wochen.

Mit dem Andauern der Pandemie passte sich die Arbeitsweise der IKI den neuen Rahmenbedingungen flexibel an, und es wurden Lösungen für die unterschiedlichen Problemstellungen entwickelt. Dies war nur möglich, weil alle IKI-Partner weltweit eng zusammengearbeitet haben, Schwierigkeiten schnell kommuniziert wurden und so Lösungen schnell gesetzt werden konnten.

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