Traditionelles Fischerboot von oben

Ein herausforderndes Jahr für die Welt

Die Pandemie als Ausgangspunkt für mehr Klima- und Biodiversitätsschutz. Ein Auszug mit sechs Beispielen aus der Projektarbeit der Internationalen Klimaschutz initiative (IKI) im Corona-Jahr 2020.

Die Klimakrise und der Verlust der biologischen Vielfalt stellen die Staatengemeinschaft seit Jahren vor riesige Herausforderungen. Dennoch drohten beide mit dem Beginn der Corona- Pandemie Anfang des Jahres 2020 in den Hintergrund zu treten. Dabei sind beide Krisen miteinander verbunden. Denn der Übergang von Sars-CoV-2 auf den Menschen hängt unmittelbar damit zusammen, wie die Menschheit ihre natürlichen Lebensgrundlagen ausbeutet und Ökosysteme verändert oder zerstört. Die Corona-Pandemie zeigt uns mit voller Wucht, wie überlebenswichtig der Schutz unserer Erde für alle Lebewesen ist – und dass Klimaschutz und Biodiversität keine Themen der fernen Zukunft sind, sondern jeder Tag des Handelns zählt.

Eine schnelle Reaktion auf die Krise: das IKI-Corona-Response-Paket

Aufgrund der Pandemie waren insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer gezwungen, ihre knappen Haushaltsmittel für Klima- und Naturschutzaufgaben in ihre Gesundheitssysteme umzuleiten. Mit riesigen Konjunkturpaketen begannen 2020 die Regierungen weltweit, die negativen Auswirkungen der Pandemie aufzufangen, um Arbeitsplätze und wirtschaftliches Überleben zu sichern. Weltweit starteten zugleich Initiativen und Unterstützungsangebote, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau mit einem nachhaltigen Aufschwung zu verbinden. Das Ziel: Klimaschutz und den Schutz der biologischen Vielfalt als grundlegende Bestandteile weltweit in nationale Politiken zu integrieren und die drohende jahrzehntelange Festlegung auf fossile Technologien und umweltzerstörende Weiternutzung durch alte Subventionsmuster zu vermeiden.

­­Das Bundesumwel­t­ministerium (BMU) entwickelte 2020 deshalb als Reaktion auf die Pandemie unter der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) das Corona-Response-Paket. Es unterstützt die Partnerländer der IKI, die Herausforderungen der Pandemie und des Klima- und Biodiversitätsschutzes gezielt gemeinsam anzugehen, und zwar mit drei thematischen Schwerpunkten: erstens Soforthilfemaßnahmen für Naturschutzgebiete und Biodiversitäts-Hotspots, zweitens die Unterstützung eines nachhaltigen wirtschaftlichen Neustarts (Green Economic Recovery) und drittens Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung zukünftiger Pandemien. 28 ausgewählte Projekte und Initiativen in insgesamt 25 Ländern erhielten im Rahmen des Corona-Response-Pakets zusätzliche Mittel und Aufgaben; ein Projekt wurde neu bewilligt. Ziel war es, bestehende gesellschaftliche Strukturen zu erhalten, Beschäftigungswirkungen der Projekte zu stärken sowie die Transformation zu einer klima- und biodiversitätsfreundlichen Wirtschaft auf unterschiedlichen Ebenen zu verbessern und zu beschleunigen. Das Maßnahmenpaket hatte ein Volumen von 68 Millionen Euro.

Lokale und indigene Gemeinschaften

Weltweiter Artenschutz gelingt nur gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften und indigenen Völkern. Das Projekt unterstützt diese in 45 Ländern bei der Bewahrung ihrer traditionellen Gebiete. Dazu bietet es unter anderem einen Kleinprojektefonds und befähigt die Gemeinschaften durch Kompetenzaufbau, Schutzgebiete zu managen. Das Projekt arbeitet auch daran, indigenes, lokales Wissen in staatlichen Planungsprozessen zu berücksichtigten.

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Finanzströme im Einklang mit Paris

Das globale Finanzsystem muss für die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens so umgebaut werden, dass immer mehr Gelder in kohlenstoffarme Wirtschaftsaktivitäten fließen. Das vom Projekt entwickelte Paris Agreement Capital Transition Assessment Tool modelliert die Risiken für kohlenstoffarme Investitionen. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde es weiterentwickelt und ist nun auch für Green-Recovery-Programme anwendbar.

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So hilft die IKI beim nachhaltigen wirtschaftlichen Neustart

Im Rahmen des Corona-Response-Pakets erhielten 16 laufende IKI-Projekte, die sich durch eine besondere Beschäftigungswirkung auszeichnen, zusätzliche finanzielle Mittel. Neun weitere wurden inhaltlich stärker auf einen nachhaltigen wirtschaftlichen Neustart ausgerichtet. Die Schwerpunkte dieser Projekte liegen auf den Themen Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Stadtentwicklung und Mobilisierung nachhaltiger Investitionen.

Des Weiteren beteiligte sich das BMU über die IKI an der im Juni 2020 von der NDC-Partnerschaft (Nationally Determined Contributions Partnership, NDCP) gegründeten Economic Advisory Initiative. Die Initiative stellt Entwicklungs- und Schwellenländern auf Anfrage Wirtschaftsberaterinnen und -berater zur Seite, um die Umsetzung der nationalen Klimaziele und den Erhalt der Biodiversität in der Corona-Krise mit den Zielen wirtschaftlicher Erholung zu verknüpfen. Die IKI finanziert 20 Beraterinnen und Berater in acht Ländern. Weltweit werden im Rahmen der Economic Advisory Initiative über 50 dieser Experten und Expertinnen in 34 Ländern von verschiedenen Gebern unterstützt. Ergänzend zur Initiative der NDCP ermöglicht die IKI über ein Vorhaben der OECD auch den Einsatz von Beratenden in vier weiteren Ländern. Mit der Partnership for Action on Green Economy (PAGE) der Vereinten Nationen wird zusätzliche Unterstützung in zwanzig Ländern für nachhaltige Konjunkturmaßnahmen und Transitionspfade angeboten.

One-Health-Ansatz für Schutzgebiete

Die Sicherung von Ökosytemen schützt nicht nur die biologische Vielfalt, sondern verbessert auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Das Projekt entwickelte mit der „IUCN Green List“ einen internationalen Management- Standard für Schutzgebiete, der als Reaktion auf die Pandemie mit dem One-Health-Ansatz ergänzt wurde. Es verbreitet zudem ein weltweites Portfolio von Fallstudien, die ein erfolgreiches Management dokumentieren.
 

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Klimaresiliente Stadtplanung

Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist für philippinische Städte essenziell. Das Projekt berät die Partnerregierung zu geeigneten politischen Maßnahmen und nachhaltigen Stadtentwicklungsplänen. Modellmaßnahmen in fünf Städten helfen, neue Erkenntnisse zu zu gewinnen und umzusetzen. Das Beratungsportfolio wurde zudem um die Bewertung von Klima- und Katastrophenrisiken unter Berücksichtigung der Covid-19-Pandemie erweitert.

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Förderschwerpunkte für nachhaltigen Wiederaufbau

Über diese Maßnahmen hinaus reagierte die IKI auch im Rahmen der 2020 begonnenen Auswahlverfahren auf die neue Krisensituation. Ganz im Zeichen eines nachhaltigen Neustarts war im thematischen Auswahlverfahren 2020 neben der Bewältigung der sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie vor allem der umwelt- und klimaverträgliche Wiederaufbau von Bedeutung. Ebenfalls auf die Corona-Folgen ausgerichtet wurde der 2020 gestartete zweite Ideenwettbewerb der IKI Medium Grants. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Stärkung der Widerstandsfähigkeit von lokalen Gemeinschaften und indigenen Bevölkerungsgruppen im Zuge der Covid-19-Pandemie.

NAMA-Fazilität „Ambition Initiative“ gestartet

Ebenfalls 2020 konnte über die IKI ein Sonderförderprogramm der NAMA-Fazilität für beim Klimaschutz besonders ambitionierte Länder gestartet werden. Deutschland sagte hierfür IKI-Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für die „Ambition Initiative“ zu. Daneben engagieren sich auch das Vereinigte Königreich und die Children’s Investment Fund Foundation mit 68 und 4 Millionen Euro. Die „Ambition Initiative“ unterstützt ausschließlich Projekte in Ländern, die sich vor der 26. UN-Klimakonferenz zu erhöhten national festgelegten Klimaschutzbeiträgen (Nationally Determined Contributions, NDCs) verpflichtet haben.

IKI unterstützt die Ambitionssteigerung bei den NDCs

Neben der Ambition Initiative trug während des Jahres 2020 eine Reihe weiterer IKI-Projekte dazu bei, die Ambitionen für den Klimaschutz in mehreren Partnerländern zu erhöhen. Sie unterstützten die Partnerregierungen direkt bei der Vorbereitung und Einreichung verbesserter NDCs oder förderten die Ausarbeitung relevanter Klimapolitiken und Gesetze sowie die Umsetzung ambitionierter Ziele. Dazu arbeiteten sie unter anderem eng mit der NDCP zusammen und waren im Rahmen des Climate Action Enhancement Package (CAEP) aktiv.

Zu den IKI-Projekten, die 2020 erfolgreich zu Ambitionssteigerungen beigetragen haben, zählen beispielsweise das Unterstützungsvorhaben für die Umsetzung des Paris-Abkommens (Support Project for the Implementation of the Paris Agreement, SPA), das Projekt „Nachverfolgung und Stärkung von Klimaaktivitäten“ (Tracking and Strengthening Climate Action, TASCA), das IMPACT-Projekt sowie das NDC-Unterstützungsprogramm (NDC Support Programme, NDC SP). Konkret begleitete unter anderem das NDC SP 37 Länder dabei, ihre NDCs als Instrument für den Übergang zu einem klimafreundlichen, kohlenstofffreien Pfad zu nutzen. TASCA und das IMPACT-Projekt trugen dazu bei, dass unter anderem Nepal und Äthiopien ehrgeizigere NDCs einreichten. Darüber hinaus waren im Jahr 2020 die IKI-Schnittstellenprojekte daran beteiligt, dass die NDCs in vielen Ländern ambitionierter wurden.

Insgesamt leistete die IKI im Jahr 2020 einen ehrgeizigen Beitrag zu vielen Erfolgen in der inter­nationalen Klima- und Biodiversitätspolitik und zeigte, dass die Bewältigung der Pandemie und ­ein nachhaltiger Neustart gemeinsam umgesetzt werden können.

Zu den IKI-Projekten, die 2020 erfolgreich zu Ambitionssteigerung beigetragen haben, zählen beispielsweise das Unterstützungsvorhaben für die Umsetzung des Paris-Abkommens (Support Project for the Implementation of the Paris Agreement, SPA), das Projekt „Nachverfolgung und Stärkung von Klimaaktivitäten“ (Tracking and Strengthening Climate Action, TASCA), das IMPACT-Projekt sowie das NDC-Unterstützungsprogramm (NDC Support Programme, NDC SP). Konkret begleitete unter anderem das NDC SP 37 Länder dabei, ihre NDCs als Instrument für den Übergang zu einem klimafreundlichen, kohlenstofffreien Pfad zu nutzen. TASCA und das IMPACT-Projekt trugen dazu bei, dass unter anderem Nepal und Äthiopien ehrgeizigere NDCs einreichten. Darüber hinaus waren im Jahr 2020 die IKI-Schnittstellenprojekte daran beteiligt, dass die NDCs in vielen Ländern ambitionierter wurden.

Insgesamt leistete die IKI im Jahr 2020 einen ehrgeizigen Beitrag zu vielen Erfolgen in der internationalen Klima- und Biodiversitätspolitik und zeigte, dass die Bewältigung der Pandemie und ein nachhaltiger Neustart gemeinsam umgesetzt werden können.

Allianz für Waldlandschaften

Die Wiederherstellung von Waldlandschaften (Forest Landscape Restoration, FLR) leistet einen wichtigen Beitrag zu national festgelegten Klimaschutzbeiträgen. Im Zuge der Corona-Pandemie baut das Projekt eine FLR-Allianz in Paraguay auf, die FLR-Aktivitäten fördert. Zudem entsteht ein Kompetenzzentrum, dass die Umsetzung der Maßnahmen verbessert, und eine Arbeitsmarktplattform, um Fachleute für FLR-Maßnahmen zu gewinnen.

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Solarbetriebene Eismaschinen

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein zentraler Baustein der indonesischen Regierung, um die ihre Minderungsziele zu erreichen. Das Projekt unterstützt die Regierung, eine Strategie für die Verbreitung von Erneuerbaren Energien umzusetzen und durch Pilotprojekte zu demonstrieren. Zu diesen zählen unter anderem die Einführung einer solarbetriebenen Eismaschine sowie die Verwertung landwirtschaftlicher Abfälle für die Biogaserzeugung.

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