Thailand: Wenn Stroh zu Gold wird

Nach ihrem Studium in Bangkok entschied sich Jaruwan Khammuang in ihr Dorf in der nördlichen Provinz Lampang zurückzukehren. Die Unternehmerin setzt sich dafür ein, dass Reisstroh nach der Ernte nicht verbrannt wird. Dadurch entsteht nicht nur beißender Rauch, sondern auch klimaschädliches CO2.

Bisher ist es auf dem Land üblich, die Pflanzenreste zu verbrennen und dann verrotten zu lassen. Dadurch entsteht klimaschädliches Methan. Jaruwan will die Erntereste nutzen, weil sie diese als wertvolle Ressource sieht. Ihr Startup Fang Thai verarbeitet die Abfälle zu Zellstoff, ganz ohne Zusatz von Chemikalien.

Reispapier und Einweggeschirr, das vollständig biologisch abbaubar ist, entsteht daraus. Zusammen mit der Universität von Chiang Mai hat die Firma eine Beschichtung aus Reisstärke entwickelt, die die Produkte für mehrere Stunden undurchlässig für Flüssigkeiten macht und damit zu einer nachhaltigen Alternative für Kunststoff- und Styroporverpackungen. In der Fabrik der 31-jährigen Unternehmerin finden zudem Reisbauern Arbeit, die sonst nach der Ernte oft arbeitslos wurden.

Ein Beitrag von Christian Uhlig

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