Details - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Biodiversität und Klimawandel

Stand: November 2018

Ziel und Massnahmen

Ziel des Projektes war der Erhalt der Biodiversität sowie der Kohlenstoffspeicherkapazität ausgewählter Waldökosysteme Sumatras. Aufbauend auf verbesserten Datengrundlagen wurden gemeinsam mit relevanten Akteuren besonders schützenswerte Gebiete ausgewählt und Konzepte für Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung entwickelt. So wurde zum Beispiel die Artenvielfalt erfasst und vermiedene Entwaldung sowie Walddegradierung gemessen. Hierbei war die Entwicklung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung ein wichtiges Element. Das Projekt hat die Fähigkeiten lokaler Institutionen und Dorfgemeinschaften zur Planung und Umsetzung gemeinschaftlicher Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte gefördert. Flankierend wurden Managementkapazitäten relevanter Behörden gestärkt, einschließlich solcher zu Messung, Monitoring, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) der lokalen Beiträge zu den nationalen THG-Reduktionszielen.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Projekt abgeschlossen
  • Das Vorhaben hat auf Lokal- und Provinzebene Datenkenntnis und -management, Kapazitäten, behördliche Entscheidungs- und Planungsprozesse sowie die Einkommenssituation einzelner Dörfer verbessert.
  • Es wurden zwei nachhaltige Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte für ausgewählte Waldökosysteme in den Interventionsgebieten des Vorhabens durch die kompetenten Behörden unter Beteiligung relevanter Stakeholder verabschiedet: eine Biodiversitätsstrategie und einen Aktionsplan für Artenvielfalt für Süd-Sumatra.
  • Durch ein angepasstes, partizipatives Mess-, Datenmanagement-, Berichts- und Überprüfungssystem ist ein nachhaltiges ökosystembasiertes Management ermöglicht worden, dass mit seinen konkreten Beiträgen zu den NDCs Indonesiens Pilotcharakter aufweist.
  • Ca. 350 Mitarbeiter/innen relevanter Behörden wurden in Methoden zur Erfassung von Biodiversität, Walddegradation und Kohlen-stoffvorräten ausgebildet.
  • Ca. 35 Mitarbeiter/innen relevanter Behörden wurden in Methoden zur Erfassung von Biomasse- und Biodiversitätsverlust nach Land- und Waldbränden ausgebildet.
  • Ca. 360 Mitarbeiter/innen relevanter Behörden und unterstützender Organisationen wurden in der Entwicklung pragmatischer, partizipativer Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte sowie in der Gestaltung partizipativer Planungsprozesse ausgebildet.
  • Ca. 290 Vertreter/innen aller betroffenen Dorfgemeinschaften wurden für die Beteiligung an Planung und Umsetzung partizipativer Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte fortgebildet.
  • Ca. 30 Vertreter/innen von 5 ausgewählten Dorfgemeinschaften wurden im Modul Waldbrandprävention als Bestandteil der Schutz- und Bewirtschaftungskonzepte trainiert.
  • Es wurden Datengrundlagen zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Gebieten hoher Artenvielfalt sowie zur Messung vermiedener Entwaldung und Walddegradation erarbeitet, z.B.:
  • - Analyse der Landnutzung sowie die Dynamik der Landnutzungsänderungen einschließlich der Fragmentierung ab 1990 - Darauf aufbauend Beginn einer Studie zur aktuellen Waldtypenverteilung und des derzeitigen Waldzustandes mit besonderem Bezug zur Fragmentierung sowie zur oberirdischen Biomasse, der Kohlenstoffbindung und der biologischen Artenvielfalt. - Aufnahme von 120 Inventurpunkten in vier Ökosystemen (u.a. 425 Baumarten und Identifizierung von baumartbezogenen Schlüsselarten) - Entwicklung eines Rahmenwerks für ein Bioindikatoren-Set im Jahr 2014 zur Bewertung der Qualität der Waldökosysteme und zur Festlegung von Parametern für die Ebenen Landschaft, Habitat, Population/Spezies sowie zur Messung von Walddegradation. Dies wurde 2015 auf Basis der Inventurdaten weiterentwickelt und 2016 um ein Indikatoren-Set für Artenvielfaltsanalysen erweitert.
  • Der Biomasse- und Biodiversitätsverlust, insbesondere durch Land- und Waldbrände, wurde für Süd-Sumatra berechnet und ein Rehabilitierungskonzept für Pilotflächen erstellt.
  • Bei der Universität Sriwijaya Palembang wurde ein Server-Online-Datenbank-System installiert. Genutzt wird das System für Schutzgebietsausweisung als auch Landnutzungsplanung sowie Forschung und Berichte. Das Biodiversitätsinformationssystem South Sumatra Biodiversity Information Network (SSBIN) ist ein integraler Bestandteil der Konvention über die biologische Vielfalt und eine Plattform für Knowledge Sharing. Ziel ist auch, Biodiversitätsdaten für das nationale Informationssystem zu Biodiversität (InaBIF) zur Verfügung zu stellen. Das aufgebaute Internetportal wurde 2017 an die nationale Ebene angebunden.
  • Es wurde das Forstdatenmanagementsystem Spatial Data Network on Forestry (JDSK) für die Forstdienste auf Provinzebende entwickelt.
  • In Kooperation mit der nationalen forstlichen Trainingsanstalt wurde sowohl die lokale Bevölkerung als auch die lokalen Partner in ausgewählten Pilotgebieten in Basismodulen zu Landnutzungsrechte und die Lösung von Konflikten bei der Landnutzung trainiert. Flächen-bezogen wurden auf lokaler Ebene Grundzüge des Instruments Participatory Ecological Management (PEM) eingeführt.
  • Verabschiedung einer subnationalen Biodiversitätsstrategie 2017 unter Beteiligung von (Fach-)Verwaltung, Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen (NROs) sowie dem privaten Sektor. Es wurde ein Redaktionsteam gegründet, das in regelmäßigen Arbeitsgruppen tagte und seine Ergebnisse abstimmte.

Projektdaten

Land:
Indonesien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment and Forestry - Indonesia, Ministry of Forestry - Indonesia
  • Forestry Service of South Sumatra Province

BMU-Förderung:
4.280.000 €

Projektlaufzeit:
10/2012 bis 05/2017

Internetauftritt(e):



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