Biodiversitäts- und Klimaschutz in der Mata Atlântica (TZ Modul) - 12_IV+_013 - 9658 - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Biodiversitäts- und Klimaschutz in der Mata Atlântica (TZ Modul)

Stand: Dezember 2019

Ziel und Maßnahmen

Das Projekt trägt zum Erhalt der Biodiversität, zur Minderung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an den Klimawandel in der Mata Atlântica bei. Dazu werden ausgewählte, teils fragmentierte Schutzgebiete gesichert und verbunden. Die Gebiete liegen im Hinterland von Rio de Janeiro, im Süden des Bundesstaates Bahia und in der Küstenregion zwischen den Bundesstaaten São Paulo und Paraná. Das Projekt arbeitet mit lokalen Gemeinden an der Registrierung von kleinen Grundbesitzern im ländlichen Umweltkataster. Zudem berät es Landesumweltbehörden beim Aufbau von Referenzzentren zur Wiederherstellung von degradierten Flächen. Entwicklungsszenarien werden entwickelt, die den Klimawandel, seine Folgen und Vulnerabilitätsanalysen einbeziehen. So können Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von Ökosystemen identifiziert werden, die zur Treibhausgasminderung und zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Diese Erkenntnisse können dann in die Entwicklungsplanung des Landes einfließen.

Verbundprojekt
Biodiversitäts- und Klimaschutz in der Mata Atlântica
Vorgängerprojekt(e)
Waldschutz Mata Atlântica II
Schutz der atlantischen Küstenwälder

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • In den drei Projektregionen wurden in partizipativen Prozessen Klimarisiken identifiziert und Chancen durch ökosystembasierte Anpassungsstrategien auf mehr als 2,5 Millionen Hektar herausgearbeitet sowie auf einer Fläche von mehr als 210.000 Hektar ökosystembasierte Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen konzipiert (www.mma.gov.br/…).
  • Eine Strategie zur Förderung von Kapazitäten im Bereich der ökosystembasierten Anpassung (Ecosystem-based Adapation, EbA) wurde entwickelt, wozu Training of Trainers (ToT) und die Institutionalisierung des EbA-Ansatzes in mehreren Aus- und Fortbildungsinstitutionen in Brasilien gehören (www.mma.gov.br/…).
  • Der Ansatz der ökosystembasierten Anpassung wurde in nationale und regionale Politiken, z.B. NAP (Nationaler Anpassunsplan) und Raumordnungsinstrumente integriert. Es wurden Klimarisiken für das Biom Mata Atlântica modelliert.
  • Darüber hinaus, hat das Vorhaben das brasilianische Umweltministerium (MMA) im Bereich EbA bei der Erstellung folgender Regelwerke beraten: Nationaler Plan zur Anpassung an den Klimawandel (PNA), Nationaler Plan zur Wiederherstellung natürlicher Vegetation (PLANAVEG), Neues Waldgesetz (Código Florestal), Nationale Biodiversitätspolitik (PNB), Aktionsplan für Biodiversität (EPANB), sowie das Programm zur Finanzierung von Wiederherstellungsprojekten durch Strafzahlungen (Programa de Conversão de Multas Ambientais).
  • Für die Integration von EbA in Raumplanungsinstrumente begann 2018 eine neue Phase. Die GIZ berät zur Integration von EbA in weitere 11 Managementpläne für Schutzgebiete sowie in weitere 22 Gemeindeschutzpläne der Mata Atlântica die von der KfW finanziert werden. Für Letztere werden in Paraná Arbeitsgruppen auf Gemeindeebene mobilisiert und geschult und in Rio de Janeiro bereits die Diagnosen des Zustands der Mata Atlântica ausgearbeitet.
  • Gleichzeitig berät die GIZ zur Durchführung erster EbA-Maßnahmen, die von der FZ finanziert werden, und die in Planungsinstrumenten für Schutzgebiete und für Gemeinden vorgesehen sind. Hierzu gehören Agroforstsysteme und die nachhaltige Nutzung von natürlich vorkommenden Bryophyten (Moose) im Bundesstaat São Paulo sowie die Wiederherstellung von Naturwäldern in einem ökologischen Korridor im Bundesstaat Bahia.
  • Lernerfahrungen und Ergebnisse des Vorhabens wurden aufgearbeitet und dokumentiert und stehen zusammen mit didaktischem Material über EbA auf der Homepage des MMA zur Verfügung (www.mma.gov.br/…ântica_emdesenvolvimento/projeto-biodiversidade-e-mudanças-climáticas-na-mata-atlântica).
  • Lernerfahrungen des Vorhabens werden fortlaufend in nationale und internationale Wissensnetzwerke eingebracht, z.B.: - Beiträge für die Wissensplattform PANORAMA-Solutions (GIZ und IUCN) zur Integration von Vulnerabilität und EbA in Gemeindeplanung (panorama.solutions/…) und in Managementpläne von Schutzgebieten (panorama.solutions/…).
  • Vom Vorhaben entwickelte Empfehlungen und Schulungsmaterialien zu EbA und zu Gemeindeschutzplänen der Mata Atlântica werden für die Stärkung von Kapazitäten auf lokaler Ebene genutzt.

Projektdaten

Land:
Brasilien

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment - Brazil
  • Chico Mendes Institute for Biodiversity Conservation - Brazil,The Atlantic Forest Restoration Pact

BMU-Förderung:
7.535.000 €

Laufzeit:
04/2013 bis 09/2020

Internetauftritt(e):



Meldungen zum Projekt

11.10.2017Auszeichnung für IKI Projekt in Brasilien