Capacity Building zur Unterstützung des Aufbaus eines nationalen Emissionshandelssystems (ETS) in China - 11_I+_002 - 610 - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Capacity Building zur Unterstützung des Aufbaus eines nationalen Emissionshandelssystems (ETS) in China

Stand: Dezember 2019

Ziel und Maßnahmen

Das Projekt unterstützt die zuständigen Regierungsinstitutionen in China bei der Vorbereitung und Einführung eines Emissionshandelssystems (ETS) durch fachliche Beratung und Schulungen. Dabei werden verschiedene Aspekte eines ETS berücksichtigt: rechtliche Grundlagen und Verfahrensstrukturen, Marktaufsicht, Definition von Emissionsobergrenzen, Allokationsmechanismen, Handelsplattformen und Kohlenstoffregister. Ein wesentliches Element ist der Erfahrungsaustausch mit deutschen und europäischen Institutionen. Das Projekt bindet zudem den Privatsektor ein. Emissionshandelspflichtige Unternehmen sowie Kohlenstoffbörsen und Verifizierungsfirmen werden zum ETS, seiner Anwendung und den Besonderheiten in den verschiedenen Sektoren geschult. Die Anforderungen zu Monitoring und Berichterstattung stehen dabei im Vordergrund. Zudem werden der regionale Wissensaustausch und die Einbindung Chinas in internationale Netzwerke zum Kohlenstoffmarkt unterstützt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

Projekt in Umsetzung

  • In China entsteht das weltweit größte Emissionshandelssystem. Das System wird sich in der Anfangsphase auf den Energiesektor beschränken und rund drei Gigatonnen CO2 regulieren. Zukünftig sollen schrittweise weitere Industriesektoren und die zivile Luftfahrt einbezogen werden. Das BMU unterstützt diese Entwicklung seit 2012 über die Internationale Klimaschutzinitiative.
  • Zur Vorbereitung auf die Einführung des nationalen ETS führte das Projekt gemeinsam mit dem National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) im November 2018 zwei regionale ETS-Trainings in Zhengzhou und Wuhan für Mitarbeiter/-innen der Provinzverwaltung durch. Trainingsschwerpunkt war die Verwendung von Überwachungsplänen für die Messung und Berichterstattung von Emissionen aus dem Energiesektor, wie sie auch im Emissionshandelssystem der Europäischen Union Anwendung finden. Die beiden Trainings bildeten den Abschluss einer insgesamt sechsteiligen Trainingsreihe, bei der 2018 mehr als 230 Vertreter/-innen lokaler Regierungen und Behörden sowie nachgeordneten Institutionen zum nationalen ETS geschult wurden.
  • Aufbauend auf die erfolgreiche Trainingsreihe in 2018 werden NCSC und die GIZ im vierten Quartal 2019 weitere ETS-Trainings für Mitarbeiter/-innen der Provinzverwaltung und teilnehmender Unternehmen ausrichten. Die Trainings sind Teil des offiziellen Capacity-Building-Plans des chinesischen Ministeriums für Ökologie und Umwelt (MEE) und dienen der Vorbereitung des bevorstehenden Beginns des testweisen Handels auf nationaler Ebene. Trainingsschwerpunkte werden die Messung und Berichterstattung von Emissionen und die Zuteilung von Emissionszertifikaten sein.
  • Gemeinsam mit der International Carbon Action Partnership (ICAP) richtete das Projekt vom 21. bis 26.10.2018 ein ETS Advanced Training in Haikou aus, das sich an junge ETS-Expert/-innen aus China richtete, die direkt am Aufbau des nationalen ETS beteiligt sind. Inhaltlich standen konzeptionelle Fragestellung zur mittel- bis langfristigen Stärkung des nationalen ETS in China im Mittelpunkt.
  • Vom 12. bis 14.03.2019 organisierte das Projekt einen dreitägigen Expert/-innenworkshop mit Beschäftigten der Shanghai Environment and Energy Exchange (SEEE), der European Energy Exchange (EEX) aus Leipzig und Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) für einen Erfahrungsaustausch zum Betrieb und zur Überwachung von Emissionshandelsplattformen. Dabei standen sowohl rechtliche und regulatorische Fragestellung der Marktaufsicht sowie technische Aspekte der Handelsplattform im Marktbetrieb im Zentrum. Die SEEE leitet den Aufbau der nationalen Handelsplattform für das chinesische ETS, die in Shanghai angesiedelt werden wird.

Projektdaten

Land:
China

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH - China

Partnerinstitution(en):
  • National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) - China, National Development and Reform Commission (NDRC) - China
  • National Development and Reform Commission (NDRC) - China

BMU-Förderung:
6.500.000 €

Laufzeit:
07/2012 bis 03/2020

Internetauftritt(e):