Erhaltung der Biodiversität in den nördlichen Regionen Russlands durch den Ausbau eines an den Klimawandel angepassten Schutzgebietsnetzes zur Erreichung der CBD-Ziele - 17_IV_058 - 9870 - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Erhaltung der Biodiversität in den nördlichen Regionen Russlands durch den Ausbau eines an den Klimawandel angepassten Schutzgebietsnetzes zur Erreichung der CBD-Ziele

Stand: August 2019

Ziel und Maßnahmen

Für das Überleben der einzigartigen arktischen Biodiversität hat Russland eine besondere Verantwortung, da es die Hälfte der Arktis umfasst. Arktische Ökosysteme werden am stärksten vom Klimawandel bedroht, bieten aber gleichzeitig große Chancen, zur Umsetzung der CBD-Ziele beizutragen. Das Projekt zielt darauf ab, ein Schutzgebietsnetzwerk zu konzipieren, welches vorausschauend die Folgen des Klimawandels und der zunehmenden industriellen Erschließung und Entwicklung berücksichtigt. Dabei sollen alle arktischen Biome und traditionellen Lebensweisen berücksichtigt und integriert werden. Gleichzeitig werden die Auswirkungen des Klimawandels auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Region selbst untersucht, auch um deren Auswirkungen auf Biodiversität abfedern zu können. Für die vom Klimawandel in ihrer Existenz bedrohte indigene und lokale Bevölkerung werden Anpassungspläne erstellt und beispielhaft umgesetzt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Das Geophysikalische Observatorium (MGO) des russischen Hydrometeorologischen Dienstes hat die Analyse der Klimaveränderungen der jüngsten Vergangenheit (1990-2016), der folgenden drei Dekaden und bis zum Ende des Jahrhunderts in den nördlichen Regionen (Autonomer Kreis der Nenzen, Autonomer Kreis der Yamal-Nenzen, Bezirk Taimyr, Republik Sakha, Autonomer Kreis der Tschuktschen) Russlands im Januar 2018 fertiggestellt.
  • Eine Modellierung für klima-smarte Schutzgebiete wurde vorgenommen. Für die russische Arktis wurden 85 Gebiete identifiziert, 46 davon in den Projektregionen. Darauf aufbauend wurde ein Bericht zu „Klimawandel und Auswirkungen auf Lebensräume und Vegetation“ veröffentlicht.
  • Die Rote Liste (zweite Edition) des AK Nenzen wurde überarbeitet.
  • Ende Juni 2019 wurde das regionale Reservat „Kolguyevskiy Zakaznik“ im Autonomen Kreis der Nenzen ausgewiesen. 3 weitere Schutzgebiete sind in Planung: Kytalyk Nationalpark, Spoonbilled Sandpiper Coast Nature Park und 1 regionales Reservat „Zakaznik Vivi See“ im Kreis Krasnoyarsk (Taimyr Region).
  • Auf Grundlage der Studien zur Managementeffektivität und Performance von Schutzgebieten wurden für jedes föderale Schutzgebiet vorläufige Managementpläne erstellt.
  • Um das Monitoringtool SMART zu etablieren, wurden verschiedene Trainings dazu durchgeführt.
  • Das Verhältnis arktischer Schutzgebiete zur lokalen Bevölkerung war Gegenstand einer Studie und in Treffen von Vertretern von NGOs, Schutzgebieten und Experten für soziale Projekte. – Zum besseren Verständnis der Bedarfe und Interessen indigener Gemeinschaften der nördlichen Regionen wurde eine ethnologisch-sozioökonomische Überblicks-Studie der verschiedenen indigenen Minderheiten durchgeführt.
  • In sozialen Medien wurde die Nutzer-Community „Khraniteli Severa“ (Northern Nature Keepers) gegründet, die engagierte (junge) Menschen aus den Zielregionen motivieren soll, sich zu vernetzen und über welche Informationen zu Klimawandel, seinen Auswirkungen und projektrelevante Informationen veröffentlicht werden sollen. Gemeinsam mit der Initiative wurde eine Reihe von Fortbildungen für lokale Bewohner der Arktis angeboten, um lokale Projektinitiativen im Naturschutz anzuregen und so Themen und Ziele des Projektes in den Zielregionen zu etablieren. Mit einer ersten Gruppe von 46 Teilnehmern wurden Online-Seminare mit professionellen Trainern durchgeführt. online.happy-arctic.ru
  • Im Mai 2018 wurden von Teilnehmern der “Northern Nature Keepers” Initiative im AK der Nenzen drei Filme produziert, die Kultur, Leben und Verbindung der Menschen zur arktischen Natur darstellen. yadi.sk/… Zudem wurde in einem Wettbewerb 5 Kleinprojekte zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit Schutzgebieten und Klimawandelanpassung auf lokaler Ebene unterstützt.
  • Um Informationen über Verbreitung, Migrationsrouten, Schlüsselgebiete von wilden Rentieren zu erhalten und diese u.a. hinsichtlich des Einflusses des Klimawandels monitoren zu können, wurde die Verwaltung der Taimyr Zapovedniks mit Satellitensendern für Rentiere ausgestattet. Zehn Rentiere wurden bislang im Rahmen des Projektes besendert. Ein Video und Online-Artikel dazu: yadi.sk/… www.ttelegraf.ru/…, zapovedsever.ru/…, norilsk-zv.ru/…

Weiterführende Links

Projektdaten

Land:
Russische Föderation

Durchführungs­organisation:
World Wide Fund for Nature (WWF) - Germany

Partnerinstitution(en):
  • Agency on Management of Protected Areas - Krasnoyarsk Territory, Association of Traditional Marine Mammal Hunters of Chukotka (ATMMHC), Council for the Study of Productive Forces, Department of Agriculture Policy and Management - Chukotka Autonomous Okrug, Department of Natural Resources and Environment - Nenets Autonomous Okrug, Ministry of Natural Resources and Environment - Russia, National Park Beringia (Природно-этнический парк Берингия), Pacific Scientific Research Fisheries Center) - Chukot TINRO (ТИНРО-центра), Russian Academy of Sciences - PAH) - Russia ," Russian Association of Indigenous Peoples of the North, Siberia and Far East of the Russian Federation) (RAIPON) - Russia", State Nature Reserve Wrangel Island, Taymir Reserve (Таймырский заповедник)
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Russia

BMU-Förderung:
8.400.929 €

Laufzeit:
04/2017 bis 03/2024

Internetauftritt(e):