Details - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Ökologische und soziale Co-Benefits durch REDD+ in Südostasien

Stand: November 2018

Ziel und Massnahmen

Das Projekt unterstützte die Regierungen von Vietnam und Laos dabei, den sozialen und ökologischen Zusatznutzen ("Co-Benefits") der Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD+) bei der Einführung von nationalen REDD+ Strategien zu berücksichtigen. Darüber hinaus ermittelten die Projektpartner Möglichkeiten für die Integration von sozialen und ökologischen Mindeststandards ("Safeguards") in bestehende Prozesse und Praktiken. Die Berücksichtigung von REDD+ Safeguards und Co-benefits erforderte die Einführung und Erprobung innovativer Mechanismen, um neben der Emissionsminderung auch die nachhaltige soziale Entwicklung der lokalen Bevölkerung und den Schutz der biologischen Vielfalt zu unterstützen. Solche Mechanismen beinhalteten die Erarbeitung subnationaler REDD+ Umsetzungspläne, die soziale und umweltbezogene Kriterien berücksichtigen, sowie die Einführung von partizipatorischem Waldmonitoring und von lokalen Gewinn-Verteilungsmechanismen für REDD+.

Nachfolgeprojekt(e)
Operationalisierung der Safeguard-Anforderungen für den Erhalt ergebnisbasierter Zahlungen durch nachhaltige, nationale REDD+ Programme

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Projekt abgeschlossen
  • Das Vorhaben hat eine breite und vielfältige Wirkung in Vietnam entfaltet von der nationalen bis zur Provinzebene, wo in zwei Pilotprovinzen verschiedene Aktivitäten stattfanden.
  • Durch Politikberatung auf nationaler Ebene wurden in Vietnam als Teil des nationalen REDD+-Programms eine Country Safeguards Roadmap entwickelt und eine Technische Arbeitsgruppe für Umwelt- und Sozialstandards gebildet, in der der Projektdurchführer SNV auch nach Ende der Projektlaufzeit den stellvertretenen Vorsitz innehat.
  • Weiterhin finden nun Zusammenhänge zwischen REDD+ und Biodiversität in der 3. Version der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBSAP) Vietnams Erwähnung. In Laos wurde ebenfalls der Einrichtungsprozess einer Technische Arbeitsgruppe zu Umwelt- und Sozialstandards unterstützt. Dazu fanden diverse Schulungen mit Ziel des Kapazitätsaufbaus zu den Themen REDD+ allgemein, Benefits und Standards im Speziellen sowie Gewinnverteilung in REDD+ statt.
  • In den zwei vietnamesischen Pilotregionen Lam Dong und Ca Mau hat das Projekt zusammen mit USAID LEAF und UN-REDD die Erarbeitung von Provinz-REDD+-Aktionspläne unterstützt. Dabei wurde vor allem auf die Einbeziehung aller Interessensgruppen und der Einbindung von Co-Benefits geachtet. Die partizipative Vorgehensweise bei der Planerarbeitung beeinflusste über die Zielsetzung hinaus die nationalen Richtlinien Vietnams für subnationale REDD+-Planungsprozesse, die derzeit in sechs weiteren Provinzen angewendet werden (Multiplikatorwirkung).
  • Im vietnamesischen Pilotgebiet Lam Dong entwickelte das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Gemeinden eine innovative dreiteilige Methodensammlung zum Waldmonitoring (partizipatives Kohlenstoff-, Biodiversitäts- und Sozialmonitoring), die für die Replizierung in anderen Ländern ausgelegt ist. Begleitend hat das Projekt lokal knapp 300 Personen in Datenaufnahmemethoden für das Biodiversitätsmonitoring geschult. Das Beteiligungsprinzip (Partizipation) wird im Nationalen REDD+-Aktionsplan Vietnams im Zusammenhang mit REDD+-Monitoring aufgeführt.
  • Verschiedene Projektelemente und -ansätze (z.B. zur Einbindung von Umwelt- und Sozialstandards in die nationale und subnationale REDD+-Planung, partizipative Monitoringmethoden) werden aktuell in einem weiteren IKI-Vorhaben ("Operationalisierung der Safeguard-Anforderungen für den Erhalt ergebnisbasierter Zahlungen durch nachhaltige, nationale REDD+ Programme") in Ghana und Peru nach Anpassung an örtliche Gegebenheiten repliziert.
  • In Vietnam wurden lokale Anreizmodelle (Multiple Benefit Incentive Models) für die Provinz Lam Dong entwickelt, die in den REDD+-Aktionsplan der Provinz eingebunden werden könnten. In Laos hat das Projekt Optionen zur gerechten Gewinnverteilung unter REDD+ analysiert.
  • Insgesamt hat das Projekt mehr als 20 Wissensprodukte (Handreichungen, Erfahrungsberichte, Studien) verfasst, z.B. "Mapping the potential for REDD+ to deliver biodiversity conservation in Viet Nam", "Participatory Biodiversity Monitoring for REDD+ - considerations for national REDD+ programmes", "A country-led approach to REDD+ safeguards and multiple benefits".
  • Dazu war das Vorhaben auf mehr als 25 internationalen Veranstaltungen vertreten (u.a. Weltklimakonferenzen COP 17 und 18), um das neue Wissen und die Methoden zu Multiple Benefits und Safeguards in den internationalen REDD+-Prozess einzubringen.

Weiterführende Links

Projektdaten

Land:
Laos, Vietnam

Durchführungs­organisation:
SNV Netherlands Development Organisation - Netherlands

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Agriculture and Rural Development (MARD) - Viet Nam
  • Ministry of Agriculture and Rural Development (MARD) - Viet Nam

BMU-Förderung:
2.448.119,04 €

Projektlaufzeit:
11/2010 bis 11/2016

Internetauftritt(e):



  • Twitter
  • Facebook
  • Google+