Ressourcenmobilisierung für eine wirksame Umsetzung der aktualisierten Biodiversitätsstrategie in Namibia - 13_IV+_030 - 709 - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Ressourcenmobilisierung für eine wirksame Umsetzung der aktualisierten Biodiversitätsstrategie in Namibia

Stand: Dezember 2019

Ziel und Maßnahmen

Das Projekt unterstützte die namibische Regierung, finanzielle Ressourcen für den Erhalt der Biodiversität zu mobilisieren. Dafür erstellte es eine ökonomische Bewertung von Ökosystemleistungen und förderte ihre Integration in nationale Governance-Prozesse. Weiterhin unterstützte das Projekt Entscheidungsträger bei der Entwicklung ökonomischer bzw. politischer Instrumente in Fachministerien sowie Umweltmanagementpläne in Unternehmen. Es entwickelte darüber hinaus eine Strategie zur Ressourcenmobilisierung für die Umsetzung der 2. Biodiversitätsstrategie Namibias. Es wurde angestrebt, die gewonnenen Erkenntnisse in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, die nationale Haushaltsplanung sowie in den 5. Nationalen Entwicklungsplan einfließen zu lassen. Dadurch werden die Werte von Biodiversität für nationale Governance-Prozesse sichtbar gemacht und nachhaltige Entscheidungen befördert.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Projekt trug umfassend zu CBD-Aichi-Ziel 1 (Sensibilisierung für den Wert der Artenvielfalt), 2 (Einbindung der Biodiversität in umfassendere Governance-Prozesse), 3 (Verringerung negativer Anreize, Erhöhung positiver Anreize), 17 (Umsetzung von Biodiversitätsstrategien) und 20 (Mobilisierung ausreichender Ressourcen für die Biodiversitätsstrategie) bei und war maßgeblich an der effektiven Umsetzung des NBSAP 2 beteiligt.-- Der konzeptionelle Ansatz, die Verhandlungsposition des Umweltministeriums inkl. des NBSAP-Komitees über eine verbesserte Informationsgrundlage in Form einer ökonomischen Bewertungsstudie (TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity) zu stärken, hat sich als sehr erfolgreich herausgestellt.--Trainings zu Ökosystemleistungen und vom Projekt erstellte Dokumente wurden vom NBSAP Komitee genutzt, um erfolgreich die ökologische Dimension im neuen nationalen Entwicklungsplan – NDP5 zu stärken. Das Projekt kooperierte erfolgreich eng mit der UNDP Biodiversity Finance Initiative (BIOFIN) zur Bestimmung der Ressourcenlücke und Entwicklung der Ressourcenmobilisierungsstrategie an
  • Der von Namibia erstellte „Biodiversity Expenditure Review“ gilt als internationales „Best Practice“ und floss in die Weiterentwicklung des BIOFIN-Handbuchs ein. Das MET-Management genehmigte die vom Projekt entwickelte Ressourcenmobilisierungsstrategie und nahm sie offiziell an. In der Strategie sind u. a. folgende Instrumente enthalten: Parkeintrittsgebühren, Umweltabgaben, Zahlungen für Umweltleistungen, Umweltabzeichen, Umweltlotterie, Ausgleichszahlungen für Biodiversität (Biodiversity Offsets) und Crowd Funding. Ein Großteil der in der Strategie vorgeschlagenen Instrumente wurden durch weiterführende Beschlüsse bestätigt und befinden sich bereits im Prozess der Planung bzw. Umsetzung. Beispielsweise beschloss das Kabinett, die maßgeblich durch das Projekt unterstützte Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten. Ausgleichszahlungen für Biodiversität sind im Rahmen der Gesetzesüberarbeitung des „Environmental Management Acts“ als auch des „Parks and Wildlife Management Bills“ berücksichtigt. Zahlungen für Umweltleistungen (Payments for Ecosystem Services) sollen im Rahmen eines neu aufzulegenden Hegegebietsfonds (Community Conservation Funds) eine zentrale Rolle spielen. Auf der politisch sehr relevanten zweiten Namibischen Landkonferenz wurde die Erhöhung der Parkeintrittsgebühren und die Verwendung der Mittel für den Naturschutz beschlossen In einem kürzlich erschienenen Artikel, in dem 144 NBSAPs analysiert wurden, erreichte Namibias NBSAP, die höchste Punktzahl für seinen Mainstreaming-Anspruch. Eine der NBSAP-Ziele ist u. a. die Integration des Themas Biodiversität in die Curricula der namibischen Universitäten. Das Thema Biodiversität und Ökosystemleistungen konnte in den Curricula der namibischen Universität (Namibia University of Science and Technology – NUST) integriert werden-- Die Kooperation mit den Unternehmen stellte zunächst eine Herausforderung dar, da das Projektdesign und damit auch die Sprache primär auf Akteure des öffentlichen Sektors abzielte. Der ursprüngliche im Projektantrag skizzierte Ansatz, dass die Ergebnisse der TEEB-Studie quasi automatisch von den Unternehmen aufgenommen werden, hat sich als nicht realistisch herausgestellt. Stattdessen ist das Projekt zielgerichtet auf Unternehmen mit einem Vorschlag für einen methodischen Ansatz zugegangen, und zwar mit dem Vorschlag Fallstudien durchzuführen und das Natural Capital Protocol exemplarisch in ihren Unternehmen einzusetzen. Dies hat sich als ein erfolgreicher Ansatz herausgestellt.

Weiterführende Links

Projektdaten

Land:
Namibia

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Environment and Tourism (MET) - Namibia
  • Ministry of Environment and Tourism (MET) - Namibia,Ministry of Environment and Tourism (MET) - Namibia

BMU-Förderung:
2.975.000 €

Laufzeit:
11/2013 bis 12/2018

Internetauftritt(e):