Risiko-basierter Nationaler Anpassungsplan (Risk-NAP) - 15_II_124 - 884 - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Risiko-basierter Nationaler Anpassungsplan (Risk-NAP)

Stand: Dezember 2019

Ziel und Maßnahmen

Ziel des Vorhabens ist es, Thailand bei der Entwicklung und Umsetzung seines Nationalen Anpassungsplans (NAP) zu unterstützen. Zunächst werden zukünftige Klimarisiken sowie ihre volks- und betriebswirtschaftlichen Folgekosten quantifiziert, um sie dann den „co-benefits“ möglicher Anpassungsszenarien gegenüberzustellen und zu bewerten. Darauf aufbauend wird die Entwicklung des NAP sowie eines Systems zum Monitoring und zur Evaluierung unterstützt. In Pilotstädten werden kommunale Anpassungspläne und gezielte Anpassungsmaßnahmen auf der Grundlage einer Handlungsanweisung für risikobasierte Managementstrategien in der Stadtentwicklungsplanung definiert. Der Aufbau eines entsprechenden Finanzierungsinstrumentes wird begleitet.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Das Projekt unterstützt die strategische Ausrichtung des NAP sowie die Integration von Klimaanpassung in die Planungsprozesse der Sektoren Gesundheit, Tourismus und Siedlungsplanung und in die subnationale Entwicklungsplanung in vier Pilotregionen.
  • Der thailändische NAP wird derzeit für die Abnahme im Parlament vorbereitet und voraussichtlich Anfang 2020 veröffentlicht. Im NAP werden sechs prioritäre Handlungsfelder für Klimaanpassung identifiziert: Stadtplanung und -entwicklung, nachhaltiges Wassermanagement und Katastrophenschutz, sowie Anpassung in den Sektoren Landwirtschaft, Gesundheit, Tourismus, und natürliche Ressourcen.
  • Zur Unterstützung des NAP Überarbeitungsprozesses hat das Projekt, insbesondere für die Sektoren Gesundheit, Tourismus und Siedlungsplanung, eine Reihe von Fortbildungsmaßnahmen und Workshops durchgeführt. Darin wurden die Zusammenhänge zwischen den Auswirkungen des Klimawandels und der Entwicklung in den Sektoren beleuchtet, internationale Erfahrungen zu Lösungsansätzen eingebracht und prioritäre Maßnahmen für die weitere Unterstützung bis Projektende identifiziert. – Im Bereich der Siedlungsplanung kooperiert die thailändische Umweltbehörde (ONEP) eng mit der thailändischen Raumplanungsbehörde, unter anderem zur Stärkung des sektorübergreifender Dialoges zu resilienter Stadtentwicklung. Zur Vermittlung der zentralen Konzepte, Analysemethoden und planerischen Instrumenten für eine klimaresiliente Raum- und Stadtplanung, wird einerseits auf Erkenntnisse und Erfahrungen Deutschlands aufgebaut und andererseits eine Stärkung lokaler Forschungsinstitute angestrebt, um die gewonnenen Erkenntnisse zu verankern.
  • Im Jahr 2017 haben Mitarbeiter des Projekts am Seminar „New Urban Agenda” als Teil des World Town Planning Day in Bangkok teilgenommen.
  • 2019 hat die Behörde für Raum- und Stadtplanung (DPT) ihre Richtlinie für Regional- und Stadtplanung überarbeitet, um den neuen Herausforderungen Rechnung zu tragen und Instrumente für nachhaltige und resiliente Planung in den Planungsprozess aufzunehmen. In Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart und der Chulalongkorn Universität in Thailand hat das Projekt diesen Prozess unterstützt, und In Zusammenarbeit mit dem Urban Development Training Institute (UDTI) Module zu klimaresilienter Planung in die Fortbildungsprogramme von DPT sowie in reguläre Fortbildungsmaßnahmen für Stadtplaner auf Provinzebene eingebracht und hat in Abstimmung mit dem Partner Handlungsanleitungen für lokale Regional- und Stadtplaner entwickelt..- Im März 2019 wurden diese Maßnahmen erstmals mit Stadtplanern aus 39 Provinzen, die derzeit an Bauleitplänen auf Bezirksebene arbeiten, getestet.
  • Im März 2019 wurden diese Maßnahmen erstmals mit Stadtplanern aus 39 Provinzen, die derzeit an Bauleitplänen auf Bezirksebene arbeiten, getestet.
  • Das Gesundheitsministerium erkennt im Klimawandel ebenfalls weitreichende Folgen und hat mit Unterstützung des Projekts erste Studien zu Klimarisiken durchgeführt, Fortbildungsmaßnahmen entwickelt und einen sektorspezifischen Anpassungsplan entwickelt. Das Gesundheitsministerium hat zudem eine Kooperation mit dem Thailändischen Wetterdienst zum Aufbau von Hitzewarnsystemen eingeleitet. Die Ergebnisse der Studien wurden im September 2019 auf der Regionalkonferenz der Association of Schools & Programs of Public Health (ASPPH) in Taipei vorgestellt.
  • Im Mai 2019 hat das Projekt eine Studienreise nach Deutschland organisiert, an der neben ONEP auch Vertreter*Innen des Innenministeriums und DPT, der Wasserbehörde, des Gesundheitsministeriums, des thailändischen Wetterdienstes und der Stadtverwaltung von Bangkok teilgenommen haben.

Projektdaten

Land:
Thailand

Durchführungs­organisation:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Natural Resources and Environment (MoNRE) - Thailand
  • Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning - ONEP - Thailand

BMU-Förderung:
3.750.000 €

Laufzeit:
08/2015 bis 12/2019

Internetauftritt(e):