Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda) - 16_III_083 - 974 - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda)

Stand: August 2019

Ziel und Maßnahmen

Cyamudongo ist ein isoliertes Regenwaldrelikt im Südwesten Ruandas und seit 2004 als Nationalpark geschützt. Unnachhaltige Landnutzung und ausgeprägte Bodenerosion setzen den Wald und seine hohe Biodiversität unter Druck. Das Projekt unterstützt die lokale Bevölkerung in den Randzonen des Nationalparks beim Übergang zu einer nachhaltigen Agroforstwirtschaft und Waldrestaurierung. Die Maßnahmen tragen zu ihrer Ernährungssicherung und Energieversorgung bei. Der Nutzungsdruck auf den Wald wird vermindert. In den Randzonen des Waldes pflanzen durch das Projekt geschulte Bauern 1,5 Mio. Setzlinge. Diese Agroforstsysteme und Kleinstforste machen in Zukunft eine Holzentnahme aus dem Cyamudongo überflüssig und speichern zugleich Kohlenstoff. Ein benachbartes Waldrelikt soll durch die Aufforstungen verbunden werden. Es verankert Natur- und Ressourcenschutz in der politischen Praxis, gibt Handlungsempfehlungen und bildet Ranger, Mitarbeiter der Naturschutzbehörden und Studierende aus.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Die dritte Pflanzsaison des Projektes im Herbst 2018 wurde durch den Staatssekretär des Ministry for Lands and Forestry (MINILAF) eröffnet. Weitere Ehrengäste waren der Direktor der Tree Planting Unit der Rwanda Water and Forestry Authority (RWFA) sowie der Distrikt-Bürgermeister von Rusizi. An der Feier nahmen Bäuerinnen und Bauern teil, die durch das Projekt geschult wurden und Baumsetzlinge zum Pflanzen auf ihren Feldern erhalten haben.
  • Im Dezember 2018 organisierte das Projekt eine Exkursion für lokale Behördenvertreter*innen aus dem Projektgebiet zum 30-jährigen Agroforstsystem, dem staatlichen Saatgutzentrum sowie dem Arboretum in Butare (Huye), wo die Ziele des Projektes anschaulich vermittelt werden konn-ten.
  • Im Januar 2019 fand der zweite von drei geplanten Workshops für Vertreter*innen der beiden Hauptpartner, Ruanda Development Board (RDB) und Rwanda Water and Forestry Authority (RWFA) statt. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, die Saatgutproduktion einheimischer Bäume sowie die langfristige Nachhaltigkeit des Projekts wurden diskutiert.
  • Ebenso fand im Januar 2019 die erste von drei durch das Projekt organisierten Exkursionen für Studierende des IPRC-Kitabi und der University of Rwanda statt. Nach einer geführten Tour durch den Cyamudongowald besuchte die Gruppe eine Projektbaumschule und erfuhr Details über die Anlage von Agroforstsystemen.
  • Seit Projektbeginn wurden in den Dörfern der Projektregion bisher 64 Informationsveranstaltungen durchgeführt, um rund 3.500 Teilnehmer über geplante Aktivitäten und Möglichkeiten der Partizipation zu informieren.
  • Außerhalb der Pflanzzeiten werden interessierte Bäuerinnen und Bauern geschult. Die zwei eintägigen Schulungen zu „Agroforst“, „heimischen Baumarten“ und „Pflanztechniken“ wurden bisher jeweils rund 200-mal angeboten und rund 6.700 Teilnehmende geschult.
  • Mit Abschluss der dritten Pflanzsaison im Herbst 2018 sind bisher rund 450.000 Baumsetzlinge gepflanzt und rund 2.200 ha landwirtschaftliche Fläche in Agroforstsysteme umgewandelt. Außerdem wurde mit der Anlage eines Agroforst-Korridors zwischen Cyamudongo- und Nyungwewald begonnen.
  • Am 27. Februar 2019 hat der erste Pflanztag der vierten Pflanzsaison stattgefunden. Bis zu acht Pflanzteams arbeiten täglich gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern um bis Mitte April 2019 rund weitere 180.000 Setzlinge zur Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen in Agroforstsysteme zu pflanzen.
  • Am 21.03.2019 (Internationaler Tag des Waldes) veranstaltete das Projekt in Zusammenarbeit mit dem RDB an drei Cyamudongo-Projektschulen einen Malwettbewerb. Die Urheber*innen der 30 aussagekräftigsten Bilder, werden zu einer geführten Exkursion in den Cyamudongo-Wald eingeladen. Schülerinnen und Schüler des Umweltclubs an der GS Nkungu führten ein eigens einstudiertes Theaterstück auf.

Projektdaten

Land:
Ruanda

Durchführungs­organisation:
Ruanda-Zentrum und Büro für Afrika-Kooperationen UNIVERSTÄT KOBLENZ-LANDAU

Partnerinstitution(en):
  • Ministry of Natural Resources (MINIRENA) - Rwanda, Rwanda Development Board (RDB), Rwanda Natural Resources Authority (RNRA)
  • Verein zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Ruanda e.V.

BMU-Förderung:
2.297.722,50 €

Laufzeit:
09/2016 bis 12/2021

Internetauftritt(e):