20.07.2018

"WaldGewinn" mit Bienenzucht und Baumschulen

Honigherstellung in Guatemala; Foto: OroVerde.

Honigherstellung in Guatemala; Foto: OroVerde.

Anfang Mai 2018 fand in Guatemala ein regionales Austauschtreffen der Bonn Challenge auf Ministerebene in Lateinamerika statt. Schwerpunktthemen waren dabei die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor und die Entwicklung von neuen Finanzierungsmodellen für effektiven Waldschutz. Jochen Flasbarth, Staatssekretär des Bundesumweltministeriums (BMU) war vor Ort und betonte die Bedeutung der Bonn Challenge, an der sich Guatemala mit dem Wiederaufbau von 1,2 Millionen Hektar Wald innerhalb der nächsten 30 Jahre beteiligen möchte. Nach dem Treffen besuchte er das „WaldGewinn“-Projekt, das seit 2015 durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU gefördert wird.

Staatssektretär Jochen Flasbarth (BMU) besucht das WaldGewinn-Projekt in Guatemala, Foto: OroVerde.

Die Tropenwaldstiftung OroVerde leistet mit ihrem Pilotprojekt in Guatemala - gemeinsam mit den Projektpartnern vor Ort, Defensores de la Naturaleza und Heifer International Guatemala - einen wichtigen Beitrag zu den Zielen der Bonn Challenge. Davon konnte sich eine kleine Delegation rund um Staatssekretär Jochen Flasbarth vor Ort überzeugen.

Über 300 Imker von Jugendlichen bis hin zu Senioren mit über 70 Jahren nehmen am Projekt teil und verwalten im Sinne des Lehrbuchs rund um die Imkerei und der Manufaktur insgesamt 1.867 Bienenstöcke; Fotos: OroVerde.

In der Region Bocas del Polochic besuchte die Delegation den Izabal See, an dem eine Vielzahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten beheimatet ist. In der kleinen Gemeinde Santa Rosa Balandra trafen sie lokale Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die mit der Herstellung von Honig ein zusätzliches Einkommen generieren. Aktuell nehmen über 300 Aktive unterschiedlichen Alters am Projekt teil. Sie wurden rund um die Imkerei geschult und verwalten inzwischen insgesamt 1.867 Bienenstöcke. Der Schutz und die Regeneration von Waldstücken mit Baumarten, welche besondere Bienenweiden sind, tragen dabei gleichzeitig zu einem effektiven Waldschutz bei.

Die Bienenvölker im Regenwald Guatemalas tragen ihren Teil zum Schutz des guamaltekischen Regenwaldes und zur Wiederaufforstung bei; Foto: OrovVerde.

Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind im Rahmen des OroVerde-Projekts zudem aktiv an Wiederaufforstungen beteiligt. Zahlreiche Baumschulen sind aus ihrer Initiative entstanden. Inzwischen besteht auch über die Grenzen der Gemeinde hinaus Interesse, ähnliche Initiativen zu starten. Aktuell werden über das WaldGewinn-Projekt 35 Gemeinden betreut. Außerdem haben sich 9 verschiedene Gruppen aus Bäuerinnen und Bauern zu informellen Komitees zusammengeschlossen und verkaufen ihre Produkte zu fairen Preisen.

Engagierte Bewohner in der Baumschule der Gemeinde Santa Rosa Balandra; Foto: Heifer International Guatemala.

Durch ein Monitoring-System wird der Schutz des Waldes und der Biodiversität verbessert und mögliche Auswirkungen des Projektes auf die Biodiversität und die Gemeinden erfasst. Momentan unterliegen 101.378 Hektar an Wald diesem regelmäßigen Monitoring. Im Rahmen des Projektes wurden bisher 133 Hektar an Agroforstsystemen neu angelegt und 111 Hektar Wald wieder aufgeforstet.

In den nächsten Schritten geht es vor allem darum, die lokalen Strukturen vor Ort zu festigen und die Wertschöpfungsketten Kakao, Honig und Ramón weiter zu entwickeln. Außerdem arbeitet das WaldGewinn-Team an der Vermarktung und der Finanzierung der verschiedenen Produkte. Möglichkeiten wie Erntevorfinanzierungen, bzw. die Bereitstellung des Working Capital werden dabei genauer unter die Lupe genommen.

Baumsetzlinge in einer Baumschule; Foto: OroVerde.

Mehr zum WaldGewinn-Projekt: http://www.oroverde.de/waldgewinn