10.07.2014

Ein Vorbild für Waldschutzplanung in Vietnam

Workshop-Teilnehmer bei der Erstellung eines Arbeitspapiers

Teilnehmer eines UN-REDD-Workshops; Foto: UN-REDD/SNV

Aus welchen Gründen werden Wälder abgeholzt? Und wie kann man ihre Zerstörung in Zukunft vermeiden? Die Antworten auf diese Fragen liegen oft nicht direkt auf der Hand. Viele Faktoren spielen eine Rolle, viele unterschiedliche Personen und Gruppen sind beteiligt. Deshalb sollten sich alle relevanten Akteure an einer entsprechenden Analyse und Planung beteiligen. Wie das funktioniert zeigt ein Projekt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) in Vietnam, durchgeführt von SNV Netherlands. Der Ansatz des Projekts war so erfolgreich, dass er auf Wunsch der vietnamesischen Regierung nun im Rahmen des von Norwegen finanzierten UN-REDD-Programms weiter angewendet und auf zusätzliche Regionen übertragen wird. Ein Musterbeispiel für die Verbreitung von innovativen Klima- und Waldschutzansätzen und für die Koordinierung verschiedener Geberländer.

Das IKI-Projekt konzentriert sich vor allem darauf, die Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD+) mit nachhaltiger sozialer Entwicklung für die lokale Bevölkerung und den Schutz der biologischen Vielfalt zu verbinden. Hier arbeitet es eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen – von der Planung der Maßnahmen, über das Monitoring, bis hin zur gerechten Nutzenverteilung. Aufbauend auf den dabei gesammelten Erfahrungen hat das Projekt ein Handbuch veröffentlicht, das Methoden zur der gemeinschaftlichen Planung von REDD+ Maßnahmen auf sub-nationaler Ebene vorstellt: www.snvworld.org (extern, englisch).

Mit diesem Modell als Vorbild brachte SNV nun im Rahmen des UN-REDD-Programms in der Provinz Binh Thuan Waldbesitzer, Vertreter der Lokalregierung und betroffene ethnische Minderheiten in einer Reihe von Workshops zusammen. Dort identifizierten sie gemeinschaftlich die Ursachen, die zur Zerstörung der Wälder führen. Anschließend arbeiteten alle Beteiligten mit Hilfe von SNV Maßnahmen aus, um dagegen vorzugehen. Außerdem diskutierten sie den möglichen Nutzen, den die Menschen aus den vorgeschlagenen Maßnahmen ziehen können, aber auch welche Risiken damit verbunden sind. Diese Informationen dienen als Grundlage für den Waldschutz in der Praxis vor Ort. Zudem sind ähnliche Planungsprozesse in weiteren Regionen geplant.

Die Maßnahmen im Rahmen der IKI und des UN-REDD-Programms gehen somit Hand in Hand, um Vietnam dabei zu unterstützen, seine nationale REDD+ Strategie umzusetzen.