06.08.2012

ACAD baut Engagement im afrikanischen Kohlenstoffmarkt aus

Die Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert die Afrikanische Carbon Asset Development (ACAD) Fazilität auch zukünftig im Rahmen einer zweiten Projektphase. Damit unterstützt das BMU ein Entwicklungsprojekt für den Clean Development Mechanism (CDM) unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen, da das Kyoto-Protokoll nach 2012 ausläuft und ein Nachfolgesystem durch die internationale Staatengemeinschaft noch nicht definiert wurde. Zudem erhält ACAD zusätzliche Finanzierung durch die französische Regierung. Auf der Carbon Expo 2012 gab ACAD bekannt, sein Engagement nun ausweiten und bis 2013 zusätzlich 22 innovative Klimaprojekte mit Hilfe neuer und bestehender Finanzierungspartner wie der Standard Bank realisieren zu wollen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat die Fazilität 2008 aufgesetzt und koordiniert sie. ACAD begleitet Projekte, die Treibhausgasemissionen einsparen, von der Entwicklung bis hin zur Registrierung im Rahmen des CDM. Die Fazilität baut die Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Partner vor Ort im Bereich Emissionshandel auf, setzt eine eigenständige Dynamik auf dem afrikanischen Kohlenstoffmarkt in Gang und aktiviert insbesondere den Finanzsektor. In der ersten Phase setzte sich ACAD unter anderem dafür ein, private Kreditgeber und staatliche Entwicklungsbanken für das wirtschaftliche Potenzial des Kohlenstoffmarktes zu sensibilisieren. Bei lokalen und regionalen Finanzinstituten sowie Investmentvermittlern, die CDM-Projekte auf den Weg bringen, warb ACAD dafür, dass sie sich in einem frühen Stadium stärker finanziell an den Projekten beteiligen. Die Fazilität übernimmt dabei selber einen Teil der anfallenden Transaktionskosten. So können Projekte realisiert werden, die zu Beginn hohe Investitionskosten verursachen und sich nicht von Anfang an finanziell selbstständig tragen. Kommerzielle private Kreditgeber und staatliche Entwicklungsbanken konnten so erste Erfahrungen mit dem wirtschaftlichen Potenzial des Kohlenstoffmarktes sammeln. Während Workshops zu Projektentwicklung und Klimafinanzierung für Investoren, Projektentwickler und lokale CO2-Händler in Botswana, Rwanda und Nigeria tauschten regionale Experten ihr Wissen aus und verbesserten ihr Verständnis von CDM-Herausforderungen wie Markteintrittsbarrieren und Transaktionskosten. Sie erhielten Informationen, die sie für die Konzeption und Durchführung von Projekten brauchen. So erfuhren die Akteure beispielsweise, wie sie den Nachweis der Zusätzlichkeit erbringen und Vertragsverhandlungen zum Emissionshandel erfolgreich führen.

Bisher hat ACAD 15 Projekte für die finanzielle Förderung ausgewählt. Davon wurde ein Windenergieprojekt in Kenia als CDM-Projekt registriert, vier weitere befinden sich aktuell in der Prüfung. Der durch ACAD geförderte Windpark im Norden Kenias soll beispielsweise zukünftig kostengünstig, zuverlässig und klimaschonend 300 Megawatt Windenergie erzeugen. Es ist eines der größten Erneuerbare-Energie-Projekte in Afrika und wird rund 2 Millionen kenianische Haushalte mit Strom versorgen. ACAD übernahm einen Teil der Prüfkosten des Projektes und unterstützte es, CDM-Gold-Standard-Status zu erlangen. Es ist das erst registrierte CDM-Windprojekt Afrikas.

Erfahrungen, die im Rahmen von ACAD-Projekten gesammelt werden, fließen direkt in den internationalen Verhandlungsprozess ein. Während der Klimaverhandlungen in Durban wurde ACAD offiziell als Best-Practise-Beispiel eine Vorreiterrolle zuerkannt. So soll sich die im Rahmen der Klimakonferenz beschlossene CDM-Finanzierungsfazilität am Modell der Anschubfinanzierung von ACAD orientieren.