04.06.2018

Angola und Portugal: Gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung der Meere

Die angolanische Delegation mit den Verantwortlichen für die Meeresraumplanung auf Madeira; Foto: GIZ

Die angolanische Delegation mit den Verantwortlichen für die Meeresraumplanung auf Madeira; Foto: GIZ

Vom 8. bis 13. April 2018 hat die angolanische Arbeitsgruppe Meeresraumplanung eine Studienreise nach Lissabon und Madeira (Portugal) unternommen. Dabei ist es den Vertreterinnen und Vertretern beider Seiten gelungen, eine gute Beziehung auf Regierungsebene aufzubauen. Das Ziel des Besuchs bestand darin, von den Erfolgen und Herausforderungen des Partners zu lernen und gemeinsam herauszufinden, wie eine nachhaltige Meeresraumplanung am besten umgesetzt werden kann.

Die angolanische Regierung hat den Fragen, die sich im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Nutzung der Meere stellen, eine hohe Priorität eingeräumt. So wurde eine neue Arbeitsgruppe eingerichtet, die zurzeit den ersten Meeresraumplan des Landes entwickelt. Ihre Aufgabe besteht darin, die zu Angola gehörenden Meeresgebiete zu identifizieren, die einen hohen Naturwert besitzen – so genannte Ecologically or Biologically Significant Marine Areas, kurz EBSAs. Diese Teile des Meeres sollen zu Schutzgebieten erklärt werden. Gleichzeitig entwickelt Angola eine Strategie, in der der Weg des Landes zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung des Meeres vorgezeichnet werden soll.

Aufgrund der gemeinsamen Sprache und der Tatsache, dass die portugiesische Regierung Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung des Meeres große Bedeutung beimisst, hat die angolanische Arbeitsgruppe Meeresraumplanung eine Studienreise nach Portugal unternommen. Das Ziel: ein Informations- und Erfahrungsaustausch mit dem portugiesischen Ministerium für Meeresangelegenheiten und der Autonomen Region Madeira über die Anwendung eines integrierten Meeresbewirtschaftungskonzepts.

Die Studienreise bot den 14 Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die fünf Ministerien und zwei Forschungseinrichtungen vertreten, eine einmalige Gelegenheit, das portugiesische System der Meeresraumplanung auf nationaler und regionaler Ebene näher kennenzulernen.

Dr. Antonio Barradas, Direktor für Meeresangelegenheiten im angolanischen Ministerium für Fischerei und Meeresangelegenheiten im Gespräch mit Medienvertretern auf Madeira; Foto: GIZ

Die Teilnehmenden der Studienreise tauschten sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Generaldirektion für Meerespolitik über die Gesetzgebung im Bereich der Meeresraumplanung und die Zusammenarbeit zwischen der Zentralregierung und den Regionen (z. B. Madeira) sowie zwischen verschiedenen Fachministerien aus. Außerdem lernte die Arbeitsgruppe ein auf einem Geographischen Informationssystem (GIS) basiertes Geoportal kennen, das gemeinsam von verschiedenen Institutionen genutzt wird.

Beim Besuch eines Meeresschutzgebietes in der Nähe von Lissabon diskutierte die Gruppe über verschiedene rechtliche Herausforderungen, die auftreten können, wenn verschiedene Ministerien bei der Verwaltung eines Schutzgebiets eng zusammenarbeiten müssen. Auf Madeira hat die angolanische Delegation Offshore-Aquakulturanlagen, Tourismusgebiete und Meeresschutzgebiete besucht. Besonderes interessierten sich die Gäste für das komplizierte Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Interessengruppen sowie die Rechte der einzelner Fischer, denn die traditionelle Fischerei spielt in Angola eine wichtige Rolle.

Die Teilnehmenden wussten den Austausch zu schätzen, denn die in Portugal gesammelten Lernerfahrungen können den angolanischen Prozess der Meeresraumplanung unterstützen. „Diese Studienreise hat uns die Augen geöffnet“, so das Fazit der angolanischen Delegation. Im Rahmen der Studienreise sind zwischen den für Meeresraumplanung und Meeresangelegenheiten zuständigen Stellen beider Länder gute Arbeitsbeziehungen entstanden. Diese wollen Portugal und Angola auch künftig nutzen, um sich gegenseitig durch gemeinsame Lernprozesse bei der Verbesserung einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Meeres zu unterstützen.

Die Studienreise wurde vom Projekt „Schutz und nachhaltige Nutzung der Meeresbiodiversität der marinen Ökoregion Benguelastrom“ organisiert, das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert wird.